Die Bürgschaft
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Die Bürgschaft.
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Entgegnet ihm finster der Wütherich.„Die Stadt vom Tyrannen befreien!“ 10
Doch willst du Gnade mir geben,Ich flehe dich um drey Tage Zeit, 15
Da lächelt der König mit arger List,Und spricht nach kurzem Bedenken: 20
So muß er statt deiner erblassen,Doch dir ist die Strafe erlassen. 25
Doch will er mir gönnen drey Tage Zeit,Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit, 30
Und liefert sich aus dem Tyrannen,Der andere ziehet von dannen. 35
Damit er die Frist nicht verfehle. Da gießt unendlicher Regen herab, 40
Da reisset die Brücke der Strudel hinab,Und donnernd sprengen die Wogen 45
Und die Stimme, die rufende, schicket;Da stößet kein Nachen[5] vom sichern Strand, 50
Da sinkt er ans Ufer und weint und fleht,Die Hände zum Zeus erhoben: 55
Und ich kann die Stadt nicht erreichen,So muß der Freund mir erbleichen. Doch wachsend erneut sich des Stromes Wuth, 60
Da treibet die Angst ihn, da faßt er sich MuthUnd wirft sich hinein in die brausende Flut, 65
Und danket dem rettenden Gotte,Da stürzet die raubende Rotte 70
Mit drohend geschwungener Keule.
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Um des Freundes Willen erbarmet euch!Und drey, mit gewaltigen Streichen, Und die Sonne versendet glühenden Brand 80
Ermattet sinken die Knie:O hast du mich gnädig aus Räubershand, 85
Und horch! da sprudelt es silberhellGanz nahe, wie rieselndes Rauschen, 90
Und freudig bückt er sich nieder,Und erfrischet die brennenden Glieder. 95
Und zwey Wanderer sieht er die Straße ziehn,Will eilenden Laufes vorüber fliehn, Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß, 100
Ihn jagen der Sorge Qualen,Da schimmern in Abendroths Strahlen 105
Der erkennet entsetzt den Gebieter:
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Mit hoffender Seele der Wiederkehr,Ihm konnte den muthigen Glauben 115
So soll mich der Tod ihm vereinen.Deß rühme der blutge Tirann sich nicht, 120
Und die Sonne geht unter, da steht er am ThorUnd sieht das Kreutz schon erhöhet, 125
„Mich Henker! ruft er, erwürget,Da bin ich, für den er gebürget!“ 130
Da sieht man kein Auge thränenleer,Und zum Könige bringt man die Wundermähr, 135
Drauf spricht er: Es ist euch gelungen,Ihr habt das Herz mir bezwungen, 140
In eurem Bunde der dritte.SCHILLER.
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Anmerkungen (Wikisource)
Hörtexte
Dieser Text existiert in zwei gesprochenen Versionen:
| Dieser Quellentext existiert auch als Audiodatei: Sounddatei herunterladen (Lizenz), gesprochen von Phantomkommando. Mehr Informationen zum Projekt Gesprochene Wikisource. |
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