ADB:Ehrmann, Theophil Friedrich

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Artikel „Ehrmann, Theophil Friedrich“ von Rochus von Liliencron in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 721, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ehrmann,_Theophil_Friedrich&oldid=2494814 (Version vom 24. März 2017, 09:38 Uhr UTC)
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Band 5 (1877), S. 721 (Quelle).
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Ehrmann: Theophil Friedrich E., geographischer Schriftsteller, geb. zu Straßburg 25. Oct. 1762, † zu Weimar 1811. Er hatte zu Straßburg die Rechte studirt und privatisirte seitdem, zuerst in Straßburg (wo er sich mit Marianne Brentano verheirathete, s. u.) und Isny, seit 1788 zu Stuttgart, seit 1803 zu Weimar. Er veranstaltete verdienstliche Sammlungen von Reisebeschreibungen, theilweise aus dem Französischen, Englischen und Holländischen übersetzt: „Geschichte der merkwürdigsten Reisen, welche seit dem 12. Jahrhundert zu Wasser und zu Lande unternommen worden sind“, 13 Bde. 1791–95; „Neueste Länder- und Völkerkunde, ein geographisches Lesebuch für alle Stände“, 11 Bde. 1806–11. Die von Math. Sprengel begonnene „Bibliothek der neuesten und wichtigsten Reisebeschreibungen“ etc. redigirte er vom 8.–43. Bande, 1803–1811.

Marianne, geb. Brentano, seine Gattin geb. zu Rapperswyl 25. Nov. 1755, ward nach dem Tode ihrer Eltern bei ihrem Oheim Dominik Brentano in Frankfurt erzogen, lebte theils bei ihm und anderen Verwandten, theils als Erzieherin, bis sie im 22. Jahre einen Menschen heirathete, der sich bald als Wüstling zeigte und sie sitzen ließ. Sie ging darauf unter dem Namen Sternheim an die Bühne, bis sie sich vier Jahre später in Straßburg mit Theophil E. verheirathete und von da an dessen Schicksale theilte. Als Schriftstellerin trat sie zuerst 1784 auf mit den „Müssigen Stunden eines Frauenzimmers“ und der „Philosophie eines Weibes“ (2. Aufl. 1785, auch ins Französische übersetzt), 1786 folgte das Schauspiel „Leichtsinn und gutes Herz“. 1790–92 gab sie die Monatsschrift „Amaliens Erholungen“ und 1793–94 die „Einsiedlerin aus den Alpen“. Ferner erschienen von ihr: „Amalie, eine wahre Geschichte in Briefen“, 1787; „Nina’s Briefe an ihren Geliebten“, 1787; „Graf Bilding, eine Geschichte aus dem mittlern Zeitalter, dialogisirt“, 1788; „Kleine Fragmente für Denkerinnen“, 1788; „Erzählungen“, 1795 ; „Amaliens Feierstunden“, 1796–98. Ihre Schriften tragen das Gepräge eines reinen sittlichen Charakters und einer liebenswerthen Persönlichkeit. Sie hat damit auf viele ihres Geschlechtes bildend und veredelnd eingewirkt.

Escher bei Ersch u. Gruber, I. Sect. 31. Bd. S. 466 ff.
v. L.