ADB:Elsner, Johann Gottfried

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Artikel „Elsner, Johann Gottfried“ von William Löbe in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 69–70, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Elsner,_Johann_Gottfried&oldid=- (Version vom 23. Mai 2019, 23:45 Uhr UTC)
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Elsner: Johann Gottfried E., königl. preußischer Wirthschaftsrath und seiner Zeit eine der größten Autoritäten auf dem Gebiete der Schafzucht und Wollkunde. Er war geboren am 14. Januar 1784 zu Gottesberg in Schlesien und † am 5. Juni 1869 zu Waldenburg i. Schl. Zu der Profession seines Vaters, welcher Kürscher war, bestimmt, wußte er es endlich nach schweren Kämpfen zu erreichen, daß er sich den Wissenschaften widmen durfte. Nach mehrjährigem Aufenthalt auf dem Lyceum zu Landshut studierte er von 1805–7 in Halle Theologie, Philologie und Philosophie, wurde dann Hauslehrer, heirathete 1814 seine Principalin, die Besitzerin eines Landgutes und widmete sich seit dieser Zeit der Landwirthschaft. Als 1819 das Gut verkauft wurde, benutzte er die Zeit der Muße dazu, einige Monate nach Möglin zu Thaer zu gehen. 1822 übernahm er die Pachtung der Stadtgüter zu Münsterberg; nach Ablauf derselben 1830 privatisirte er und unternahm in Angelegenheiten der Schafzucht größere Reisen in das Ausland, namentlich nach Oesterreich und Ungarn, um daselbst die Merinozucht zu verbreiten. E. war ein sehr fruchtbarer Schriftsteller. Schon in Landshut führte er die Redaction der Zeitschrift „Das Blumenkörbchen oder Mannigfaltigkeiten zum Nutzen und Vergnügen“, welche er auch in Halle fortsetzte. 1825 verband er sich mit Ch. K. André zur Mitredaction der Zeitschrift „Oekonomische Neuigkeiten und Verhandlungen“, welche er aber nach André’s Tode aufgab, um mit Majer und Hammerschmidt die Redaction der „Allgem. österr. Zeitschrift für den Landwirth, Forstmann und Gärtner“ (Wien) zu übernehmen. 1843 und 1844 gab er die „Schlesische Bauern-Monatsschrift“ (Breslau) heraus. Nächstdem war er vieljähriger Mitarbeiter an der Augsburger Allgem. Zeitung, dem Morgenblatt, Ausland, Schwäbischen Merkur, der Breslauer und Schlesischen Zeitung. An selbständigen Schriften erschienen von ihm: „Beschreibung der Felsen bei Adersbach in Böhmen“. 1805; „Was thut der Landwirthschaft Noth?“ 1821; „Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien, Brandenburg, Sachsen, Mähren und Oesterreich“, 2 Bde., 1822–1824; „Beschreibung meiner Wirthschaft zu Steindorf in Preußisch-Schlesien“, 1826; „Meine Erfahrungen über die höhere Schafzucht“, Stuttgart 1828, 2. Aufl. 1835; „Uebersicht der veredelten ökonomischen Schafzucht“, 2 Bde., 1828 u. 29; „Schäferkatechismus“, 1830 (erschien auch in böhmischer und polnischer Sprache); „Die deutsche Landwirthschaft nach ihrem jetzigen Stande dargestellt“, 3 Bde., 1830–35; „Handbuch der veredelten Schafzucht“, 1832, ins Polnische übersetzt von Grabowsky (1836); „Hand- und Hülfsbuch für den kleinen Gutsbesitzer und Landmann“, 1834; „Die Politik der Landwirthschaft“, 2 Bde., 1835; „Wie soll der Landwirth bei der Erzeugung und Verwerthung seiner Producte speculiren?“ 1836; „Guter Rath bei Ein- und Verkauf von Landgütern“, 1838; „Das goldne Vließ oder die Erzeugung und der Verbrauch der Merinowolle in ökonomischer, merkantiler und statistischer Hinsicht“, 1838; „Die Bildung des Landwirths“, 1836; „Das Edelschaf in allen seinen Beziehungen“, 1840; „Ueber die ungewöhnlichen gegenwärtigen Naturerscheinungen nebst darauf gegründeten meteorologischen Folgerungen und Schlüssen“, 1837; „Unterricht in der rationellen Schafzucht“, 1839; „Ungarn“, 2. Bde., 1840; „Die rationelle Landwirthschaft“, 1841; „Die Schafzucht Schlesiens“, 1842; „Der Maisbau“, 1851; „Der angehende rationelle Landwirth“, 1852; „Die rationelle Schafzucht“, 1853; „Deutschlands Merinowollerzeugung“, 1853; „Die verschiedenen Schafe der deutschen Merinozucht“, 1857. Nach des [70] Verfassers Tode besorgte E. eine zweite mit Anmerkungen und Zusätzen versehene Auflage von Rudolf André’s „Anleitung zur Veredlung des Schafviehes“, 1826. Sein Leben und Wirken hat E. selbst ausführlich beschrieben in der Schrift: „Erlebnisse und Erfahrungen eines alten Landwirths“, 2 Bde., 1865.