Topographia Westphaliae: Nienburg

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Topographia Germaniae
Nienburg (heute: Nienburg/Weser)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1647, S. 88.
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[T45]
Nienburg (Merian).jpg

[88] Nienburg / Nyenburg / oder Newenburg / Nienborg / an der Weser / vnd in der Graffschafft Hoya / welche Statt / vnd Vestung / Anno 1627. den 16. Novembris / die Keyserischen einbekommen / vnd hernach Anno 1635. den 20. 30. Junii / mit Accord vbergeben haben. Vnd war folgends dieser Platz wider in Lüneburgischen Handen; biß daß Anno 1639. der Schwedisch General / Johann Banner / zu Boitzenburg zwey Regiment zu Pferd / vnd drey starcke Hauffen zu Fuß vber die Elbe gehen ließ / die ihren Zug hieher nahmen / vnd diese Vestung durch Anschlag einbekamen. Es ligt vnterhalb dieser Statt / zwischen ihr / vnd Hoye / auff [89] Breinen zu / die Vestung / vnnd fürnehmer Passz Drackenburg / oder Drackenborg / auch / in der Graffschafft Hoye.

So viel aber die Graffschafft Hoya / anbelanget / so sagt Johann Becherer in der Thüringischen Chronic / am 593. Blat / es sey Graff Otto von der Hoya / der letzte deß Stammens / Anno 1582. gestorben / vnd die Graffschafft an die Hertzoge von Braunschweig / vnd Lüneburg gefallen. Die newe Braunschweigische Chronic berichtet an dem 348. Blat / daß in gedachtem Jahr / den 26. Februarij / auff dem alten Gräfflichen Schloß Hoya / gedachter Graff Otto zur Hoya / vnnd Bruchhausen / gestorben; der sechs Brüder gehabt / deren theils auch verheurat gewesen / aber / sampt ihme / vnnd also sieben Brüder / innerhalb sechs vnd dreyssig Jahren / ohne Erben / verstorben / vnd also dieses löbliche Geschlecht / so von Keyser Lotharii deß Sachsen Regierung / biß auff diese Zeit floriert hatte / verloschen. Die hinderlassene Herrschafften seyen den Lehenherrn / nämlich den Hertzogen zu Braunschweig / vnd Lüneburg / vnnd Landgraffen zu Hessen / heimgefallen. Die Hertzogen zu Braunschweig haben bekommen folgende Schlösser / Stoltzenow / Erenburg / Sieck / Steigerberg / Sidenburg / Depenaw / Barenburg: Den Hertzogen zu Lüneburg seye zugefallen / Hoya / vnd Nienburg / die fürnehmbste Statt in der Graffschafft / Lavenaw / vnnd Bruchhausen; der Landgraff zu Hessen habe bekommen Vcht / vnd Freudenberg. Die Hertzogen zu Braunschweig / vnd Lüneburg / haben das Hojesche / vnnd Bruchhausische Wappen / ihrem gewöhnlichen Schilde einverleibet / sich hinfort drey Helmen gebraucht / deß Tituls aber niemals angemasset. Am 406. Blat stehet daselbsten / daß / nach Anzeig der geschriebenen Mindischen Chronicken / im Jahr 1295. das Gräffliche Schloß HOYA / ein Schloß mit der Weser vmbflossen / das Stättlein aber in zwey Theil abgetheilet / gebawet worden seyn solle: Die Stifftsgenossen hätten sich darwider geleget / mit Einwedung / der Grund vnnd Boden wäre Mindisch / es seye aber darbey verblieben. Vnd dieser Chronic wird am sichersten zuglauben seyn. Siehe aber auch / was Hamelmann in dem Oldenburgischen Chronico part. 3. cap. 15. pag. 399. hiervon schreibet.