Topographia Superioris Saxoniae: Rochlitz

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Topographia Germaniae
Rochlitz
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 158–159.
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Rochlitz.

Diese Statt liegt in dem Leipzigischen Craysse / vnd / wie theils melden / mitten im Ostland / so man zu Meissen rechnen thut / vnd hat endweder den Namen von den Wenden / oder Slaven / vnnd heist so viel / als ein Schacht-Spiel / (in welchen der fürnehmbste Stein / nach der Königin / der Roch / oder Elephant / ist /) wie auch ein solches die Statt in ihrem Wappen führet; oder von den Teutschen / vnd heist so viel als Rötlicht / von dem rohten Stein / den man da siehet; gleich wie Weissenfels von dem Weissen Felsen. Es wird allbereit zun Zeiten Keyser Heinrichs deß Andern / (da sie durchs Fewer grossen Schaden gelitten /) gedacht. Hatte auch vor diesem eygene Graven; wie dann Witikind / der Jünger / zu Sachsen / die Juland / eines Graven zu Rochlitz / Tochter / geheuratet / auß dessen Nachkommen Conrad / deß Timons Sohn / gewesen / der Rochlitz / Wetin / Landsberg / vnd Brene / besessen / auch folgends die Marggraffschafft Meissen / vnd Laußnitz / bekommen hat. Es ligt Rochlitz an der Schneebergischen Mulda: hat ein Schloß / Kupfferbergwerck / fruchtbaren Boden / vnnd gegen Abend einen Wald: auch zwischen der Statt / vnd der Mulda / schönes Feld / vnd Wiesen: vnd gehet vber das Wasser ein steinerne Bruck von Quaderstucken / so 7. Joch / oder Schwibbögen / vnd 259. Schrit / hat. Im Rath sitzen 24 Personen / darauß alle Jahr sieben / mit dem Burgermeister / zur Regierung erwöhlet werden. Anno 1547. ist diese Statt vom Churfürst Johann Friederichen zu Sachsen eingenommen / vnd Marggraff Albrecht von Brandeburg / so Hertzog Moritzen zu Sachsen beygestanden / darin gefangen; hernach aber die Statt von Ihme Mauritio wider erobert worden; wie sie dann noch / sampt zugehöriger Graffschafft / bey seinen Nachkommen / vnd dem Churhauß Sachsen ist. Vnd dieses meldet Dresserus part. 5. Isagog. Histor. der [159] auch von dem / was diese Statt außstehen müssen / kan gelesen: vnd darzu / was Peccenstein part. 3. Theatri Saxon. fol. 19. vnd part. 3. fol. 119. seqq. von ihr weitläuffig schreibet / gethan werden: der dann / vnder andern / sagt; daß dieser Statt Nahme von den Rissen / oder Hölen / deren diß Orts viel zu sehen / (wie man dann diß Orts viel alte vnd newe Steinbruch findet / von rohtem Sandtstein / darin man das edle Steinmarck bricht / so man dem Bolo Armeno gleich halten will) herkomme: die Kirch am Schloß seye von lauter Quadersteinen auffgeführt; vnnd in der Stattkirch ein grosser vbergülter Kelch / darauf stehe / Henricus, et Mathildis, me comparaverunt; vnd seye der Rochlitzer Berg auff zehen Meylwegs zu sehen. Was diese Statt aber seydhero / nach deme dieses Dresserus, vnd Peccensteinius, geschrieben / außgestanden / davon mangelt vns ein rechter Bericht. In der Meißnischen An. 1643. außgangnen Clag-Schrifft zwar / wird Rochlitz auch vnder die jenige Chur-Sächsische Stätte gesetzt / deren Gottes- Rahts- Bürger- oder gemeiner Statthäuser / nicht mehr verhanden seyn. An. 1644. ward die Statt von den Chur-Sächsischen bald / das Schloß aber mit Sturm eingenommen. In der Franckfurter Herbst-Relation deß 1644. Jahrs / stehet p. 74. daß man mit deme / so dißmals da commandirt gehabt / vbel verfahren seye / seine Zungen an den Galgen gehefftet; hernach solche loß geschnitten / vnnd ihn folgends auffgeknüpfft habe; auß Vrsach; weilen Er beschuldigt worden / als hette er wider den Herren Churfürsten schimpffliche Reden geführt / dessen er aber nicht geständig gewesen / solches ihme auch nicht erwiesen worden seye / vnd deßwegen GOtt vmb Raach angeruffen habe. Er war der Nation ein Preusse. Siehe auch Tom. 5. Theat. Europ. fol. 451. b. Anno 1645. erobern die Schwedischen diesen Ort wider mit Gewalt. Siehe besagten Tomum fol. 855. a.

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Rochlitz (Merian).jpg