Zweite Denkschrift über die Kaoline oder Porcellanerden, über die Natur und den Ursprung derselben

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Textdaten
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Autor: Alexandre Brongniart; Faustino Malaguti
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Titel: Zweite Denkschrift über die Kaoline oder Porcellanerden, über die Natur und den Ursprung derselben
Untertitel:
aus: Annalen der Physik und Chemie, Band LX
Herausgeber: Johann Christian Poggendorff
Auflage:
Entstehungsdatum: 1841
Erscheinungsdatum: 1843
Verlag: Johann Ambrosius Barth
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Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer: Georg Frick
Originaltitel: Sur le kaolins
Originalsubtitel:
Originalherkunft: Comptes rendus de l’Académie des sciences, Band 13
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[89]
IX. Zweite Denkschrift über die Kaoline oder Porcellanerden, über die Natur und den Ursprung derselben;
von Alexander Brongniart und Malaguti.

(Vorgetragen in der Königl. Academie der Wissenschaften in Paris am 11. October 1841. — Aus dem Französischen übertragen durch Frick, Geheimen Ober-Bergrath.)


In der ersten Denkschrift[1] über die Kaoline haben wir uns bemüht die charakteristischen Kennzeichen derselben festzustellen, über ihre Zusammensetzung bestimmtere Angaben als die bisher bekannten mitzutheilen, zu prüfen, aus welchem Minerale sie entstanden sind, ihr richtiges Verhältniß zu den Schichtungen der Erdrinde, ihr, in den sie einschließenden Gebirgsarten eigenthümliches Vorkommen, ihren beharrlichen Zusammenhang mit eisenhaltigen Gebirgsarten anschaulich zu machen, und endlich nach diesen Erfahrungen, aus welchen Geologen allein ihre Folgerungen ableiten sollen, einige theoretische Gedanken über die Bildung dieses Fossils aufgestellt.

Wir wollen in dieser zweiten Denkschrift die Ergebnisse der mit den Kaolinen zu Sevres angestellten chemischen Versuche, und die Betrachtungen, die sich daran anschließen, mit den früher aufgestellten Folgerungen vergleichen, um zu erfahren, ob auf beiden Wegen Beobachtungen und Erklärungen sich gegenseitig unterstützende Schlußfolgen gewähren. Zuletzt wollen wir mit der Prüfung schließen, ob nur allein aus dem Kaolin, diesem natürlichen Thonsilicat, wirkliche Porcellanmasse angefertigt werden kann, oder ob man solche eben sowohl [90] bereiten kann, wenn man die chemischen Bestandtheile derselben in denselben Verhältnissen zusammenmengt.


IV. Abschnitt.
Von der rationellen Zusammensetzung der Kaoline. Vergleichung der Bestandtheile des Feldspaths und des unauflöslichen Gehalts der Kaoline.
§. 1.

Um hinsichtlich der Kaoline und ihrer Entstehung in einem folgerechten Ideengang zu bleiben, haben wir zunächst unsere Aufmerksamkeit auf diejenigen Feldspathe wenden zu müssen geglaubt, deren Vorkommen und Lagerung vollständig bekannt, eine Annäherung zwischen ihrer Zusammensetzung und der solcher Kaoline, die durch ihre geognostische Stellung von ihnen herzurühren scheinen, erlauben könnten.

Das chemische Verfahren bei diesen Feldspath-Analysen bestand darin, sie mit Flußspathsäure zu behandeln und den Kieselerdegehalt durch eine besondere Arbeit mit einem Gemenge von kohlensaurem Natrum und Kali zu bestimmen. Der zweite Theil der Arbeit bezweckte nicht allein, den Kieselerdegehalt genau zu bestimmen, sondern auch den Alaunerdegehalt zu berichtigen. Die Tabelle 1 A enthält übersichtlich die Ergebnisse der chemischen Analyse von acht gut krystallisirten Feldspathen. — Sieben derselben haben fast dieselben Zusammensetzungen, oder die Verhältnisse in Bezug auf den Sauerstoff der Kieselsäure und auf den Sauerstoff des Aluminium- und Kali-Oxyds sind in ihnen zum wenigsten dieselben.

Nur der Feldspath No. 6 von Dixon Place zeigt eine abweichende Zusammensetzung. In ihm ist das Verhältniß des Sauerstoffs der Säuren gegen die Basen wie 1:2, statt daß es bei den andern wie 1:3 ist.

Wenn man in der Tabelle No. 1 B die Bestandtheile [91] der Kaoline, deren Lagerung mit einer großen Anzahl der analysirten Feldspathe identisch zu seyn scheint, vergleicht, so findet man, daß fünf von sechsen dieselbe definitive[2] Formel geben, und daß, wenn das sechste eine abweichende eigenthümliche Formel giebt, der Feldspath, mit welchem man dasselbe vergleicht, ebenfalls eine ganz abweichende Zusammensetzung hat.

Mögen dann auch die absoluten Verhältnisse der Bestandtheile der Kaoline seyn welche sie wollen (ein Gegenstand, auf welchen später zurückgegangen werden wird), so sieht man doch schon jetzt ein, daß sie stets übereinstimmend sind, daß die Ursache, aus welcher diese Uebereinstimmung entsteht, stets dieselbe seyn muß, und daß sie in fünf Fällen unter sechsen genau diejenige ist, die man in der ersten Denkschrift festzustellen versucht hat.

§. 2.

Nachdem in den Tabellen 1 A und B der reinste Feldspath mit dem Kaolin, welcher sich von demselben herzuschreiben scheint, verglichen worden ist, wollen wir den schon in der Zersetzung begriffenen Feldspath mit dem Kaolin vergleichen, von welchem man annimmt, daß es völlig zersetzter Feldspath sey. Wir waren so glücklich Probestücke von nachfolgenden Feldspathen zu besitzen, die die verlangte Beschaffenheit haben.

1) Feldspath, Mondstein genannt, dessen man sich zu Kandy auf der Insel Ceylon zu Schmucksachen bedient. Das vorhandene Probestück zeigte an einem und demselben Exemplare (a) Feldspath durch eine anfangende Zersetzung zerreiblich, aber noch durchscheinend und vollständig krystallisirt, (b) denselben Feldspath, der mit einem völlig perlmutterartigen Glanz eine größere Zerreiblichkeit Und eine milchweiße Farbe angenommen hatte, und (c) denselben Feldspath, ganz verändert [92] und in eine weiße, erdige, mit Quarz gemengte Masse verwandelt.

2) Einen ganz veränderten unreinen Feldspate, aber von sehr bestimmter Form, von Bilin in Böhmen.

3) Einen halbzersetzten Feldspath, der aber doch noch die blättrige Textur zeigte, von Aue bei Schneeberg in Sachsen.

Aus dem Probestück ad 1 sind die drei verschiedenen Veränderungen des Feldspaths a, b, c sehr sorgfältig geschieden und getrennt, und jede für sich chemisch untersucht worden. Für a und b ist bei der Analyse dasselbe Verfahren angewendet, wie bei den Feldspathen in der Tabelle 1, jedoch mit der Vorsicht, daß wir b, welches schon etwas zersetzt war, bevor wir es der Analyse unterwarfen, nach einander mit kochender Schwefelsäure und mit Kali behandelten, um eine geringe Menge thonartiger Masse fortzuschaffen. Die weiße erdige Masse des Probestücks 1 c ist auf dem für alle Kaoline angenommenen rationellen Wege analysirt worden, wie er in der ersten Denkschrift angegeben ist; ein Verfahren, welches wir später beschreiben werden.

Die Resultate dieser Analyse enthält die folgende Tabelle[WS 1]:

Kieselerde. Alaunerde. Kali. Kalkerde. Bittererde. Wasser und Verlust. Summe.
a) Feldspath, Mondstein genannt, im Zustande anfangender Zersetzung, aber noch durchscheinend 64,00 19,34 14,81 00,42 00,20 1,14 100
b) Feldspath, Mondstein genannt, noch stärker zersetzt, milchweiß mit perlmutterartigem Glanz 67,10 17,83 13,50 00,50 Spuren 1,00 100
c) Feldspath, Mondstein genannt, im Zustand völliger Zersetzung, als weiße erdige Masse, mit Quarzkörnern gemengt 09,60 19,30 12,63 01,32 56,79 0,96 100

[93] Die Identität der Zusammensetzung von a und b ist nicht in Zweifel zu stellen, und der geringe Unterschied, den die Analyse zeigt, liegt in dem durch die Loupe leicht erkennbaren Quarzgehalt von b.

Die wirklich thonerdige Masse des Probestücks c, die man hier, nicht allein nach ihrem äußeren Ansehen, sondern auch nach ihrer chemischen Eigenschaft, durch Spuren angegriffen zu werden, gleich als solche angenommen hat, zeigt eine sehr eigenthümliche Zusammensetzung, wenn man sie mit der gewöhnlichen Zusammensetzung der kaolinartigen Thonerde vergleicht; denn während diese mehr Kieselerde als Thonerde zu enthalten pflegt, so enthält c weit mehr Thonerde als Kieselerde.

Die Masse des zweiten Probestücks, das heißt der Feldspath von Bilin in Böhmen, ist geschlämmt worden. Man hat nur das Feingeschlämmte der Analyse unterworfen, und sie durch die aufeinanderfolgende Anwendung der Säuren und der Alkalien ausgeführt. Sie hat folgendes Resultat gegeben:

Kieselerde 62,23
Alaunerde 5,03
Eisenoxyd 4,29
Mangan 3,42
Kalkerde 1,55
Bittererde und Kali 1,60
Wasser 11,95
Rückstand 8,39
Verlust 1,54
100,00.

