ADB:Carpser, Peter

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Artikel „Carpser, Peter“ von Otto Beneke in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 9–10, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Carpser,_Peter&oldid=- (Version vom 20. Oktober 2019, 17:12 Uhr UTC)
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Carpser: Peter C., ein berühmter Wundarzt in Hamburg, geboren daselbst im Jahre 1699, † 8. Juli 1759, der Sohn eines dortigen zünftigen Chirurgen und Barbiers. Nach Beendigung tüchtiger Schulbildung und zunftmäßiger Erlernung der väterlichen Kunst besuchte er eine Universität, um die Chirurgie wissenschaftlich zu studiren, jedoch ohne den Doctorgrad zu suchen. Heimgekehrt in die Vaterstadt, trat er im Jahre 1729 in die Corporation, welcher sein Vater angehört hatte, zeichnete sich aber bald durch geschickte glückliche Curen und Operationen vor seinen graduirten und nichtgraduirten Collegen dergestalt aus, daß sein Ruf weit über Hamburgs Grenzen hinaus erscholl. Von einheimischen Aerzten neidlos consultirt und werthgeschätzt, von fremden, sogar aus Rußland und Frankreich herbeigeeilten Patienten hochgeehrt, galt der einfache Chirurg als bedeutendster aller damaligen Aerzte Hamburgs, ja als einer der ersten praktischen Wundärzte seines Zeitalters. Trotz seiner außerordentlich großen Praxis fand der reichbegabte kenntnißvolle Mann noch Muße zu fernerer Pflege der Wissenschaften wie zur fördernden Geselligkeit im Kreise hochgebildeter Freunde. Sein bescheidenes Haus in der „Düsternstraße“ (die damals nach ihm die „Carpserstraße“ genannt wurde) vereinigte gastlich die hervorragendsten Geister Hamburgs und des Auslandes. Seine Berühmtheit steigerten gleichzeitige Schriftsteller durch ihre lebhaften Schilderungen Carpser’s des Arztes und Menschen. – Der im Jahre 1758 zu Leipzig erfolgte Tod seines hoffnungsvollen Sohnes und einzigen Kindes (eines Stud. med.) veranlaßte eine Reihe an den Vater gerichteter Trostgedichte und Beileidszuschriften von nah und fern (gedruckt herausgegeben von Dr. Unzer), welche Zeugniß geben von dem seltenen Grade hochachtungsvoller [10] Zuneigung für den Vater, welcher seinem Sohne schon im nächsten Jahre folgte. Bei seinem Tode charakterisirte der Dichter Friedrich v. Hagedorn den ihm innig befreundeten C. so kurz wie treffend durch die als Inschrift unter seinem Bilde gedachten schönen Worte:

„Wünscht Aerzten seine Kunst, und Königen sein Herz!“
Vgl. v. Griesheim, Tractat über Hamburg (1759) S. 198 und dessen Zugaben zu diesem Werke, S. 293. Eschenburg im 4. Bande seiner Ausgabe der Hagedorn’schen Werke, S. 160–164. Hanseatisches Magazin Bd. 5 (1801), S. 134. Gernet, Aus Hamburgs älterer medicinischer Gesch. (1869) S. 320.