ADB:Donner, Sebastian

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Artikel „Donner, Sebastian“ von Heinrich Kábdebo in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 336–337, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Donner,_Sebastian&oldid=1704499 (Version vom 20. April 2014, 09:47 Uhr UTC)
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Donner: Sebastian D., Münzeisenschneider, geb. 19. Januar 1707 zu Eßlingen im Marchfelde (Nieder-Oesterreich), gest. im October 1763 zu Kremnitz in Ungarn. Gleich seinem Bruder Matthäus (s. S. 334) widmete er sich der Kunst [337] des Stempelschnittes und machte auch diese Schule durch wie jener. Er trat 1732 als Scholar in das kaiserl. königl. Münzhaus zu Wien und blieb daselbst bis zum J. 1739, wo er als Münzeisenschneider nach Innsbruck kam. Im J. 1750 wurde er als erster Münzeisenschneider mit einem jährlichen Gehalte von 800 Gulden nach Kremnitz gerufen; als er hier 1763 starb, hinterließ er eine Wittwe und vier Kinder. Sein Sohn dürfte Ignaz D., erster Münzeisenschneider des kaiserl. Münzamtes zu Wien gewesen sein, den Nagler 1752 in Wien geboren werden und 1803 daselbst sterben läßt. Doch findet er sich weder in den Wiener Taufprotokollen noch Todtenbüchern. Er dürfte in Innsbruck oder Kremnitz geboren sein. Ich fand 11 Medaillen von ihm, darunter deren auf Joseph II. und Franz I., bezeichnet I. D. f. oder Ign. Donner. Sein erstes Stück datirt aber schon vor 1762, mithin muß er lange vor 1752 geboren sein. Seine Arbeiten haben künstlerischen Werth, stehen aber denen des Matthäus in Zeichnung und Modellirung nach. Als Bruder des Matthäus erscheint auch noch ein Peter D., geb. zu Eßlingen im Marchfelde 27. Juni 1697. Daß er im öffentlichen Dienst stand, bezeugt das Gnadengesuch der Wittwe des Sebastian, in welchem sie bittet, sich ihrer Kinder anzunehmen und „sowol jene von meinem sel. Ehe-Gatten als dessen verstorbenen dreien Brüdern (Georg Raphael, Peter und Matthäus) sich bei höchster Hofstelle zugezogen und erworbenen Meriten in gnädigste Reflexion zu ziehen“. Das Gesuch ist vom Jahr 1763, damals also war Peter schon gestorben. Ob er ein Künstler war, läßt sich nicht bestimmt sagen; vielleicht ist er jedoch jener bei Nagler im Künstlerlexikon aufgeführte P. D., der in Augsburg seine Kunst erlernte und sich später am Hof zu Innsbruck Ruhm erwarb, aber schon in jungen Jahren starb.

Taufprotokolle zu Groß-Enzersdorf. – Archiv des kaiserl. Münzamtes zu Kremnitz.
Kábdebo.