Topographia Westphaliae: Calcar

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Topographia Germaniae
Calcar (heute: Kalkar)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1647, S. 15.
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Calcar.

Diese Statt ist erstlich von den Graffen zu Cleve / in der Insul deß Rheins / vnd Belgia Batavia, zu erbawen angefangen worden / daß sie ein Schutz / vnd sichere Zuflucht wäre / wider die Vberfäll der Stifftisch-Cölnischen / vnnd Benachbarten Geldrischen / mit welchen die Clevischen viel Kriege zuführen hatten. Den Namen aber hat sie bekommen / von dem sehr alten Dorff Calcar / von welchem man vber diese Insul / an das eussere Gestad deß Rheins gefahren ist. Sie hat durch das Tuchmachen / vnnd Bierbrawen / so von dannen an die benachbarte Ort gebracht wurde / an Macht / Reichthumb / vnd Vermehrung folgends zugenommen: Also / daß sie jetzt eine auß den fürnehmbsten Stätten deß Hertzogthumbs Cleven / vnnd ein Speißkammer gleichsam ist / fast aller angräntzender Ort / dieweil die Bawerschafft / wochentlich ihr Getraid zum Verkauff gar offtermaln führen. Deßwegen auch Hertzog Adolph der Erste von Cleve / ein grosse / vnd ansehenliche Schewer / oder Kornspeicher / allda auffgerichtet / vnnd erbawet hat. Dann sie sehr wol gelegen / vnd macht ihr der Rhein gute Gelegenheit.

Es wird auch hieher / als zum Obergericht / von vielen Stätten / vnd Dörffern / in Rechts-Sachen / appelliert. Ist der Römisch-Catholischen Religion vorhin allezeit zugethan gewesen. S. Niclas Kirche ist da zusehen / so gar groß / vnd von vierzehen Geistlichen Personen verwaltet wird. Hat zwey Klöster / ein Jungfrawen / vnd ein Dominicaner / oder Prediger / in deren letztem ein fürtreffliche Bibliothec ist. Hat auch ein Spital daselbst. Vnd gibt das mitten auff dem grossen Marckt / gantz freystehende / vnd schön gebawete Rahthauß / der Statt ein schöne Zierde. Anno 1614. nahmen die Holländer diesen Ort eyn: Vnd Anno 40. im September / die Hessischen / welche dem vmbligenden Cöllnischen Land / wie auch den Gülchischen / Clevischen / vnd Bergischen / folgends bang gnug gemacht haben.