Wieder ein neuer Curir-Schwindel

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Textdaten
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Autor: Carl Ernst Bock
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Titel: Wieder ein neuer Curir-Schwindel
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 34, S. 544
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1868
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[544] Wieder ein neuer Curir-Schwindel. In einem rothen zugeklebten Couvert, auf dessen Außenseite gedruckt steht:

Der Keim des Todes oder des Menschen Lebensdauer, nach seiner kötperlichen und geistigen Beschaffenheit beurtheilt auf Grund 30jähriger Beobachtungen, Forschungen und Erfahrungen von einem Natur- und Menschenfreunde. Preis 5 Ngr. Dresden, Commissions-Verlag der Expedition des Colporteur.“

werden zwei Blätter versendet, von denen das eine Vorbemerkungen enthält, unter welchen jedenfalls die für den Verfasser wichtigste die ist, daß das zweite Blatt, das aus einem Fragezettel besteht, ausgefüllt, frankirt und unter Beifügung Eines Thalers an die Expedition des Colporteur in Dresden einzusenden ist. Die vorgelegten Fragen betreffen: Geschlecht, Alter, Verheirathung, Beschäftigung, etwaige Gebrechen, Statur, Sprache, Haar, Gesichtsfarbe, Nase, Mund, Augen, Stirn, Ohren, Kinn, Hände, Verdauung. Husten, Athem (übelriechend), Zähne, Gesichtsform, Temperament und geistige Function. – Hat man nun diese Fragen beantwortet und ist so dumm gewesen, einen Thaler eingeschickt zu haben, so erhält man in einigen Tagen einen mit „Anthropologus“ unterzeichneten kurzen Schreibebrief, welcher einige wenige diätetische, mehr oder weniger passende und unpassende Verordnungen enthält. Der Beantworter obiger Fragen scheint ein Kaltwasserquacksalber zu sein, denn Einhüllungen des Unterleibes mit nassen Tüchern und das Trinken frischen, guten Wassers spielen bei seiner Verordnung eine große Rolle. Wer der Thaler zu viele hat, kann sich übrigens ohne Nachtheil das kindliche Vergnügen machen und den in und aus dem Dunkeln curirenden Anthropologus um Rath fragen, aber ja nicht etwa ihm trauen und folgen.

Bock.