[94] Es ist einleuchtend, daß das Analysirte kein Thon war. Die Masse war unbezweifelt aus Feldspath entstanden, von welchem sie auch noch das Gefüge hatte; aber die Art der Zersetzung desselben ist ganz eigenthümlich, und kann weder mit der des Mondsteins, noch mit der des Feldspaths von Aue, wie wir gleich zeigen wollen, verglichen werden.

Der Rückstand vom Schlämmen des Biliner Feldspaths war so ungleichartig gemengt, daß eine chemische Analyse desselben unnütz gewesen wäre. Wahrscheinlich ist dieser Feldspath durch eine der in unserer ersten Denkschrift erwähnten allmäligen Umbildungen so abgeändert, die, wenn sie vollständig wäre, den Feldspath durch Speckstein, Sand oder Zinnoxyd ersetzt hätte.

Der halbzersetzte Feldspath von Aue bei Schneeberg im dritten Probestück fand sich wie folgt zusammengesetzt:

1) Thonerdige, durch Säuren auf lösliche Bestandtheile 14,46
2) Rückstand, auf welchen die Säuren nicht einwirken 85,54
100,00

Zusammensetzung von No. 1:

Kieselerde 48,13
Alaunerde 34,57
Wasser 13,55
Erdige und alkalische Basen 5,11
101,36.

Zusammensetzung von 2:

Kieselerde 66,00
Alaunerde 17,59
Kali 15,00
Kalkerde 0,40
Bittererde 0,38
Verlust 0,63
100,00.

[95] Der in Säuren unauflösliche Theil des halbzersetzten Feldspaths von Aue ist unstreitig Feldspath, den man sogar für rein annehmen kann. Dahingegen nähert sich der in Säuren auflösliche Theil desselben der Zusammensetzung gewisser Kaoline, die in der Generaltabelle der ersten Denkschrift eingetragen sind, und die sich wesentlich von dem erdigen Theile des Mondsteins unterscheiden, weil dieser mehr Thonerde als Kieselerde und die ersten mehr Kieselerde als Thonerde enthalten.

Wenn man nun, um eine allgemeine Ansicht festzustellen, die Zusammensetzung dieser erdichten Substanzen, die unbezweifelt vom Feldspath entstanden sind, in chemischen Formeln ausdrücken will, so findet man die erdichte Substanz aus dem Mondstein und die aus dem Feldspath von Aue [3].

Kann man anzunehmen Bedenken tragen, daß der sich zersetzende Feldspath nicht jedesmal gleiche Verbindungen eingeht? und daß sich, wenn man das Ergebniß der Analyse des Biliner Feldspaths berücksichtigt, derselbe nicht jederzeit in kieselsaure Thonerde verwandelt?

Man wird bemerken, daß wenn die Kaoline geradezu, wie sie die Natur giebt, der chemischen Analyse unterworfen worden, man, statt feststehende klare Ergebnisse zu erhalten, nur die Ungewißheit vermehrt hätte, und getnöthigt wäre, zur Erklärung der Thatsachen mehr oder minder wahrscheinliche Voraussetzungen und Folgerungen zu Hülfe zu nehmen. — Dieß hat uns bewogen auf die chemische Untersuchung durch die sogenannten rationellen Analysen zurückzugehen, die wir so viel wie möglich auf die mit den Thatbeständen übereinstimmendste [96] Weise erklären wollen, und daraus dann, wenn auch nicht entscheidende Folgerungen (denn dem stellt sich die Natur des Gegenstandes entgegen), doch solche Folgerungen ableiten wollen, die die Kenntnisse über diesen Gegenstand erweitern.

§. 3.

Empirische Analyse eines Kaolins ist eine solche, die mit der mehr oder minder feingeschlämmten Masse desselben angestellt wird. Da die Masse aus einem Gemenge von wirklichem Thon, aus feinen Theilen der zersetzten Gebirgsart und aus feinem Quarz gemengt ist, so führt ihre chemische Analyse zu keiner wissenschaftlichen Erklärung ihrer Zusammensetzung. — Dadurch, daß ein Verfahren aufgefunden worden ist, diese verschiedenen Gemengtheile des Thons zu trennen, und von jedem, getrennt, die chemischen Bestandtheile aufzufinden, ist in der Analyse der Thonarten ein wirklicher Fortschritt gemacht. Dieß Verfahren wird rationelle Analyse genannt, und besteht darin, den beigemengten Thon durch wechselweise Behandlung nach einander mit kochender Schwefelsäure und Alkalien aufzulösen. Sie lösen die kieselsaure Thonerde, das ist, den eigentlichen Thongehalt, auf, wirken aber nicht auf die beigemengten zerfallenen Gebirgsarten, den Feldspath, Quarz etc. Die saure Auflösung enthält die Thonerde und die mehr oder minder grosse Menge der Basen. Die alkalische Auflösung hingegen enthält die Kieselerde, die damit verbunden gewesen ist. — Nachdem man die sauren Auflösungen durch Eindampfen vom Säureüberschuß befreit hat, so schlägt man die Thonerde durch Schwefelwasserstoff-Ammoniak nieder und sucht in der Flüssigkeit die begleitenden Basen auf. Die Kieselerde wird aus der alkalischen Auflösung durch die bekannten Verfahren geschieden.

Indem wir in wissenschaftlicher Hinsicht die rationellen Analysen über die empirischen stellen, so halten wir ihre Ergebnisse doch nicht zureichend, um darauf [97] strenge chemische Formeln zu begründen. Wenn man die Tabelle 2 betrachtet, so sieht man, daß von 31 kaolinartigen Thonerden nicht mehr als 3 sind, die nicht, außer ihrem Alaunerdegehalt, noch Kalkerde, Bittererde, Kali oder Natron enthalten, und die Quantität dieser letzteren Bestandtheile schwankt zwischen 9,17 und 0,50 auf 100 Alaunerde. Forchhammer’s chemische Analysen geben zu denselben Betrachtungen Veranlassung. — Wenn nun die Quantitäten dieser dem Thon fremdartigen Basen nicht anders als im Zustande von Silicaten darin enthalten seyn können, so giebt die durch die Analyse ausgeschiedene Kieselerde nicht allein die Menge an, welche mit der Alaunerde, sondern auch mit den sie begleitenden Basen verbunden gewesen ist. Welchen Weg soll man nun einschlagen, um diese verschiedenen Quantitäten zu trennen? — Es giebt keinen Weg, die Quantitäten der Kieselerde zu bestimmen, welche mit der Alaunerde und welche mit den begleitenden Basen verbunden gewesen ist, und daher wird, ungeachtet der unläugbaren Ueberlegenheit der rationellen Analyse, doch immer eine große Unsicherheit in den Ergebnissen bleiben, die uns nöthigt bei Schlußfolgerungen sehr vorsichtig zu seyn, was wir im ferneren Verlauf dieser Denkschrift zu thun bemüht seyn werden.

§. 4.

Wenn nun die rationelle Analyse im Allgemeinen nicht dahin führt, sich von der absoluten Zusammensetzung der Thone einen klaren Begriff zu machen, so könnte man glauben, daß eine vergleichende Untersuchung der darin eingemengten Fossilien oder, mit anderen Worten, die Untersuchung der Bückstände von großen Nutzen seyn dürfte, um die Frage über die Entstehung der Kaoline mit Erfolg zu lösen oder zu prüfen.

Daß die Kaoline aus der Zersetzung einer Gebirgsart entstanden sind, ist unbezweifelt; wahrscheinlich müßten daher die unzersetzten Trümmer der Fossilien, welche [98] sich mit dem Kaolin gemengt finden, der ursprünglichen Gebirgsart angehören, aus welcher dasselbe entstanden ist. — Nichts würde aber zu gewagteren Schlüssen führen, als die Untersuchung dieser quarzreichen zusammengesetzten Substanzen, die wenig oder gar nichts von der Gebirgsart enthalten, aus welchen das Kaolin entstanden ist. Selbst durch die Untersuchung großer Massen würde sich die Frage wenig anders gestalten. Durch sehr sorgfälliges Schlämmen könnte man allerdings noch eine große Menge beigemengten feinen Quarzes ausscheiden: der Rückstand würde aber stets bei der Analyse zweifelhafte Resultate gewähren, die höchstens erlauben würden gewagte Voraussetzungen zu machen. Dabei würde stets die Frage seyn, ob der Rückstand eines kaolinartigen Thons, die Gebirgsart, aus welcher er entstanden ist, zeigte, oder ob er nicht vielmehr das Fossil zeigte, welches in der ursprünglich zersetzten Gebirgsart nicht zugleich mit zersetzt worden ist. Weil man in den Rückständen des Kaolins Quarz und Glimmerblättchen findet, darf man nicht gleich annehmen, daß er aus der Zersetzung des Gneus entstanden ist, indem Alles zu der Annahme berechtigt, daß er aus dem Schriftgranit (Pegmatit), von welchem große Massen stets Glimmerblättchen enthalten, herstammt.

Da die Untersuchung der 31 verschiedenen Rückstände im großen Maaßstabe, eine beschwerliche und lange Arbeit erfordert, und nur sehr zweifelhafte Ergebnisse gewährt hätte, so ist sie unterlassen worden.

§. 5.

