Topographia Westphaliae: Echternach

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Topographia Germaniae
Echternach
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1647, S. 78–79.
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[78] Echternach / an dem Fluß Saur / Sour / oder Sura, auff der Seiten / vnd fast gegen der Statt Trier vber / vnd bey vier Meilen davon / im Gebürg / vnd an den Trierisch- vnnd Lützenburgischen Gräntzen / aber allbereit im Hertzogthumb Lützenburg gelegen; ein ansehenliches Kloster / Benedictiner Ordens / vnter die Trierische Inspection gehörig / so von Theils mit einem alten Namen Andethanna, oder Andethannia, geheissen wird. Ist in dem Westphäliachen Craiß-Register / als ein Stand deß Reichs / gesetzt; Solle auch noch auff die Reichstäge beschrieben werden: Wird aber von Spaniern / vnter dem Titul Burgund eximiert. Siehe oben den Eingang dieses Tractats. Es sollen in obbesagtes Wasser Sur / nicht weit von dem Kloster / andere zwey / nämlich / die Pruim / oder Pronaea, vnnd die Nyms / oder Nemcha. Es ist sonsten gedachtes ansehenlich / vnd reiches Kloster zu S. Willibrordo genannt / ein freyes Stifft / deme auch das darbey gelegnes vestes Stättlein / zusampt dem Schloß Bollendorff vnd dem Dorff Dreyß / gehörig / Müntz zuschlagen Macht hat. Es solle da / neben andern schönen Sachen / auch ein Evangeli-Buch von klarem Gold geschrieben; wie auch ein anders von Gold / vnd Silber / in welchem das Leben deß obgedachten heiligen Willibrordi, zusehen seyn; welcher der erste Abt allhie gewesen / vnd auch da begraben worden. Es hat der Abt dieses Klosters / vor diesem von den Teutschen Keysern das Lehen empfangen / so auch von ihnen / vnd den Päbsten confirmiert / von den Ertzbischoffen zu Trier aber consecriert worden. Der 69. Abt war Joannes Bertelius, so die Luxenburgische Histori geschrieben / vnnd gestorben / Anno 1607. deme Petrus Richardotus [79] succediert hat. Besagter Bertelius ist An. 1595. vom König Philippo II. als Hertzogen zu Lützelburg / denominiert / vom Papst Clemente VIII. confirmiert / vnd vom Lothario, Ertzbischoffen zu Trier / im Namen / vnnd an statt deß Keysers / mit den Regalibus investiert worden; wie er selbsten in Historia Luxemburgensi, pag. 178. schreibet. Vnd hat die Kirchen deß Klosters / vier Thürn / in deren auch Carolomannus, deß Keysers Caroli Calvi Sohn / ruhen soll. So ist in dem Stättlein auch ein Kloster zu S. Clara / dessen Stifftung dem König Johanni auß Böheim zugeeygnet wird. Vber den besagten Fluß Sura / geyet allhie ein schöne steinerne Brück.