Wahlensagen im Voigtlande

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Wahlensagen im Voigtlande
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 21–24
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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[21]
618) Wahlensagen im Voigtlande.
S. v. Kellner, Wegweiser zu verborgenen Erzgängen etc. hinter s. Kurtzgefaßtes Berg- u. Salzwerks-Buch. Frkft. u. Lpzg. (Nordh.) 1702. S. 506. 514. 519. 507.

Wie aus dem Plauenschen Grunde bei Dresden und dem Erzgebirge hat man auch vom Voigtlande Mittheilungen aus sogenannten Wahlenbüchern. So heißt es z. B.:

Bei Zwickau liegt ein Dorf, heißt Rotenbach, daselbst soll ein Bach seyn, welcher Gold und Silber-Granatenstein führet. Item bei einem andern Dorfe, so eine Meile von Zwickau liegt, Namens Hartmanns-Grüen, findet man auch Körner, die sich fletschen lassen.

Item bei dem Dorfe Kohlstein, unweit Zwickau, stehet viel Erz von Kies und Glanz.

Item zur Neumark, anderthalb Meilweges von Zwickau, ist ein gut Gold-Seiffen und bricht auch Silber und Antimonium daherum.

Hinter Otten im Voigtlande auf der Kuttenheide gehe zu oder vor St. Peters-Capell bei 2 Ackerlänge, gegen dem Großleinwerts, so kömmst Du zu einem hohen Felsen, dabei ist nahe ein alter Glaßofen, und hat vor Zeiten eine Glaßhütte daselbst gestanden, da findest Du ein weiß Wasser gegen dem schwarzen Berge zu, darin sind gute Goldwasch-Körner enthalten, bißweilen als Erbsen und Bohnen groß.

Wilt Du allda nicht waschen, so gehe wiederum hinab zum Hirschberge, da kömmst Du zu einem abgeschnittenen Baume, von diesem Baume gehe eine Ackerlänge, so kömmst Du zu einer zwiefelichten Gabel, daselbst lege Dich nieder auf die Erde und höre, wo Wasser rauschet unter der Erden, räume das Moos daselbst weg, so auf Holz gegen Mitternacht zu gelegt ist, da wirst Du einen Ertzgang antreffen, welcher das herrlichste Gold führt. Von dannen gehe weiter auff dem Rasen fort gegen Mittag vom Holze an, da wirst [22] Du zu einem Brunnen kommen, in selbigem ist auch das schönste Gold enthalten. Von diesem Brünnlein gehe dem Wasser, das daraus entsteht, nach, so kommst Du an ein Steingewölb, da warte auff.

Item bei der Capellen unter den Fenstern gegen Mittage wirst Du eine Hand in einen Baum geschnitten finden, die weiset Dich nach der ziehnen Gabel, da kömmst Du zu einem Brünnlein, woraus die Zweyt (Zwodte) entspringt, dem Fluß gehe nach zu der ziehnen Gabel, daselbst suche, so wirst Du viel Gold finden.

Item wenn Du zur Kuttenheide, bei St. Peters Capell, bist, so frage nach St. Peters Brunn und gehe dem Flusse nach, bis er in einen andern Bach fällt, dann gehe förder und siehe Dich um, so findest Du ein Zeichen in einer Tanne und eines in einer Fichte, so nicht weit von einander stehen, derzwischen suche, da wirst Du einen Schacht finden, der ist verdeckt: mache denselben auf, so findest Du einen gelben Gang von gutem Gold-Erz, davon das Pfund 10 fl. gilt.

Item auf der Kuttenheide frage nach Weyher, ist eine Meile davon ein Dorf, daselbst liegt eine Mühle am Bach, ein Armbrust-Schuß weit davon zur linken Hand ist ein Felsen, darin bricht ein schöner Gold-Talk und sonst noch ein schwarz Ertz, das ist Marcasith.

Item am Schieferberg daselbst ist ein alter Stollen Hünerbach, da findet man auch gut Ertz und Körner.