Die dritte Tabelle enthält die Zusammensetzung der wirklichen kaolinartigen Thone, nachdem fremdartige beigemengte Körper davon geschieden sind, und die unmittelbaren Formeln, durch welche sie bezeichnet werden. Schon früher §. 3 haben wir uns über den Werth dieser Formeln ausgesprochen, und wir theilen sie nur mit, um die Schwierigkeit zu zeigen, zwischen sich so sehr [99] nähernden Formeln, eine wirkliche Verschiedenheit auszudrücken. Dessen ungeachtet haben von 31 kaolinartigen Thonsorten 24, so zu sagen, ein gemeinschaftliches Band in ihrem Wassergehalt gegen den in ihnen zur Einheit angenommenen Alaunerdegehalt. — Wenn es daher möglich ist unter der Menge von Kaolinen von so verschiedenartiger Zusammensetzung eine Annäherung aufzufinden, so ist es unter den 24, in welchen die Alaunerde zum Wasser in einem Verhältniß wie 1:2 steht. — Unter diesen 24 sind 19 (siehe in der Tabelle No. 3 die mit einem Stern bezeichneten), deren Verschiedenheit der Bestandtheile nicht so beträchtlich ist (mit Rücksicht auf die Natur derselben und auf die Bemerkungen in §. 3), um, ungeachtet der verschiedenen Formeln, sie entschieden zu trennen. Wenn man außerdem durch ein geeignetes Mittel dahin gelangen könnte, diese Verschiedenheiten zu verringern oder verschwinden zu machen, so glauben wir, daß man in chemischer Hinsicht diese zahlreiche Gruppe als ihrer Natur und ihrem Herkommen nach identisch annehmen kann, unbeschadet der Einwürfe einer ausschließlich geognostischen Ordnung. — Wenn man Gründe hat, die Natur zweier verschiedener Körper nach ihren äußeren Eigenschaften oder nach ihrer Zusammensetzung zu vergleichen, so nimmt man seine Zuflucht auf die Gegenwirkungen, die sie unter gleichen Umständen auf gewisse Agentien zeigen. Wir haben daher so geschlossen: angenommen, daß die 19 Kaoline drei oder vier verschiedene Arten von kieselsauren Alaunerdeverbindungen zeigen, und wir sie mit einem und demselben Agens, wie eine Kaliauflösung von gleicher Stärke ist, behandeln, und die Zeit, die Temperatur, die Mengen, mit einem Worte, alle Umstände dieselben sind, wir in dem Verhältniß Kieselerde und Alaunerde auflösen werden, wie dieselben in Bezug auf die kieselsaure Alaunerde, zu der jene beiden Substanzen gehören, abweichend zusammengesetzt sind. Wir haben [100] darauf gerechnet, daß eine solche Behandlung weder auf den Quarz, noch auf die Ueberreste zerfallener Gebirgsarten, mit welchen die Kaoline gemengt zu seyn pflegen, einen Einfluß ausüben können, und daß die Wirkung sich nur allein auf den wahren Thon beschränken würde.

Aber gleich bei unseren ersten Versuchen auf diesem Wege haben wir eine Erscheinung bemerkt, welche die Wirksamkeit des von uns beabsichtigten Verfahrens vernichtete, aber hinreichend war, die gestellte Frage auf eine seltsame Weise zu vereinfachen. — Wir bemerkten nämlich, daß, wenn man einen kaolinartigen Thon 1 oder höchstens 1 Minute mit einer wäßrigen reinen Kaliauflösung von 1,075 Stärke sieden läßt, eine gewisse Menge Kieselerde ohne Spur von Alaunerde aufgelöst wird. Wenn man dieses Verfahren bei einer großen Menge kaolinhaltiger Thonerden, und im Verhältniß ihrer Menge zu ihrem wirklichen Thongehalt anwendet, so gelangt man mit wenigen Ausnahmen dahin, so viel Kieselerde fortzuschaffen, daß die früheren Formeln für die Bestandtheile merklich verändert sind, und daß sie in den mehrsten Fällen einen sehr einfachen und übereinstimmenden Ausdruck annehmen. Die so abgeänderten Formeln nennen wir definitive Formeln.

Wir haben vorzugsweise die 24 Kaoline, in welchen das Verhältniß der Alaunerde zum Wasser constant ist, so behandelt. Die Versuche und Ergebnisse sind in der Tabelle No. 4 aufgeführt. Diese Tabelle zeigt, daß von den 24 Kaolinen, durch Behandlung mit schwacher Kaliauflösung, sechszehn so viel Kieselerde verloren haben, daß man sie füglich alle durch die Formel bezeichnen kann, wohlverstanden, wie wir zum öfteren erwähnt haben, wenn man es nicht zu strenge in Bezug auf die gefundenen Bestandtheile und die daraus hergeleiteten Formeln nimmt. Die andern acht Kaoline haben durch die Behandlung mit schwacher Kaliauflösung nicht so viel Kieselerde verloren, daß sich ihre Formeln ändern sollten, oder wenn sie sich [101] geändert haben, so ist es auf eine von der Mehrzahl verschiedene Weise gewesen. Fügen wir noch hinzu, daß wenn die sieben Kaoline, welche die ganze Reihenfolge der analysirten vervollständigen, und in welchen der Gehalt von Alaunerde gegen den Wassergehalt nicht wie 1:2 ist, fast alle bei der Behandlung mit Kali (siehe Tabelle 5) Kieselerde verloren haben, wir auf die allgemeine Erscheinung aufmerksam machen müssen, daß die Kaoline, und wahrscheinlich auch alle übrigen Thonarten, Kieselerde weder als Quarz noch im Zustand von Silicaten enthalten. Man könnte dieß als eine Folge der Zersetzung des kaolinartigen Thons durch das Kali annehmen, eine Ansicht, die aber nicht wahrscheinlich ist und nicht von uns getheilt wird.

§. 7.

Wenn man auf die Tabelle No. 1 zurückgeht, in welcher man die Bestandtheile der Kaoline und der Feldspathe, die zusammen vorkommen, vergleichen kann, wenn man dabei die in der ersten Denkschrift aufgeführten Ergebnisse der Tabelle über die geologische Vertheilung der Lagerstätten der Kaoline zu Rathe zieht, so bemerkt man, daß die größere Menge von Kaolinen von gleicher Zusammensetzung, , ein und denselben, vorzüglich feldspathartigen, Lagern angehören, und gleichen Ursprung zu haben scheinen.

Allerdings kommen in diesen Lagern auch Kaoline vor, die von der eben bemerkten allgemeinen Zusammensetzung derselben abweichend sind, aber ihre Anzahl ist beschränkt, und für den größten Theil ist die Abweichung in der Zusammensetzung nicht bedeutend, wie die definitiven Formeln für die Kaoline von Pieux, von Louhossoa, von Sosa u. s. w. gegen die von Limoges, von Aue, von Sedlitz u. s. w., bei der Vergleichung zeigen, so daß man fragen könnte, ob die Abweichung von der Mehrzahl in der Schwierigkeit der Untersuchung oder in ihrer eigenthümlichen Natur liegt.

Wir wollen versuchen auf unsere Weise die chemischen [102] Erscheinungen zu erklären, welche die Umänderung des Feldspaths herbeiführen.

Die gewöhnliche Zusammensetzung des Feldspaths ist . Welches nun auch die Ursache seiner Zersetzung ist, so nehmen wir an, er verändere sich in (wirklichen Thon) und . Nach bestimmten Erfahrungen ist das Kalisilicat nicht auflöslich, es wird aber auflöslich, sobald es sich durch eine fortdauernde Zersetzung in und in verwandelt. Das Silicat , was auch nach Forchhammer’s Erfahrungen auflöslich ist, wird durch das Wasser fortgeführt und bleibt gemengt mit dem Thon . Ganz auf dieselbe Weise wie zusammengesetzte Substanzen in zwei einfache zusammengesetzte Substanzen durch elektrische Strömungen zerlegt werden, und sich später unter gleichem Einfluß abermals zersetzen; eben so kann die elektrische Thätigkeit (die wir schon früher als die wahrscheinliche Ursache der Zersetzung des Feldspaths angenommen haben) zunächst auf die Zersetzung des Feldspaths und später auf die Zersetzung der Producte derselben eingewirkt haben. Ohne auf diese Ansicht eine größere Wichtigkeit zu legen, als eine Theorie über einen solchen Gegenstand verdient, so wollen wir doch bemerklich machen, daß diese Ansicht auf eine leichte Weise viele Erscheinungen erklärt.

Der Kieselerdegehalt, welcher sich mit der Thonerde im gallertartigen Zustand gemengt findet, kann nicht beständig seyn wegen der auflösenden Kraft des Wassers auf denselben. Dadurch erklären sich die so verschiedenartigen Zusammensetzungen der Kaoline, die durch Behandlung mit kaustischem Kali auf eine übereinstimmende Zusammensetzung zurückgeführt werden können. Dadurch erklärt sich auch, warum die chemische Untersuchung ein und desselben Kaolins, zu verschiedenen Zeilen, durch verschiedene Chemiker nicht ein und dieselben Ergebnisse gewährt hat, und warum ein Kaolin von der Normalformel ( oder ), wie das von [103] Oporto, nichts durch die Behandlung mit Kali verliert, während ein anderes Kaolin, von fast gleicher Zusammensetzung, wie das von Wilmington, durch die Behandlang mit Kali Kieselerde verliert, und bei ihm die Einfachheit der Formel daher verloren geht. Im ersten Fall (Oporto) hat sich die Thonerde, durch die Einwirkung des Wassers oder durch eine andere Ursache, eines Theils der beigemengten Kieselerde entledigt, während im anderen Fall (Wilmington) der eigentliche Thon, von einer eigenthümlichen Natur und von eben so eigenthümlichem oder auch von gewöhnlichem, durch besondere Einwirkungen zersetzem Feldspath herrührend, durch eine gewisse Menge gelatinöser Kieselerde versteckt wird, die durch die secundäre Zersetzung irgend eines Silicats entstanden ist.

