ADB:Baier, Johann Jakob

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Artikel „Baier, Johann Jakob“ von Wilhelm von Gümbel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 774–775, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Baier,_Johann_Jakob&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 19:08 Uhr UTC)
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Baier: Joh. Jakob B. (Bajer), ein gelehrter, wegen seiner glücklichen Kuren berühmter Arzt und Naturforscher, geb. 14. Juni 1677 zu Jena als zweiter Sohn des Kirchenraths und Oberhofpredigers Joh. Wilh. B. d. Aelt.; [775] † 14. Juli 1735 zu Altdorf. Er studirte zuerst in Jena, dann in Halle Medicin. Nach Beendigung seiner Studien unternahm er eine Reise durch Sachsen und Preußen nach Livland und wurde, 1700 nach Jena zurückgekehrt, Magister der Philosophie und Doctor der Medicin. Nach einem zweiten, nur kurzen Aufenthalte in Halle ging er 1701 nach Nürnberg, der Geburtsstadt seines Vaters, wohin ihn vielfache verwandtschaftliche Verhältnisse zogen. Hier wurde er in das Collegium medicum aufgenommen und beim Ausbruche der Pest als Medicus angestellt. Kurze Zeit darauf nach Regensburg als Stadtmedicus berufen, verweilte er dort jedoch nur bis zu seiner Ernennung als Prof. der Medicin an Astin’s Stelle an der Univ. Altdorf, wo er am 2. Mai 1704 seine Antrittsrede hielt. Er wurde hier Mitglied der Acad. natur. Curios., später Adjunkt und nach den Tode des Präsidenten Schröck selbst Präsident dieser Akademie, womit der Ehrentitel eines kais. Leibarztes verbunden war; dabei verwaltete er das Physicat in Altdorf und den berühmten hortum medicum daselbst, wurde auch noch gräfl. Ansbach. Leib-Medicus und war achtmal Decan und zweimal Rector. Seit seiner Uebersiedelung nach Altdorf beschäftigte sich B. in seinen Mußestunden mit dem Untersuchen und Sammeln von Pflanzen und Mineralien, besonders Versteinerungen, welche in der Umgegend von Altdorf in eben so großer Menge wie seltener Schönheit in den Lias- und Juraschichten sich finden. Dem Ordnen und der Beschreibung dieser Versteinerungen waren besonders seine späteren Lebensjahre gewidmet und in dieser Richtung hat er auch durch seine zwei Werke über die Petrefacten des Nordgaus (Noricus ager) für seine Zeit Hervorragendes geleistet. Das erste Werk „᾿Ορυκτογραφία norica cum iconibus lapidum figuratorum“, 1708 in Nürnberg erschienen, enthält eine topogr. min. Beschreibung der Umgegend und dann eine specielle der sog. figurirten Gesteine, von denen ganz vortreffliche Abbildungen in mehreren Kupfertafeln, Vorbilder des späteren vortrefflichen Werkes von Walch, beigegeben sind. Die Versteinerungen werden darin zwar noch als lusus naturae bezeichnet, aber nur in dem Sinne, daß sie Nachahmungen bestimmter Naturgestalten unbekannten Ursprungs seien, während ein großer Theil bereits richtig als veränderte Thier- und Pflanzenkörper bezeichnet wird. Ein Nachtrag zu diesem Werke: „Monum. rerum petrificatarum“ wurde von seinem Sohne Ferd. Jakob 1757 besorgt. Außerdem lieferte er noch einige Schriften mineralogischen und eine sehr große Menge kleinerer medicinischen Inhalts. Daran reihen sich „Biographia Professorum medicin.“ Altdorf 1728 und Bd. II und III der „Act. Acad. nat. cur.“

Baier, Biogr. Prof. med. Alt. 1728, Will, Nürnb. Gel-Lex.