Zedler:Pleissenburg

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Pleissen, Pleißnerland

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Pleißner-Land

Band: 28 (1741), Spalte: 798. (Scan)

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Pleissenburg, heist das Schloß zu Leipzig an der Pleisse, so befestiget ist. In den vorigen Zeiten, stand solches vor dem Ranstädter-Thore, wo die Pleisse, davon es eben den Namen hat, und Barde zusammen flüssen, und hieß die alte Pleissenburg. Es ist davon noch heut zu Tage die Grundmauer zu sehen, und hat davon auch ein daselbst gelegenes Gäßlein den Namen der alten Burg, welches insgemein die alte Brücke ausgesprochen wird, überkommen.

Als im Jahre 1548 Churfürst Moritz zu Sachsen die vorher schon angefangene Erweiterung und Befestigung der Stadt Leipzig vom neuen vornahm, ließ er dieses Schloß, welches in der vorhergegangenen Belagerung hefftig zerschossen und übel zugerichtet worden, vollends einreissen, und darauf im Jahre 1551 die jetzige so genannte Pleissenburg, nach dem Mayländischen Schloß, wie Pfeiffer erinnert, zu bauen anfangen, welchen Bau sein Herr Bruder, Fürst August, vollendet.

Es haben sich mit selbigem viele Veränderungen zugetragen: denn im Jahr 1631 den 7 September, ward dasselbe von den Kayserlichen eingenommen, den 12 gedachten Monaths aber dem Churfürsten von Sachsen wieder eingeräumet. Doch als 1632 der Kayserliche General Holcke derselben nochmahls mit Schiessen und andern harten Drohungen hefftig zusetzte, kam sie den 23 October gemeldten Jahres wieder in Kayserliche Gewalt, wurde aber den andern December von Chur-Sachsen mit Accord wieder eingenommen. Im folgenden 1633 Jahre belagerte obgemeldter Holcke dieselbe noch einmahl, muste aber unverrichteter Sache wieder abziehen. Hingegen waren die Schweden 1642 in solcher Unternehmung glücklicher, indem ihnen selbiges, nach einer ausgestandenen harten Belagerung, den 26 November mit Accord übergeben wurde, welche es auch biß 1650 behalten, da es nebst der Stadt an Chur-Sachsen wieder abgetreten wurde. Die letzte Veränderung ereignete sich mit diesem Schlosse im Jahr 1706, da es den 18 September von den Schweden wieder besetzet, den 1 September des folgenden 1707 Jahres aber an Chur-Sachsen wieder überlassen wurde, bey dem es auch bisher geblieben.

Vogels Leipz. Annales.