Durch die angeführten Thatsachen und Bemerkungen wird eine von Berthier vor langer Zeit ausgesprochene Ansicht über die normale Zusammensetzung der Kaoline bestätigt. Er hatte angenommen, daß der sich zersetzende Feldspath kieselsaure Thonerde bilde, die sich mehr oder weniger der Formel nähere. Wir glauben die Richtigkeit dieser von uns getheilten Ansicht hier bewiesen und durch Versuche bestätigt zu haben.

Ueber die wirkliche Zusammensetzung der Kaoline können wir aus den aufgestellten Thatsachen, Versuchen und Betrachtungen die folgenden Schlüsse ziehen:

1) Die regelrechten Kaoline, wie sie die Natur giebt, und nur durch Schlämmen von fremdartigen groben Beimischungen befreit, sind ein Gemenge von kaolinartigem Thon und von einem in Säuren und Alkalien unauflöslichen Rückstand aus den Silicaten der verschiedenen Basen.

2) Der kaolinartige Thon wird durch die aufeinanderfolgende Behandlung mit Schwefelsäure und kaustischem Kali von diesem Rückstand befreit; das ist, durch das Verfahren, welches wir rationelle Analyse benannt haben.

[104] 3) Der kaolinartige Thon ist eine Verbindung von Kieselerde, Alaunerde und Wasser in bestimmten, sich fast jederzeit gleich bleibenden Verhältnissen, die man durch eine unveränderliche Formel, die wir unmittelbare Formel (formule immediate) nennen, bezeichnen kann.

4) Viele dieser kaolinartigen Thone enthalten aber einen Ueberschuß von freier Kieselerde, die sich durch eine geeignete Behandlung in kaustischem Kali auflösen, und vollständig von dem wasserhaltigen Alaunerdesilicat, aus welchem das wahre Kaolin besteht, abscheiden läßt.

Das wasserhaltige Alaunerdesilicat giebt eine einfachere und allgemeinere Formel: , welche wir eine formule definitive nennen.

5) Diese freie Kieselerde im kaolinartigen Thone, nicht gebunden an das Kaolin und durch die oben angegebenen Mittel von demselben geschieden, kann einer elektrischen und allmäligen Zersetzung des Feldspaths zugeschrieben werden, die denselben zuerst in Kaolin-Thon, , und in unauflösliches kieselsaures Kali, , und dann durch eine abermalige Zersetzung in auflösliches Kalisilicat, , und in Kieselerde, , verwandelt hat, welche mit dem Thon gemengt bleibt.

6) Endlich, dass die Verschiedenheit der Mengen dieses Ueberschusses von Kieselerde in den einzelnen kaolinartigen Thonsorten einer späteren Einwirkung der Tagewasser zugeschrieben werden kann, welche eine größere oder geringere Menge dieser auflöslichen freien Kieselerde fortgenommen haben.


V. Abschnitt.
Erfahrungen und Theorien über die Bildung des Kaolins.
§. 1.

Wir haben in der ersten Denkschrift geäußert, daß die Feldspathe durch die Volta’sche oder Contact-Elektricität [105] zersetzt seyn könnten. Diese Idee war bei dem Einen von uns (Brongniart) durch eine Denkschrift des bekannten Chemikers Gehlen in München über die Kaoline von Passau veranlaßt worden.

Fournet, in seiner Denkschrift über die Zersetzung von Mineralien vulkanischen Ursprungs, schreibt die Zersetzung des Feldspaths zunächst seiner Neigung zum Dimorphismus zu, die beim Erkalten den Aggregatzustand verändert habe, und die dann, durch den als Folge des Contactes von Gebirgsarten verschiedener Natur entstandenen elektrischen Einfluß, vollendet worden sey.

Diese Hypothesen sind durch die Beobachtungen über die Lagerung dieses Fossils, die in der ersten Denkschrift über die bemerkenswerthen Umstände beim Vorkommen der Kaoline angeführt sind, wohl unterstützt, zu welchen wir auch die beständigen Beziehungen rechnen, in welchen die Kaoline zu eisenhaltigen Gebirgsarten stehen, Beziehungen, welche glauben lassen, daß der Feldspath, schon früher elektrischen Einflüssen unterworfen, sich in den zu seiner Zersetzung günstigen Verhältnissen befunden habe, ohne Rücksicht auf die Ursachen, welche diese großen Systeme in Thätigkeit gesetzt haben.

Es erschien uns wichtig durch Versuche die aus den Beobachtungen gefolgerten Vermuthungen zu bestätigen, und zu sehen, ob sich der Feldspath durch einen elektrischen Strom zersetzen lasse. Wir haben zwei verschiedene Versuche, um dieß zu erfahren, angestellt.

Beim ersten Versuch haben wir uns einer Batterie von 250 Plattenpaaren von 55 Millimet. im Quadrat, und beim zweiten einer Batterie von 300 Plattenpaaren, geladen mit einer Auflösung von Kupfervitriol, bedient. Zu jedem Versuch wurden 5 Grm. des reinsten Feldspaths verwendet. — Die Flüssigkeit, welche zum Schließen der Kette, verwendet wurde, war eine schwache Salmiakauflösung, und der Versuch hat nie länger als sechs Stunden gedauert.

[106] Beim ersten Versuch hatten sich 0,098 Grm. Feldspath in 0,030 Grm. Alaunerde und Kali, welche in der Flüssigkeit aufgelöst waren, und in 0,068 Grm. Kieselerde, die mit dem unzersetzten Feldspath gemengt waren, verändert.

Beim zweiten Versuch wurden 0,159 Grm. Feldspath zersetzt, und 0,054 Grm. Thonerde und Kali in der Flüssigkeit, und 0,105 Grm. Kieselerde beim unzersetzten Feldspath erhalten.

§. 2.

Auch durch einen sehr schwachen elektrischen Strom ist die Zersetzung vollständig gelungen.

In eine U-förmig gebogene Glasröhre wurde reines Feldspathpulver geschüttet und so viel destillirtes Wasser darauf gegossen, daß jeder Schenkel der Röhre bis zu drei Centimetern vom Rande damit angefüllt war. In dem einen Schenkel wurde ein kleines Kupferplättchen, in dem andern ein solches Zinkplättchen aufgehangen. Beide Plättchen wurden durch einen dünnen Draht verbunden, der durch die Korkstöpsel ging, mit welchen beide Schenkel verschlossen waren. Nach vierzehn Tagen erschien die Flüssigkeit im Zinkschenkel getrübt, während die im Kupferschenkel klar blieb. Dieser Unterschied zeigte sich fortdauernd, bis man etwa nach zwei Jahren den Apparat öffnete. Die klare Flüssigkeit im Kupferschenkel war stark alkalisch, schäumte mit Säuren und enthielt nur kohlensaures Kali[4]. Die Flüssigkeit im Zinkschenkel war neutral, und die weiße Masse, [107] durch welche sie getrübt war, und die zum Theil an der Wand der Glasröhre als eine körnichte Kruste festsaß, war in einer Kaliauflösung vollständig löslich, aus welcher sie durch die bekannten Mittel als Kieselerde und Alaunerde ausgeschieden wurde. Ob beide Erden als Silicat verbunden gewesen sind, darüber haben wir bei der geringen Ausbeute keine gründliche Untersuchung anstellen können. Aber die Hauptsache, die wir feststellen wollten, die Zersetzung des Feldspaths durch die Elektricität, ist durch die Versuche vollständig erwiesen.

§. 3.

Es ist auch von uns versucht worden den Feldspath durch Wasserdämpfe von einer hohen Temperatur zu zersetzen. Forchhammer hält dieß für möglich, und behauptet es versucht zu haben. Uns ist der Versuch nicht gelungen, wir wollen aber unser Verfahren hier beschreiben.

Etwa 50 Grm. feingepulverten Schriftgranit (Pegmatit) wurden in einen Glaskolben von solcher Form gethan, daß wohl die Wasserdämpfe, aber nicht Wasser in denselben eindringen konnten. Der so gefüllte Kolben wurde in den oberen Theil eines Dampfmaschinenkessels der chemischen Productenfabrik von Payen zu Grenelle befestigt. — Er blieb ungefähr zwei Monat an dieser Stelle dem Druck von zwei Atmosphären ausgesetzt, und wurde dann herausgenommen. Der Pegmatit, der im Wasser nicht plastisch wird, war durch die Wasserdämpfe in einen sehr plastischen Brei verwandelt, woraus man auf eine vollständige Zersetzung hätte schließen können. Die chemische Untersuchung zeigte aber das Gegentheil. Man verfuhr dabei wie folgt. Die Masse wurde mit destillirtem Wasser ausgesüßt und die Aussüßwasser im Dampfbade eingetrocknet. Sie hinterließen keinen Rückstand. Wenn dennoch eine Zersetzung stattgehabt haben sollte, so waren die Producte derselben zum wenigsten in Wasser, nicht auflöslich. Um sich [108] zu überzeugen, ob sich nicht etwa Hydrate gebildet hätten, setzte man etwas von diesem Brei, der im luftleeren Raum getrocknet war, einer sehr hohen Temperatur aus, es fand aber dabei kein Gewichtsverlust statt. — Etwas von diesem, bei einer Temperatur von +100° getrockneten Brei behandelte man, nun mit Schwefelsäure und dann mit Kali, und um sich über die Richtigkeit der Ergebnisse zu vergewissern, behandelte man ganz auf dieselbe Weise zwei Mal von demselben Pegmatit, der aber nicht der gemeinschaftlichen Einwirkung der Wasserdämpfe, des starken Drucks und der hohen Temperatur ausgesetzt gewesen war. — Die Resultate waren in allen Fällen dieselben, das Kali, wie die Schwefelsäure hatten weder von dem einen noch von dem andern Pegmatit etwas aufgelöst. Mit vollem Rechte kann man daher wohl schließen, daß bei dem angestellten Versuche keine chemische Zersetzung stattgefunden hat.

