ADB:Brederoô, Gerbrand Adriaensen

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Artikel „Brederoô, Gerbrand Adriaensen“ von Ernst Martin in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 281–282, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bredero%C3%B4,_Gerbrand_Adriaensen&oldid=- (Version vom 17. Juni 2019, 01:08 Uhr UTC)
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Brederoô: Gerbrand Adriaensen B., der originellste Lustspieldichter in Hollands Blüthezeit, geb. 16. März 1585 zu Amsterdam, † 23. Aug. 1618. Seine Eltern gehörten dem Mittelstande an: der Namen Brederode stammte von dem Schilde des Hauses, auf welchem Graf Hendrik von B. abgebildet war, deshalb sich der Dichter auch G. A. in Brederode nannte. Seine Erziehung ging nicht über den Besuch einer französischen Schule hinaus, Früh kam er in die Malerwerkstatt, ohne indessen in dieser Kunst Bedeutendes zu schaffen. Vielmehr war der lustige, in Musik und Waffen gleich geübte Jüngling bald ein Liebling geselliger Kreise und wurde 1610 zum Fahnenträger der Bürgerschaft gewählt. Die dramatische Laufbahn eröffnete ihm die „alte Kammer“, eine Rhetorikergesellschaft; doch ging er 1617 zu der Akademie S. Costers über. Besonders anziehend und bildend ward ihm der Verkehr im Hause Roemer Visscher’s, dessen schöne und geistvolle Tochter Tesselscha ihn zu hoffnungsloser Liebe entflammte. Mehr als die Lieder, die diese und andere Liebesleidenschaften, später die bitteren Gefühle seiner letzten Tage aussprechen, sind Brederoô’s Dramen von bleibender [282] Bedeutung. Sie haben theilweise die Form der alten nationalen Posse: „Die klucht van der koe“; 1612 aufgeführt, „Van Symen sonder soeticheyt“ und „Van den molenaer“, 1613; theils bearbeiten sie fremde Stoffe, doch mit Beimischung holländischer Komik. Einem französischen Vorbilde folgt die „Lucelle“, 1616; dem „Eunuchus“ des Plautus „Het Mortje“, 1615; aus den Amadisromanen flossen die Tragikomödien „Rodderick ende Alphonsus“, 1611 und „Griane“, 1612; aus dem „Lazarillo de Tormes“ des Mendoza, dem ersten spanischen Bettlerroman, Brederoô’s „Spaensche Brabander Jerolimo“, 1617. Das letztgenannte Stück ist am glücklichsten auf amsterdam’schen Boden und in die Zeitverhältnisse verpflanzt. Noch andere Entwürfe wurden durch den frühen Tod des Dichters vereitelt. Nachdem früher schon, seit 1616, Einzeldrucke seiner Werke erschienen waren, ward 1622 sein „Boertigh Amoureus ende Aendachtigh groot Liedtboeck“ zu Amsterdam, und eine Sammlung seiner Dramen mit Porträt zu Rotterdam veröffentlicht; beides vereint und verbessert zu Amsterdam 1638 u. ö. – Das Leben Brederoô’s, das neuerdings mit Vorliebe behandelt worden ist, fand seine abschließende Darstellung durch Jan ten Brink, Gerbrand Adriaensen Brederoô, Hist. aesth. studie van het nederlandsche blijspel der XVII. eeuw, Utrecht 1859.