Topographia Westphaliae: Noorden

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Topographia Germaniae
Noorden (heute: Norden)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1647, S. 50–51.
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Noorden /

Ligt zwo grosse Meilen / oder zwölfftausend Schritt von Embden / vnnd gehöret dem Graffen von Ost Frießland. Ist groß / Volckreich / aber ohne Mawer / vnnd Thor / der Marckt nicht gepflastert / daran sehr schöne Häuser / vnd das Rahthauß stehen. Ein lustiger Ort / da die Augspurgische Confession getrieben wird: Gibt gleichwol auch Calvinisten da. Helt zween grosse Jahrmärckt; aber der Port ist jetzt schlecht. Die Graffen von Ost-Frießland haben vorhin ihr Begräbnüß da gehabt: Als aber Balthasar / Herr von Esens / Anno 1531. diese Statt / sampt zweyen Klöstern / vnnd der schönen Stattkirch zu S. André (die drey ansehenliche / vnd sehr hohe Thürne gehabt) abgebrandt / so ist Graff Enno, Anno 1540. zu Embden begraben / vnnd seiner Vorältern Gebein / von Norden / durch seine Wittib / in das stattliche Gräffliche Begräbnüß gebracht worden. Siehe Ubbonem Emmium, der diese Statt (so bey den Landtägen / als ein Stand / nach Embden / ihren Sitz hat) in seinem Buch de Frisa Orientali, p. 22. seqq. vnd obgedachter Kirch zu S. Andreas / lib. 12. Rer. Frisicar. p. 179. beschreibet.

Adamus Bremensis meldet / cap. 33. daß die Normanner [51] bey dem Dorff Nordwide in Frießland angeländet / daselbsten in Gegenwart deß heiligen Remberti, Bischoffs zu Hamburg vnnd Bremen / deß heiligen Ansgarn Nachfolgers / der Feinde 10377. von den Frießländern erschlagen worden seyen. Marcus Zuerius Boxhornius, hat für Nordwide gesetzt Nordwicum, damit er seinen Holländern diese Ehr zuschreiben möchte: Der aber deßwegen vom Hermanno Conringio, in exercitat. de Urbibus Germanicis, th. 89. angefochten wird; welcher sagt / daß vnter dem gedachten Wort / Nordwide / der Ost Friesen heutiges Oppidum Norda (so Johan. Angelius à Werdenhagen de Rebuspubl. Hanseat. part. 6. p. 18. Urbem Nordanam nennet) verstanden werde / wie solches auß der Histori der Ertzbischöffe zu Bremen / eines vnbenamsten Verfassers / erscheine; daselbsten in dem Leben deß heiligen Remperti, das Wort Norden / außdrücklich gelesen werde / welches Dorff (wie es / nämlich / damaln noch gewesen) auch vor Zeiten vnter der Bremischen Kirchen Bottmässigkeit gehöret habe / wie in den alten Bemerckungen vber den besagten Adam zufinden; auch das Norden vor Jahren einen herrlichen Port / oder Meerhafen / gehabt habe / wissend seye; welcher aber dem obgedachten Holländischen Flecken Nortwick ermangele. So schreibet hievon auch Joh. Isac. Pontanus lib. 4. rer. Danicarum p. 108. also: Alberti Stadensis Chronicon Norwidam, sive Nordwigam appellat. Unde perperam Hollandici Annales recentiores ad pagum mari vicinum, non procul Ledâ collocatum, quem Nordvicum Indigenae vocant, potius referendum existimant.