Wir wollen aber nicht behaupten, daß unter andern Verhältnissen, zum Beispiel: beim Einströmen von sehr heißen Wasserdämpfen, begleitet von Kohlensäure, in die Klüfte eines Pegmatits, wie solche Ausströmungen aus den Klüften des Granits der Gruben zu Pongibault durch Fournet beobachtet sind, die Einwirkungen nicht so kräftig seyn könnten, um die Zersetzung zu bewirken. Dieß zu beweisen, dazu würden lange und schwierige Versuche nöthig seyn, um so schwierigere, als man da, wo die Natur mit kräftigen Mitteln, mit Massen, in langer Zeit und mit großer Thätigkeit wirkt, keinen Erfolg von Versuchen nach einem kleinen Maaßstab erwarten darf.


VI. Abschnitt.
Künstliche Porcellanmassen.
§. 1.

Der Unterschied der Bestandtheile der zur Porcellanfabrication angewendeten Kaoline, selbst der aus ein [109] und derselben Grube, der vorzüglich in dem verschiedenen Verhältniß des eigentlichen kaolinartigen Thons zu dem, was wir den Rückstand nennen, beruht, bringt in der Qualität der davon angefertigten Porcellanmassen beträchtliche Verschiedenheiten hervor.

Man kann zwei Porcellanmassen ziemlich ähnlich in der Farbe, in der Durchscheinbarkeit, im Grade ihrer Schmelzbarkeit beim Garbrennen, in ihrem Verhalten gegen die Glasur, in ihrer Dauerhaftigkeit, sowohl gegen einen Stoß, als auch beim Temperaturwechsel und in ihrer Schwindung beim Garbrennen, kurz mit allen Eigenschaften nur durch vieles Probiren darstellen.

Schon seit langer Zeit habe ich[5] geglaubt, daß die Porcellan-Manufactur in Sevres wissenschaftliche Principien auffinden müsse, um stets gleiche Porcellanmasse überall darzustellen, und daß man sich daher zunächst überzeugen müsse, ob dieselben chemischen Bestandtheile in gleichen Verhältnissen in denselben enthalten seyen. In Folge dieser Ansicht sind zunächst durch A. Laurent eilf der schönsten Porcellanmassen, die von 1770 bis auf die jetzige Zeit in Sevres angefertigt worden sind, chemisch untersucht, und ihre Bestandtheile an Kieselerde, Alaunerde, Kalkerde und Kali bestimmt worden; dann sind seit 1638 durch Laurent und Malaguti Versuche angestellt worden, um die chemischen Bestandtheile des Kaolins, des Feldspaths und der anderen zur Porcellanmasse nöthigen Materialien kennen zu lernen, um diese in solchen Verhältnissen zu mengen, daß die davon gemachte Porcellanmasse stets gleiche chemische Zusammensetzung habe.

Aber nur im Allgemeinen hat der Erfolg die Richtigkeit dieses wissenschaftlichen Weges bestätigt, und ich habe, seit ich nach demselben arbeite, nicht mehr so [110] viele ungleiche und fehlerhafte Porcellanmassen gehabt, wie das früher weder zu vermeiden noch abzuändern war.

§. 2.

Solche Porcellanmassen weichen jedoch nur im Allgemeinen und merklich nicht von einander ab, aber beständig und absolut sind sie doch nicht gleich. Wenn solche Porcellanmassen bei der Verarbeitung und beim Garbrennen einen Unterschied zeigten, und daher chemisch untersucht wurden, so fanden sich in ihnen dieselben Bestandtheile in gleichen Verhältnissen, woraus sich wenigstens ergab, daß weder bei der chemischen Untersuchung der verwendeten Materialien, noch bei ihrer Zusammensetzung ein Fehler vorgefallen war.

Schon seit geraumer Zeit argwöhnte ich, daß es bei der Zusammensetzung bildsamer Massen nicht allein auf die chemischen Bestandtheile ankomme, sondern daß auch der Aggregatzustand und das Eigenthümliche der feinsten Theile derselben auf ihre Eigenschaften, selbst auf die auffallendsten, wie die Schmelzbarkeit, die Schwindung etc. sind, von Einfluß ist, und daß es daher nicht gleichgültig seyn dürfe, aus welchen Stein- oder Gebirgs-Arten, die die erforderlichen chemischen Bestandtheile enthalten, man diese Massen zusammensetzt, daß man daher auf das Gewebe dieser Materialien und wahrscheinlich auch auf die Art, wie die chemischen Bestandtheile in ihnen unter sich gebunden sind, Rücksicht zu nehmen habe.

§. 3.

Die Sevres’sche Porcellanmasse, wie sie seit sechszig Jahren, ohne daß man ihre chemische Zusammensetzung gekannt hat, und seit 1836 mit Berücksichtigung ihrer chemischen Bestandtheile angefertigt worden ist, besteht aus:

58,0 Kieselerde
34,5 Alaunerde
4,5 Kalkerde
3,0 Kali
100

[111] ohne den Wassergehalt, der vor der Analyse durch heftiges Glühen beseitigt worden ist. Diese Bestandtheile sind in den Materialien enthalten, die zum Versatz der Porcellanmasse verwendet werden, als:

1) in zweierlei Sorten Kaolin, dem thonartigen und dem kieselartigen. Beide Kaoline enthalten Kieselerde, aber das erste außerdem und vorzüglich Alaunerde, und das zweite das Kali.

2) Quarzsand von den Hügeln von Aumont.

3) Kreide von Bougival oder Meudon.

Ich habe nun versucht Porcellanmasse aus anderen Materialien als diesen, aber mit gleichen chemischen Bestandteilen zu versetzen, auch einige reine, auf chemischem Wege gewonnene Materialien dabei zu benutzen; endlich habe ich versucht, eine Porcellanmasse aus den reinen chemischen Bestandtheilen, aus reiner Thonerde aus dem Alaun, aus reiner Kieselerde aus der Auflösung in Kali, aus reiner Kalkerde und reinem Kali zu versetzen. Aber je mehr auf chemischem Wege künstlich gewonnene reine Beimischungen dazu verwendet wurden, um desto mehr wich eine solche Porcellanmasse in allen ihren Eigenschaften von der gewöhnlichen Porcellanmasse ab.

§. 4.

Die ersten beiden Versuche, einzelne Materialien zur Porcellanmasse durch andere natürliche Materialien zu ersetzen, gaben günstige Ergebnisse.

1) Porcellanmasse, statt mit Kreide, mit weißem Marmor, das ist: reine kohlensaure Kalkerde, keine Kieselerde und keine Bittererde enthaltend, versetzt, gab ein Porcellan, das weder bei der Anfertigung, noch nach dem Garbrennen den mindesten Unterschied gegen solches aus mit Kreide versetzter Porcellanmasse zeigte. In der Sevres’schen Porcellanmasse konnte also die Kreide vollständig durch den Marmor ersetzt werden, obgleich sie [112] nicht so rein ist, als dieser, und obgleich ihr Aggregatzustand ein ganz anderer ist.

2) Eben so kann der Quarz des Sandes von Aumont vollständig durch Feuerstein ersetzt werden, ohne daß sich dadurch ein Unterschied in der Verarbeitung der Porcellanmasse oder in den Eigenschaften des Porcellans zeigt.

3) Es sollte nun versucht werden eine Porcellanmasse, nach den durch die Analyse der Sevres’schen Porcellanmasse gefundenen Bestandtheilen, aus lauter chemisch reinen Bestandtheilen und in denselben Gewichtsverhältnissen zusammenzusetzen. Es wurde daher eine Porcellanmasse zusammengesetzt, aus:

reiner Kieselerde aus der alkalischen Auflösung durch Niederschlagen gewonnen 58,00
eben solcher reinen Kieselerde in der Verbindung mit Kali zu Fritte gemacht
reiner Alaunerde aus Alaun durch Ammoniak niedergeschlagen und geglüht 34,50
reinem Kali in der Fritte 3,00
Kalkerde, als rein bekannten Marmor 4,50
100,00

Diese Materialien wurden lange Zeit hindurch zusammen fein gerieben.

Bei der Kostbarkeit solcher chemisch reinen Materialien konnten nur 5 Hectogrm. von dieser Masse angefertigt werden, die jedoch zu den Versuchen hinreichend waren. Diese sehr kurze unplastische Porcellanmasse ließ sich sehr schlecht drehen und formen; dennoch gelang es einem geschickten Porcellandreher eine dünne Schaale und eine Platte von einer bestimmten Größe davon anzufertigen. — Beide Stücke schmolzen beim [113] schwächsten Feuergrad des Porcellanofens zu einer weißen, pockigen, emailartigen Masse.

Malaguti hatte sich durch eine genaue chemische Untersuchung überzeugt, daß die verwendete chemisch reine Thonerde nicht kalihaltig war.