Von Großlitz aus gehe über eine Wiese am Wasser hinauf und siehe Dich nach einer Buchen um, daran ein Kreuz gehauen ist, von derselben gehe eine Ackerlänge am Berge hinauff, so wirst Du eine sehr große alte Fichten finden und nahe darbey einen alten Stolln, darin ist ein Gold-Ertzgang, dessen Pfund ist vor 14 fl. verkaufft worden.

Item wenn man von Großlitz aus der Holen gehet, so kömmt man zu einem Fohrenbach, der fleußt kreutzweiß über den Weg; davon gehe zur rechten Hand hinauf so lange bis an die Quelle desselben Baches, daraus er entstehet, die [23] liegt auf einem hohen Berg und wirfft viel Sand aus, den sichere, so wirst Du schwartze Körner finden, die viel Gold halten, davon das Pfund 15 fl. gilt.

Zu Schöneck frage nach der Helle und gehe von dar um St. Johannis-Tag bei St. Peters-Capelle, der auffgehenden Morgen-Sonne gerad entgegen, bis zu Mittags 11 Uhr, so kommst Du auf eine weite Heide, da eitel Birken stehen, davon gehe zwei Steinwürfe gegen Mittag zu, so kömmst Du auf ein Gemöß bey einem Wässerlein, räume das Gemöß hinweg und grabe daselbst ein, so wirst Du einen großen Reichthum von Gold antreffen. Hanß König zu Olßnitz hat von einem Marcasith bey Schöneck zum Thalenstein stehend gesagt, das Gold halten soll.

Item im Holenstein, eine halbe Meile von Schöneck, ist ein Stollen, darin bricht ein Quarz, so weiß Gold-Ertz hält.

Von Bischoffsgrün gehe nach dem Steige der auf die Weißenstadt gehet, und wenn Du zu einem langen Holtze kommest, da fleußt ein Bach über den Weg, dann gehe den Bach zur rechten Hand herauff biß an seine Quelle, da er entspringt, nehmlich auß dem Schneeberg, da ist ein großer Brunnen, darin wasche, so findest Du schwartze Körner, deren Pfund 13 fl. gilt.

Item von Bischoffsgrün frage nach einem Bach, der Weißmann genannt, an demselben gehe wohl hinauff, so gelangest Du an einen Felsen, daran ist 1 oder 2 Kreuz gehauen, siehe Dich darbei um, so findest Du 3 Zeichen oder Plätze an einem Baum und unter demselben einen Schacht oder Stollen, der ist verdeckt und voller Ertz und noch nicht viel daran gearbeitet, das Ertz schmeltze nur bloß mit ein wenig Eisensinter in einer Schmiedeesse, darff sonst keines Zusatzes mehr und gehet ihm etwa der vierte Theil im Schmeltzen ab.

Moßbach. Gehe an den Bach, der Weißmann genannt, hinauf und siehe Dich um, so wirst Du ein Crucifix in einen Felsen gehauen finden, daselbst siehe Dich noch ferner um, so wirst [24] Du einer großen Tannen gewahr werden, in welche Buchstaben geschnitten, darunter ist ein Loch mit Eisen und Steinen verdeckt, mache das auf, so findest Du einen Goldgang und liegt ein Trog und Kratze darbey.

Ferner gehe von Moßbach auff Prebiß und von dannen gen Geissen zu dem Brunnen bei der alten Dorfstadt, da lieget zur rechten Hand eine alte Fichte, daselbst räume ein wenig auf, so findest Du eine Gruben als ein Keller, darin grabe oder schlage Stufen ab, so bekommst Du ein Ertz, das sehr gut ist und viel Gold hält. Röste, zeuch es zum Schlich und schmelze es, so wirst Du es erfahren.

Zwischen Reichenbach und Limbach an der egerischen Brücken frage nach dem Schneckengraben, daselbst sind viel Gruben und Schächte, in welchen ein Schieffer bricht. So findest Du auch quärzige Nieren, darin ein guter Marcasith, Kupfer und Gold enthalten sind. In diesem Schneckengraben zur rechten Hand in dem Gebirge gegen Mittag zu stehet ein Letten am Tage, darinnen findest Du auch einen schönen Marcasith, hübsch würfelicht und eckigt, als wenn er polirt wäre.