Topographia Saxoniae Inferioris:Hornburg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Hornburg
<<<Vorheriger
Hildesheim
Nächster>>>
Hujesburg
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1653, S. 145.
Der zweite beschriebene Ort ist Wikipedia-logo.png Horneburg
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Hornburg in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite
[145]
Hornburg /

Ein Stättlein / vnnd Ambt / im Stifft Halberstatt / beym Wasser Ilsa / so nicht weit von hinnen in die Ocker fällt / auch nicht fern von Osterwick gelegen. Anno 1113. hat Käyser Heinrich der Fünffte Hornburg eingerissen. Vmbs Jahr 1180. ließ Bischoff Vlrich von Halberstatt / offtmals sein Kriegsvolck / auß Halberstatt / vnnd Hornburg / in Hertzog Heinrichen deß Löwen zu Sachsen Lande / fallen welches dann ihme / vnd seinem Stifft / zu grossem Schaden geriethe. Es ist im nächsten Teutschen Krieg / dieses Stättlein / vnd auch das vorhin gewestes Schloß / erstlich von den Schwedischen / hernach An. 32. vom Graven von Appenheim / dann wider von den Schwedischen Anno 1639. erobert worden. Anno 41. im Augusto, ward abermals Stättlein vnd Schloß / den Käyserischen auffgeben. Es ist aber der Commendant / oder Gebietiger / Wolff genandt / so entweder ein oberster Leutenambt / oder ein Hauptmann / vnderm Obersten Carl Ruthen / gewesen / hernach deßwegen im Schwedischen Lager / vor Wolffenbütel enthauptet worden. Sihe die Herbst Relation selbigen Jahrs / pag. 67. vnd den 4. Theil deß Theatri Europaei, fol. 626. An. 1643. eroberte der Schwedische General / Herr Hanß Christoff von Königsmarck / das Stättlein bald wider / aber dem Schloß konte er nichts angehaben, welches er gleichwol im Jenner deß 45. Jahrs / endlich auch mit Gewalt einbekommen; vnd / wie Theils berichtet / solches hat schleiffen lassen; wiewol andere von der Schleiffung nichts melden; vnnd man derentwegen noch diß Orts / anstehet.

Es ist auch ein Hornburg / Horneborg / oder Hornborch / im Erzstifft Bremen / an dem Wässerlein Luhe (so ein anders / als das zu Winsen im Lüneburger Lande) zwischen Staden / vnnd Boxtehude / gelegen; welches Stättlein die Hertzogen von Braunschweig Anno 1424. belagert haben. Es ist aber die Sach vertragen worden / nach dem sie zuvor / nicht weit davon / das Kloster Hersefelde mit Gewalt eingenommen / die Kirchen hin vnnd wider angezündet / vnd Buxtehude gestürmet hatten. Anno 1632. eroberte dieses Stättlein der Graff von Pappenheim / vnd begaben sich die Hornburger Burger gen Buxtehude.