Bei Wiederholung des Versuchs verminderte man das Gewicht der Fritte um ein Drittheil, um den Kaligehalt der Masse um so viel zu vermindern. Die von solcher Masse angefertigten Platten erweichten beim Verglühen nicht, hatten aber eine Schwindung von 18 Proc. Im Garfeuer des Porcellanofens waren sie nur erweicht, aber um 28 Proc. geschwunden! — Diese zum öfteren mit einigen Abänderungen, um die Schmelzbarkeit zu vermindern, wiederholten Versuche, bei denen man zu dem bemerkten Zweck, entweder von derselben schon gargebrannten und wieder in das feinste Pulver verwandelten Masse, oder auch statt der durch Niederschlag gewonnenen chemisch reinen Kieselerde feingeschlämmten Quarz zusetzte, haben jederzeit Massen von einer größeren Schmelzbarkeit gegeben, als die gewöhnliche Porcellanmasse beim stärksten Feuergrad des Porcellanofens zeigt.

§. 5.

Diese Versuche zeigen, daß die einzelnen chemischen Bestandtheile der Porcellanmasse, in denselben Verhältnissen wie in gewöhnlicher Porcellanmasse gemengt, eine viel schmelzbarere Verbindung geben, als wenn sie vorher schon unter sich Verbindungen eingegangen haben, daß es daher in dieser Rücksicht nicht einerlei ist, Kieselerde, Alaunerde und eine Kalifritte, oder die schon gebildeten kieselsauren Verbindungen der Alaunerde und des Kalis zu mengen.

Nach diesen Erfahrungen ist es aufgegeben worden Porcellanmassen durch directe Verbindung ihrer einzelnen chemischen Bestandtheile darzustellen; dahingegen fehlte noch die Ueberzeugung, ob es nicht möglich sey [114] Porcellanmassen ohne Kaolin aus anderen erdigen Mineralien, in welchen dieselben gleichen Bestandtheile bereits gebunden sind, in denselben chemischen Verhältnissen darzustellen.

§. 6.

Wir haben daher zunächst den Thon gewählt, als ein Material, was sich dem Kaolin am mehrsten nähert. Wir wollten uns begnügen eine davon angefertigte Masse für Porcellanmasse anzusprechen, wenn sie nur, bei demselben hohen Feuergrad gar gebrannt, die Dichtigkeit, Festigkeit, Schwerschmelzbarkeit und Durchscheinbarkeit des Porcellans hätte, ohne daß sie auch die schöne weiße Farbe besäße, die doch nur eine Nebenbedingung ist.

Es mangeln dem feuerfesten, kalkerdefreien Thon zwei Bestandtheile:

1) Der reichere Gehalt an Alaunerde, welchen die Kaoline, deren man sich in Sevres bedient, im Allgemeinen besitzen.

2) Das Kali, welches, nach Mitscherlich’s Versuchen, dieser Thon nur in sehr geringer Menge enthält.

Die folgenden Versuche werden zeigen auf welche Weise wir versucht haben, die fehlenden Bestandtheile zu ersetzen.

§. 7.

Feuerfester Thon von Dreux, statt des Kaolins. Es hatte manche Schwierigkeit das Kaolin durch diesen Thon zu ersetzen. Die, welche bei der Verarbeitung der Masse entstehen mußte, konnten wir, weil der Thon viel plastischer als Kaolin ist, vorhersehen. Dieser Thon enthält aber nicht die nöthige Menge Kali, um daraus eine Masse von dem Kaligehalt zu bilden, welchen die Sevres’schen Porcellanmassen haben; es mußte daher ein kalihaltiger Körper, der nicht zu den Thonarten gehörte, angewendet werden, und man wählte dazu eine Fritte aus reiner Kieselerde und Kali. Um das richtige Verhältniß [115] zwischen der Thonerde und Kiselerde zu behalten, wenn die letztere durch die zugesetzte Fritte vermehrt wurde, mußte weniger von dem Thon von Dreux genommen und noch reine Alaunerde zugesetzt werden. Man wählte dazu reine, aus dem Alaun niedergeschlagene Alaunerde. Es gelang die folgende Masse zusammenzusetzten:

Kieselerde. Alaunerde. Kalkerde. Kali.
9,75 wasserfreier Thon von Dreux 41,64 27,89
20,71 Fritte 16,36 0,89 3,00
06,61 reine Alaunerde 6,61
6,60 Kreide 3,61
103,67 58,00 34,50 4,50 3,00
Normalbestandtheile der Sevres’schen Porcellanmasse.

Diese Masse verarbeitete sich ohne Schwierigkeit, nahm aber bei heftigem Verglühfeuer die Dichtigkeit und Härte des englischen Grès[6] an, und verzog sich dabei sehr. Im Garfeuer des Porcellanofens verwandelte sie sich kaum in Porcellan, erhielt dabei eine nur geringe Durchscheinbarkeit, bei einer Schwindung von 16 Proc., und war mit Pocken besäet. — Diese Masse, welche dieselben chemischen Bestandtheile wie das Sevres’sche Porcellan enthielt, gab doch kein Porcellan.

Viele Versuche, die wir hier nicht einzeln anführen wollen, beweisen, daß die reine Alaunerde, je nachdem sie zubereitet, je nachdem sie nur getrocknet oder stark geglüht ist, ganz verschiedene Resultate hinsichtlich der [116] Farbe, der Schwindung, des Verziehens und Pockigwerdens zeigt.

§. 8.

Wir haben noch versuchen wollen mit anderen Materialien Porcellanmasse mit denselben chemischen Bestandteilen und in denselben Verhältnissen wie die Sevres’sche Porcellanmasse zu versetzen. Es wurde dazu eine Fritte, die weniger Kieselerde als die früheren enthielt, verwendet. Dadurch waren wir nicht gezwungen weniger Thon von Dreux nehmen zu müssen, konnten aber die reine, aus Alaun niedergeschlagene Alaunerde fortlassen.

Wir setzten folgende Masse zusammen:

Kieselerde. Alaunerde. Kalkerde. Kali.
79,31 feuerfesten, wasserfreien Thon von Dreux 44,12 34,50
4,51 Sand von Aumont 04,51
12,50 im Porcellanofen gebrannte Fritte 09,37 3,00
7,98 Kreide 4,50
104,30 58,00 34,50 4,50 3,00

Die von dieser Masse angefertigten Probestücke, nach dem Verglühen schon von der Härte und Dichtigkeit der Grès, hatten sich verworfen und verzogen, waren pockig und um 16 Proc. geschwunden. Doch waren sie weißer, weniger verzogen, weniger pockig als die von der früheren Probemasse, und zeigten einen Anfang von Durchscheinbarkeit.

Diese Versuche ergeben, daß man nur das wenigplastische Kaolin durch einen sehr plastischen Thon zu ersetzen braucht, um, bei gleichen chemischen Bestandtheilen mit einer guten Porcellanmasse, eine Masse zu erhalten, der alle wesentlichen Eigenschaften des Porcellans fehlen.

[117]
§. 9.

Diese Erfahrung überraschte keineswegs, weil man schon oft erfolglos versucht hat, in Gegenden, wo es kein Kaolin, aber doch schöne weiße plastische Thonarten giebt, von den letzteren allein Porcellan zu machen. Um dem Porcellan, in Härte, Durchscheinbarkeit und Glasur nur einigermaßen ähnliches Geschirr, wie das Sanitätsgeschirr (hygiocerames) anzufertigen, mußte man aber stets dem Thon Kaolin zusetzen[7].

Man hätte aber wähnen können, daß nicht alle Bestandtheile eines Kaolinporcellans sich in der mit einer weißen Thonart angefertigten Masse befänden. Die vorhergehenden Versuche, in welchen Thon statt Kaolin, und genau in denselben chemischen Verhältnissen wie in den besten Porcellanmassen angewendet wurden, zeigen, daß die verschiedenen Eigenthümlichkeiten der bildsamen Massen mehr vom Aggregatzustand der Bestandtheile, als von ihren chemischen Verhältnissen abhängig sind.

§. 10.

Man hat gesehen, welche Schwierigkeiten es macht, in solche künstliche Porcellanmassen die 3 Procent Kali hineinzubringen, weil man sie ihrer Auflöslichkeit wegen nicht unmittelbar darunter mengen kann, und daß man sie daher mit der Kieselerde zu einem glasartigen Körper, der Fritte, verbinden mußte, zu einer Mischung, die [118] in einem ganz anderen Zustand ist, wie der des Kalis im Feldspath.

Um die Versuche über künstliche Porcellanmassen zu vervollständigen, ist auch noch die Probe gemacht worden, ob eine gute Porcellanmasse zu erhalten sey, wenn das Kali in einem andern Fossil, als dem Feldspath, dazu verwendet werde. Unter den Mineralien, unter denen wir hinsichtlich ihres hinreichenden Kaligehalts wählen konnten, haben wir den Leucit (Amphigène) gewählt, weil derselbe alle diejenigen Bestandtheile enthält, die wir vereinigt wünschten. Der Leucit wurde zu diesem Zweck in zwei verschiedenen Zuständen chemisch untersucht. — In einem Fall war derselbe ohne merkliche Zersetzung, im anderen war derselbe verändert, undurchsichtig, weiß und zerreiblich geworden. In beiden Fällen enthielt er Spuren von Lava eingesprengt oder anhaftend, die aber auf den hier beabsichtigten Zweck ohne Einfluß sind, weil es nicht darauf ankam eine neue chemische Analyse dieses Minerals zu machen, sondern nur die genauen chemischen Bestandtheile des anzuwendenden Vorraths kennen zu lernen.

