ADB:Bürde, Samuel Gottlieb

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Artikel „Bürde, Samuel Gottlieb“ von Hermann Palm, Paul Pressel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 581–582, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:B%C3%BCrde,_Samuel_Gottlieb&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 22:09 Uhr UTC)
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Bürde: Samuel Gottlieb B., thätiger Schriftsteller, war geb. 1753 zu Breslau, studirte in Halle, wurde 1776 Lehrer und Aufseher an einer Erziehungsanstalt, dann Secretär des nachmaligen Geheimen Cabinetsministers Grafen v. Haugwitz, mit welchem er eine 1785 von ihm beschriebene Reise in die Schweiz und nach Italien machte, seit 1781 geheimer Kammersecretär, starb 1831 als Canzleidirector. Seine schriftstellerischen Versuche begannen mit Beiträgen für eine Breslauer Wochenschrift: „Poetereien, Altvater Opitzen geheiligt“, und für Wieland’s Deutschen Mercur, 1776, u. d. N. Londy gedruckt. Wieland’s Beifall ermunterte ihn zu fortgesetzter Thätigkeit, namentlich im Uebersetzen aus dem Französischen und Englischen (Mercier, Tableau de Paris u. d. T. Schilderung von Paris, 1783; Die Morlacken von J. Wynne, Gräfin v. Ursini und Rosenberg, 1790; John Milton’s Verlorenes Paradies, 1793 und 1822, Friedrich des Großen Oden, Episteln, vertraute Briefe etc. in Versen, 1794, Das verlassene Dörfchen, ein ländliches Gedicht, nebst einem Anhange von Elegien aus dem Englischen, 1796, u. d. T. Das verlassene Dörfchen und der Reisende. Zwei Gedichte von Dr. Goldsmith, aus dem Engl. neu übersetzt, 1802). Groß ist aber auch die Zahl seiner eigenen Werke. Außer lyrischen Dichtungen, geistlichen Poesien, 1787, 1794 und 1817, vermischten Gedichten, 1789, poetischen Schriften, 2 Bde. 1803 u. 1804, Erbauungsgesängen für den Landmann, hat B. namentlich Lustspiele („Die Entführung“, 1779), Trauerspiele („Der Hochzeittag“, 1779) und viele Texte für Singspiele und Operetten geschrieben und übersetzt („Regata“, 1794, in Musik gesetzt von Sander; „Don Silvio“ von verschiedenen Componisten, als Sander, Fanti, Emmert; „Rübezahl“ von Vogler; „Der Gemsenjäger“ von Bierey; „Der Nachtwächter“ von Ebell componirt; endlich „Die Weiber von Weinsberg“, Oper in 2 Auszügen u. a. m.). Außerdem zählt Hoffmann in seiner Monatschrift von und für Schlesien, S. 132, noch eine Menge prosaischer Werke, als Theaterreden, philosophische Abhandlungen, Novellen und Erzählungen auf, die von großer Productivität zeugen. [582] Ohne viel Eigenthümlichkeit zu besitzen, zeichnet sich B. doch durch wohlgefällige Formen aus. In den Liedern Hölty, in den Erzählungen Wieland folgend, erhebt er sich nirgends zu besonderer Höhe, vermeidet doch aber zu niedere Sphären. – Ein vollständiges Verzeichniß seiner Schriften in Hoffmann’s Monatschrift a. a. O. Ueber seine Persönlichkeit s. Schummel, Bresl. Almanach 1801. S. 80. Seine geistlichen Lieder zeichnen sich vor denen Gellert’s durch Eleganz aus und haben sich derselben manche in den Landesgesangbüchern erhalten („Die stillen Abendstunden“ etc., „Geist der Wahrheit, lehre mich“ etc., „Gott, welch ein Kampf in meiner Seele“ etc., „Ihr Menschen, hört“ etc.; „Wenn der Herr nicht die Gefangnen“ etc., „Wenn ich in heißen Thränen schwimme“ etc., „Der Frühling ist erschienen“ etc., „Gott, Vater in dem Himmel, sprich“ etc., „Wir haben ihn zur Ruh gebracht“ etc. etc.).