ADB:Burchard I. (Herzog von Schwaben)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Burchard I., Herzog von Schwaben“ von Julius Hartmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 562, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Burchard_I._(Herzog_von_Schwaben)&oldid=- (Version vom 11. Dezember 2019, 14:54 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 3 (1876), S. 562 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Burchard II. (Schwaben) in der Wikipedia
GND-Nummer 121574490
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|3|562|562|Burchard I., Herzog von Schwaben|Julius Hartmann|ADB:Burchard I. (Herzog von Schwaben)}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=121574490}}    

Burchard I., Herzog von Schwaben, † 926. Ein Hunfried verwaltete unter Karl d. Gr. und Ludwig d. Fr. die rhätische Mark; sein Urenkel B., gleichfalls Markgraf von Rhätien oder Churwalchen und Graf in der Berchtoldsbaar, welcher sein Trachten nach der alten Herzogswürde 911 mit gewaltsamem Tode büßte, ist der Vater unseres B. Diesem gelang, was der Vater vergeblich angestrebt hatte. Nach des letzteren Tod des Landes verwiesen, kehrte er zur Zeit, da der schwäbische Graf Erchanger große Verwirrung angerichtet hatte und deshalb verbannt wurde, 914, aus der Fremde zurück und lehnte sich gegen König Konrad auf. Vereinigt mit Erchanger und dessen Bruder Berchtold überwand er die königl. Partei und ließ sich zum Herzog ausrufen, was er vollends nach der Hinrichtung jener beiden unbestritten war. Als König Rudolf II. von Hochburgund seine Herrschaft auf Kosten des deutschen Reiches ausdehnen wollte, hinderte ihn B. daran durch seinen Sieg bei Winterthur 919. Durch solche Erfolge ermuthigt, zögerte der Herzog, König Heinrichs Herrschaft anzuerkennen, bis dieser mit seiner ganzen Macht gegen Alemannien anrückte. Dann aber diente für B. die Aussöhnung mit dem Reichsoberhaupt nur, seine eigene Stellung, insbesondere gegen die Geistlichkeit, zu befestigen. Auch mit dem Burgunderkönig machte er Frieden und gab ihm seine Tochter, Bertha, zur Gattin, 922. Er war es wol auch, der dem Schwiegersohn zur Erwerbung eines Theils des schweizerischen Alemanniens vom Reiche verhalf. Bald sollte B. noch mehr für ihn thun, ihm, wenn nicht zugleich dem eigenen Ehrgeiz, selbst das Leben opfern. 926 zog er dem König Rudolf zu Hülfe gegen Hugo von der Provence, der demselben die Herrschaft in Oberitalien streitig machte. In der Nähe von Ivrea fiel der Schwabenherzog durch Hinterlist, wie es heißt, des Erzbischofs von Mailand, am 28. oder 29. April 926, als eben einer jener wiederholten Einfälle der Ungarn seine Heimath verheerte. Burchards Sohn aus der Ehe mit Reginlinda (von Nellenburg?) ist wahrscheinlich sein dritter Nachfolger im Herzogthum: B. II. 954–73, am meisten bekannt als Gemahl der gebildeten Herzogin Hadewig.

Vgl. Stälin, Wirt. Gesch. I. Dümmler, Gesch. d. ostfränk. Reichs II. Waitz, Jahrbb. d. deutschen Reichs unter Kaiser Heinrich I.