Leucit (Amphigène).
Nicht veränderter, nach Arfvedson. Nicht veränderter? mit etwas Lava gemengt. Veränderter, weiß und zerbrechlich.
Kieselerde 56,10 62,10 49,42
Alaunerde 23,10 24,00 24,54
Kali 21,15 9,00 12,00
Bittererde 0 0,76 1,00
Kalkerde 0 1,08 0,66
Eisenoxyd und Bittererde 0,95 00,96 0
Wasser 0 1,10 11,58
101,30 99,00 99,00

Welches nun auch die Veranlassung des Unterschieds dieser Analysen gegen die von Klaproth und von [119] Arfvedson sey, so findet sich in dieser Gebirgsart, in Bezug auf das zur Porcellanmasse erforderliche Kali, hinreichend kieselsaures Kali, um daraus den folgenden Porcellanmassenversatz anfertigen zu können.

Kieselerde. Alaunerde. Kalkerde. Kali.
70,37 scharf getrockneter feuerfester Thon von Dreux 33,48 26,18
33,33 Leucit 12,00 08,32 0,60 3,00
3,52 Quarzsand von Aumont 03,52
7,00 Kreide 3,90
114,22 wegen des Wassers im nicht geglühten Thon und wegen der Kohlensäure in d. Kreide 58,00 34,50 4,50 3,00

Um dem Thon von Dreux die zu große Bildsamkeit zu nehmen, durch welche die davon angefertigten Massen verbogene und verzogene Geschirre geben, ist in einem der beiden Versuche die Hälfte des Thonzusatzes geglüht, und wiederum in das feinste Pulver verwandelt, zugesetzt worden.

Der erste Massenversatz, in welchem sich kein solcher geglühter Thon befand, gab ein wirkliches Porcellan, aber ganz von Pocken aufgebläht; der zweite gab ein noch vollkommneres, wenngleich etwas pockiges Porcellan mit schöner Glasur, was sich beim Brennen nicht verzogen hatte, gehörig durchscheinbar war, und eine Schwindung von 10 Proc. nach dem Verglühen und von 12 Proc. nach dem Garbrennen hatte.

§. 11.

Es haben keine weiteren Versuche erforderlich geschienen, um zu beweisen, daß in allen für die Töpferei nöthigen Massen der Aggregatzustand der Bestandtheile von größtem Einfluß auf die Verarbeitbarkeit und auf die eigenthümlichen[WS 2] Eigenschaften derselben ist, und daß, je nachdem man diese Bestandtheile getrennt oder unter [120] sich verbunden, oder je nachdem man sie in verschiedenem Zustand der Feinheit, sey es aus dem Krystallzustande oder aus dem pulverartigen Zustande, oder in verschiedenen Verbindungen unter einander, oder mit oder ohne Wassergehalt, mengt, bedeutende Verschiedenheiten entstehen[8].

§. 12.

Aus allem Vorstehenden ist zu folgern, daß bei jeder Fabrication, bei welcher chemische Wirkungen im Spiele sind, es von Wichtigkeit ist, auf den Zustand der Verbindungen und auf das mechanische Gefüge in den Materialien, die man anwenden will, Rücksicht zu nehmen.

Die angegebenen Untersuchungen und ihre Ergebnisse erklären die häufigen Anomalien, welche sich bei Fabricaten zeigen, bei denen zwar gleiche chemische Bestandtheile und in gleichen Verhältnissen angewendet sind, aber ohne daß man auf den ungleichen Molecularzustand derselben Rücksicht genommen hat.


  1. Gedruckt in den Archives du Museum d’histoire naturelle, T. I p. 234.
  2. Siehe die Bemerkung 2 zur Tabelle No. 1 B.
  3. Die Formeln sind hier nur, um die Vergleichung zu erleichtern, nicht um streng die Zusammensetzung anzugeben, angenommen; denn die kieselsaure Thonerde im zersetzten Feldspath von Aue kann nicht S3A2 seyn, weil die begleitenden erdichten und alkalischen Basen sich bestimmt ebenfalls im Zustand von Silicaten befinden.
  4. Unbezweifelt hatte die elektrische Einwirkung bereits lange aufgehört. Das Zinkblättchen war mit einer harten körnigen Masse bedeckt, welche nothwendig die längere Dauer elektrisch galvanischer Einwirkungen verhindert hatte. Der unzersetzte Feldspath hatte sich in der Biegung der Glasröhre angehäuft, dieselbe verschlossen und die Verbindung der Flüssigkeiten verhindert. Die alkalische Flüssigkeit hatte, weil die Korkstöpsel nicht luftdicht schlossen, Kohlensäure aus der Atmosphäre angezogen.
  5. Die in diesem Abschnitt enthaltenen technischen Untersuchungen und Versuche sind allein von Alex. Brongniart, unter Beihülfe der chemischen Arbeiten A. Laurent’s und Malagnti’s, angestellt.
  6. Grès ist Steinwaare, Steinzeug, kenntlich an der Härte, die hinreichend ist, kein Wasser einzusaugen, am Stahle Funken zu geben, bei einem zusammengesinterten, feinkörnigen, oft splitttigen Bruchansehn, völlig undurchscheinend. Die besseren englischen Wedgewoodwaaren, die Selterwasser- und Scheidewasser-Kruken gehören dazu. Ich bemerke noch, daß die Sevres’schen Porcellane bei stärkerem Feuer als die deutschen verglüht, und bei schwächerem Feuer als die besseren deutschen gargebrannt werden.
    Frick.
  7. Es giebt zwei Porcellanfabriken, in welchen das Bittererdesilicat die Stelle des Kaolins zu vertreten scheint, die zu Retiro bei Madrid und die zu Vineuf oder Vinovo bei Turin. Wenn man aber die Bestandtheile der Masse dieser letzteren betrachtet, die man allein aus den Arbeiten von Gioanetti und von Giobert kennt, so sieht man, daß zunächst der Feldspath von Frossasco dieser Masse als Flußmittel beigemengt, und das der Thon von Barges, eine Art mit Feldspath gemengtes bittererdiges Kaolin, der andere Bestandtheil der Masse ist, daß also das wahre feldspathartige Mineral nothwendig stets in der Masse enthalten ist.
  8. Eckeberg und Thaer (Bibl. britt. agricult. T. XVII) haben schon vor längerer Zeit Versuche angestellt, in Gemengen den Thon durch Alaunerde zu ersetzen, und dabei zu bemerken Gelegenheit gehabt, daß diese künstlichen Gemenge sich bedeutend von den natürlichen unterscheiden. Aber sowohl der Zweck als die Art ihrer Versuche waren anders als bei uns.
[121]
Tabelle No. 1.
A. Ueber die Zusammensetzung von acht Feldspathen.
Newcastle. Sargadelos. Hall. Quabenstein. Oporto. Dixonplace Wilminglon. Calabrieo. Serdobole Finnland.
1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.
Kieselerde 062,20 062,00 062,76 061,37 062,06 058,70 065,87 064,03
Alaunerde 019,78 019,48 019,20 020,23 019,61 023,95 020,06 018,47
Kali 015,14 015,72 014,90 015,75 016,07 012,64 Spuren 015,24
Natron 011,10
Bittererde 000,50 000,12 000,18 000,16 000,16 000,31 000,20 000,18
Kalkerde 000,58 000,35 000,46 000,39 000,38 002,09 000,38 000,67
Eisen und Mangan Spuren Spuren Spuren Spuren Spuren
Feuchtigkeit 001,53 001,64 001,70 001,31 001,11 001,65 001,20 001,02
Verlust 000,27 000,69 000,80 000,79 000,61 000,66 000,65 000,39
100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00
Chemische Formel
[122]
B. Tabelle über die Zusammensetzung der Kaoline, deren Vorkommen dasselbe ist, wie das eines Theils der vorstehenden Feldspathe.
Newcastle (Delaware). Sargadelos Galicien. Morl bei Halle. Diendorf bei Hafnerszell. Oporto. Wilmington (Delaware).
Zusammensatz des thonartigen Theiles Kieselerde 29,73 43,25 26,10 28,61 40,62 32,69
Alaunerde 25,59 37,38 22,50 25,75 43,94 43,94
Wasser 08,94 012,83 07,55 09,60 14,62 12,12
Unmittelbare Formeln, die sich davon ableiten oder oder oder oder
Definitive Formeln[1]
[123]
Tabelle No. 2.
Rationelle Analysen der verschiedenen Kaoline im Laboratorium zu Sevres.
Fundort. Ubereinstimmende
Nummern in d.
Tabelle der ersten
Denkschr.
Kieselerde. Alaunerde. Wasser. Kalkerde, Bittererde, Kali. Kalkerde, Bittererde, Natron. Eisen und Mangan Nichtthonartiger Rückstand
1) Kaolin-Thon von Limoges 1838 4 42,07 34,65 12,17 1,33 Spuren 09,76
2) Louhossoa bei Bayonne 6 43,12 33,00 23,00 0,50 Spuren
3) Pieux bei Cherbourg 7 42,31 34,51 12,09 1,39 Spuren 09,67
4) Mercus (Arriege) 10 27,22 20,00 09,03 1,24 0,48 42,00
5) Mende (Lozère) 11 35,61 22,33 09,70 4,32 3,37 24,64
6) Clos de Madame (Allier) 12 39,91 36,37 12,94 1,80 Spuren 08,96
7) Chabrol (Puy de Dôme) 13 32,93 29,88 10,73 1,56 Spuren 24,87
8) Breage, Cornwall 16b 46,63 24,06 08,74 0,60 Spur Natr. Spuren 19,65
9) Piymton, Devonshire 17 44,26 36,81 12,74 1,55 Spuren 04,30
10) Chiesi, Insel Elba 18 45,03 32,24 11,36 3,21 Spuren 08,14
11) Bourgmanero (Piemont) 19 23,94 21,14 07,42 1,23 48,00
12) Tretto, bei Schio 20 37,07 25,28 06,64 6,33 Spuren 24,64
13) Rama bei Passau 22 42,15 37,08 12,83 2,85 Spuren 0,56 04,50
14) Auerbach desgleichen 23 32,48 29,45 10,50 1,13 Spuren 26,42

