ADB:Bellermann, Christian Friedrich

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Artikel „Bellermann, Christian Friedrich“ von Heinrich Bellermann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 306–307, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bellermann,_Christian_Friedrich&oldid=- (Version vom 25. Juni 2019, 12:46 Uhr UTC)
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Bellermann: Christian Friedrich B., Prediger an der St. Paulskirche zu Berlin, der älteste Sohn Joh. Joach. Bellermann’s, geb 8. Juli 1793 zu Erfurt, † zu Bonn 24. März 1863. Den ersten Unterricht erhielt er im väterlichen Hause von Karl Benjamin Ritschl, dem nachherigen Generalsuperintendenten der Provinz Pommern, welcher damals in der Bellermann’schen Familie Hauslehrer war. Im Jahre 1804 zog er mit seinem Vater nach Berlin und wurde dort in die Quarta des Gymnasiums zum Grauen Kloster aufgenommen, welches er Michaelis 1812 mit dem Zeugniß der Reife verließ, um daselbst Theologie zu studiren. Im Februar 1813 unterbrach er seine Studien und trat als freiwilliger Jäger in das Lützow’sche Freicorps. Er wurde bald Unteroffizier und erhielt nach dem Treffen an der Göhrde das eiserne Kreuz. Nach seiner Ernennung zum Officier kehrte er 1814 zu den Studien zurück, die er in Göttingen und dann in Berlin fortsetzte. Michaelis 1816 wurde er Mitglied des dortigen theologischen Seminars, welches damals unter De Wette’s, Schleiermacher’s, Marheineke’s und Neander’s Leitung stand; in demselben Jahre wurde ihm bei der Auflösung der Erfurter Universität die Ehre zu Theil, zum Doctor der Philosophie ernannt zu werden. Nachdem er 1817 und 18 als außerordentlicher interimistischer Lehrer am Grauen Kloster einigen Unterricht ertheilt hatte, nahm er im Januar 1818 die ihm angebotene Stelle als Prediger bei der deutsch-evangelischen Gemeinde in Lissabon und zugleich als Hauslehrer bei dem hanseatischen und österreichischen General-Consul Lindenberg an. Vom April 1818 bis zum Herbst 1825 lebte er dort, kehrte dann in die Heimath zurück, um abermals in die Fremde zu gehen, als ihm 1827 die Stelle eines königlich preußischen Gesandtschaftspredigers in Neapel angetragen wurde. In Neapel blieb er bis 1835, worauf er zum Prediger an [307] der neuerbauten St. Paulskirche auf dem Gesundbrunnen bei Berlin ernannt wurde. In dieser damals sehr armen vorstädtischen Gemeinde wirkte er segensreich dreiundzwanzig Jahre hindurch und war zugleich ein thätiges Mitglied des evangelischen Gustav-Adolf-Vereins, für den er mehrere Jahre hindurch die Zeitschrift „Der Märkische Bote“ herausgab. 1858 in den Ruhestand getreten, siedelte er anfangs nach Halle und dann nach Bonn über, wo seine einzige mit dem Professor der Medicin Dr. Max S. Schultze verheirathete Tochter lebte. Außer einer Anzahl von Predigten und einigen kleinen zum Religionsunterricht bestimmten Werkchen hat er folgende Schriften durch den Druck veröffentlicht: „Ueber die ältesten christlichen Begräbnißstätten und besonders die Katakomben zu Neapel“, 1839. – „Die alten Liederbücher der Portugiesen oder Beiträge zur Geschichte der portug. Litteratur“, 1840. – „Erinnerungen aus Südeuropa“, 1851. – „Das Leben des Johannes Buggenhagen nebst einem vollständigen Abdruck seiner Braunschweigischen Kirchenordnung vom Jahre 1528“, 1859. – „Portugiesische Volkslieder und Romanzen, portugiesisch und deutsch“ (nachgelassenes Mscr.), 1864.