[124]

Fundort. Ubereinstimmende
Nummern in d.
Tabelle der ersten
Denkschr.
Kieselerde. Alaunerde. Wasser. Kalkerde, Bittererde, Kali. Kalkerde, Bittererde, Natron. Eisen und Mangan Nichtthonartiger Rückstand
15) Diendorf, bei Passau 24 28,61 25,75 09,60 1,57 Spuren 34,44
16) Aue, bei Schneeberg 25c 35,98 34,12 11,09 0,69 Spuren 18,00
17) Kaschna, bei Meißen 26b 29,42 25,00 09,80 0,71 Spuren 33,52
18) Seilitz desgleichen 27b 40,78 34,16 12,10 0,60 Spur Natron Spuren 12,33
19) Schletta desgleichen 28a 39,10 20,92 07,26 3,98 1,31 27,50
20) Morl, bei Halle 29 26,10 22,50 07,55 Kalkerde Bittererde Spuren 43,84
21) Sosa, b. Johanngeorgenstadl 30b 45,07 38,15 09,69 1,8 Spuren 05,53
22) Zetlitz, bei Carlsbad 31 33,98 26,66 09,55 1,13 Spuren 28,63
23) Münchshoff desgleichen 32 44,12 40,61 13,56 0,95 Spuren 00,74
24) Prinzdorf in Ungarn 33 26,76 15,17 05,22 1,83 0,56 50,40
25) Bornholm in Schweden 34b 38,57 34,99 12,52 0,54 0,93 13,36
26) Risanski in Rußland 35 29,30 47,83 22,23 0,68 Spuren
27) Oporto in Portugal 36 40,62 43,94 14,62 00,11
28) Sargadelos (Galizien) 37 43,25 37,38 12,83 0,88 Spuren 05,64
29) Wilmington (Delaware) 38 32,69 35,01 12,12 1,14 0,72 Spuren 22,81
30) Newcastle (Delaware) 39 29,73 25,59 08,94 34,99
31) China 40e 13,72 09,80 02,62 Kali 3,08 0,43 68,18
[125]
Tabelle No. 3
Ueber die Zusammensetzung von 31 kaolinartigen Thonen, und ihre chemischen unmittelbaren Formeln, nach Hinwegnahme der begleitenden Beimischungen.
Fundort. Kieselerde. Alaunerde. Wasser. Unmittelbare Formel. Atomistisches Verhältniß
der Alaunenerde zum Wasser.
1) Kaolin von Limoges 1838 47,33 38,98 13,69 :: 1 : 2 *
2) Louhossoa bei Bayonne 43,12 33,00 23,00 :: 1 : 4
3) Pieux bei Cherbourg 47,50 38,81 13,59 :: 1 : 2 *
4) Mercus (Arriège) 48,40 35,55 16,05 :: 2 : 5
5) Mende (Lozère) 52,65 33,01 14,34 :: 2 : 5
6) Clos de Madame (Allier) 44,74 40,76 14,50 :: 1 : 2 *
7) Chabrol (Puy de Dôme) 44,78 40,63 14,59 desgleichen :: 1 : 2 *
8) Breage in Cornwall 58,71 30,29 11,00 :: 1 : 2
9) Plymton (Devonshire) 47,20 39,23 13,57 :: 1 : 2 *
10) Chiesi, Insel Elba 44,82 36,37 12,81 :: 1 : 2 *
11) Bourgmanero (Piemont) 45,61 40,26 14,13 :: 1 : 2 *
12) Tretto bei Schio 53,74 36,64 09,62 :: 1 : 1
13) Rama bei Passau 45,80 40,27 13,93 :: 1 : 2 *

[126]

Fundort. Kieselerde. Alaunerde. Wasser. Unmittelbare Formel. Atomistisches Verhältniß
der Alaunenerde zum Wasser.
14) Auerbach bei Passau 44,86 40,65 14,49 :: 1 : 2 *
15) Diendorf desgleichen 44,73 40,25 15,00 desgleichen :: 1 : 2 *
16) Aue, bei Schneeberg 44,33 42,02 13,65 :: 1 : 2 *
17) Kaschna, bei Meißen 45,82 38,92 15,26 :: 1 : 2 *
18) Seilitz desgleichen 46,86 39,24 13,90 :: 1 : 2 *
19) Schletta desgleichen 58,12 31,09 10,79 :: 1 : 2
20) Morl, bei Halle 46,56 40,00 13,44 :: 1 : 2 *
21) Sosa, bei Johanngeorgenstadt 48,52 41,06 10,42 :: 1 : 1
22) Zetlitz, bei Carlsbad 48,42 37,98 13,60 :: 1 : 2 *
23) Münchshoff ebendaselbst 44,90 41,31 13,79 :: 1 : 2 *
24) Prinzdorf 56,76 32,17 11,07 :: 1 : 2
25) Bornholm 44,82 40,64 14,54 :: 1 : 2 *
26) Risanski 29,30 47,83 22,23 :: 3 : 8

[127]

27) Oporto 40,62 43,94 14,62 :: 1 : 2
28) Sargadelos in Galizien 46,26 39,99 13,75 :: 1 : 2 *
29) Wilmington (Delaware) 40,96 43,86 15,18 :: 1 : 2
30) Newcastle (Delaware) 46,27 39,82 13,91 :: 1 : 2 *
31) China 52,49 37,49 10,02 :: 2 : 3


Tabelle No. 4.
Resultate von 24 der in der Tabelle No. 3 aufgeführten Kaoline, welche Alaunerde und Wasser im Verhältniß = 1:2 enthielten und mit einer schwachen Kaliauflösung behandelt worden waren.
Name und Formel des kaolinhaltigen Thons, der der Behandlung mit schwacher Kaliauflösung unterworfen worden. Quantität, welche behandelt worden. Grammen Kieselerde. Berechnete Zusammensetzung des Kaolins nach Abscheidung der Kieselerde Nunmehrige Formeln.
Gramm. Grm. Proc. Kieselerde. Alaunerde. Wasser.
Kaolin von Limoges 1838 5,062 0,556 10,98 31,09 34,65 12,17
Pieux bei Cherbourg desgleichen 5,061 0,123 02,43 39,88 34,51 12,09
Clos de Madame (Allier) 5,043 0,135 02,67 37,24 36,37 12,94
Chabrol (Puy-de-Dôme) desgleichen 6,119 0,477 07,79 25,14 29,88 10,73
Breage in Cornwall 5,665 0,072 01,27 45,36 24,06 08,74

[128]

Name und Formel des kaolinhaltigen Thons, der der Behandlung mit schwacher Kaliauflösung unterworfen worden. Quantität, welche behandelt worden. Grammen Kieselerde. Berechnete Zusammensetzung des Kaolins nach Abscheidung der Kieselerde Nunmehrige Formeln.
Gramm. Grm. Proc. Kieselerde. Alaunerde. Wasser.
Plymton (Devonshire) 4,797 0,489 10,19 34,07 36,81 12,74
Chiesi auf der Iusel Elba 5,077 0,059 01,16 43,87 32,24 11,36
Bourgmanero in Picmont 8,751 0,568 06,92 17,32 21,14 07,42
Rama, bei Passau desgleichen 4,888 0,475 09,71 36,77 37,38 12,83 desgleichen
Auerbach, bei Passau 6,212 0,443 07,13 25,35 29,45 10,50 desgleichen
Diendorf, bei Passau desgleichen 7,035 0,505 07,17 21,44 25,75 09,60 desgleichen
Aue, bei Schneeberg 06,950 0,112 01,76 34,22 34,12 11,09 desgleichen
Kaschna, bei Meißen 07,010 0,127 01,82 27,60 25,00 09,60
Seilitz, bei Meißen desgleichen 5,184 0,472 09,10 31,68 34,16 12,10
Schletta, bei Meißen 6,688 0,045 00,67 38,48 20,92 07,26
Morl, bei Halle 8,014 0,356 04,44 21,66 22,50 07,55
Zellitz, bei Carlsbad desgleichen 6,411 0,318 04,95 29,03 26,66 09,55
Münchshoff, bei Carlsbad 4,758 0,110 02,40 41,72 40,61 13,56
Prinzdorff 9,544 0,096 01,00 25,76 15,17 05,22
Bornholm 5,227 0,368 07,04 31,53 34,99 12,52

[129]

Oporto 4,537 0,169 03,72 36,90 43,93 14,62
Sargadelos in Galizien 1,814 0,312 06,48 36,77 37,38 12,83 desgleichen
Wilmington (Delaware) 5,637 0,689 12,23 20,46 35,01 12,12
Newcastle (Delaware) 7,002 0,658 09,39 20,34 25,59 08,94


Tabelle No. 5.
Immediate und definitive Formeln für sieben kaolinartige Thone, in welchen das Verhältniß der Alaunerde zum Wasser nicht wie 1 zu 2 ist.
Mit der ersten Denkschrift übereinstimmende Nummern. Fundort. Immediate Formeln aus der rationellen Analyse abgeleitet. Definitive Formeln aus der Behandlung mit Kaliauflösung abgeleitet.
6 Louchossoa, bei Bayonne
10 Mercus (Arriège)
11 Mende (Lozère)
20 Tretto, bei Schino
30b Sosa, bei Johanngeorgenstadt
35 Risanski
40c China
  1. Siehe S. 104 definitive Formel.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Die auf der nächsten Seite fortgesetzte Tabelle wurde hier vervollständigt.
  2. Im Original: eigenthmlichen