ADB:Esser, Heinrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Esser, Heinrich“ von Heinrich Kábdebo in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 382, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Esser,_Heinrich&oldid=- (Version vom 19. Juni 2019, 21:19 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Essenius, Andreas
Nächster>>>
Esser, Louis
Band 6 (1877), S. 382 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Heinrich Esser in der Wikipedia
GND-Nummer 116577444
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|6|382|382|Esser, Heinrich|Heinrich Kábdebo|ADB:Esser, Heinrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116577444}}    

Esser: Heinrich E., Liedercomponist und Hofoperncapellmeister zu Wien, geb. am 15. Juli 1818 zu Mannheim, wo sein Vater Oberhofgerichtsrath war, und † am 3. Juni 1872 zu Salzburg. Schon frühzeitig im elterlichen Hause, wo die Musik gepflegt ward, sein musikalisches Talent entfaltend, machte E. seine Studien unter Franz Lachner und seit 1840 in Wien unter Sechter. 1842 ward er Dirigent der Liedertafel in Mainz und 1846 auch Capellmeister am dortigen Theater. 1847 berief man ihn als Capellmeister an die Hofoper nach Wien. Hier ward er durch seine Kenntniß, seinen Biedersinn und seine Rechtlichkeit bald zum Liebling seiner Untergebenen, wie überhaupt der musikalischen Kreise, und übte auf das Wiener Musikleben den vortheilhaftesten Einfluß aus. Auch seiner Fachkenntniß fehlte es nicht an Anerkennung: 1867 wurde er, nach Eckert’s Fortgang, zum artistischen Beirath der Operndirection gewählt; auch war er ein Hauptmitarbeiter an dem neuen Theatergesetz und Pensionsstatut, wie auch an dem Statut für die neuerrichtete Hofoper. Ebenso nahm er Theil an der Reorganisation der alten „Wiener Tonkünstlersocietät“, welche unter dem neuen Namen „Haydn“ ihn zum Vorstand erwählte. 1869 trat er, von anhaltender Krankheit geplagt, in den Ruhestand und lebte fortan in Salzburg in stiller Zurückgezogenheit. E. hat sich namentiich als Liedercomponist einen Namen gemacht; seine Composition zur Ballade „Des Sängers Fluch" von Uhland ward rasch populär; ihr folgten zahlreiche Liederhefte, „die, allerdings ungleich an Werth, viele zarte sinnige Stücke enthalten; sie nähern sich am meisten dem Stile Mendelssohns, mit welchem E. überhaupt künstlerisch am meisten verwandt erscheint; die subjective Stärke des Ausdruckes tritt darin meistens zurück hinter eine gewisse klare Allgemeinheit der Anmuth.“ Unter Esser’s Schöpfungen für Männerchor ragt besonders „Mahomets Gesang“ hervor. Für gemischten Chor componirte er u. a. den 23. und 24. Psalm; für Clavier ein Solostück, zwei Sonaten und ein Trio; ferner ein Streichquartett und für Orchester zwei schöne Suiten und drei Symphonien. Daneben verdienen auch seine ausgezeichnet schönen Instrumentationen einer Bach’schen Toccata und der Passacaglia für großes Orchester der Erwähnung. Die Gesammtzahl seiner Opera beläuft sich auf 81, darunter die drei Opern „Sitas“, „Riquiqui“ und „Die beiden Prinzen“. Außerdem zahlreiche Clavierauszüge und Clavierbearbeitungen von Werken Händel’s, Gluck’s, Mozarts, Haydn’s, Beethoven’s, Lachner’s, Auber’s u. a.

E. Hanslick, Zur Erinnerung an H. E. (Neue fr. Presse 2809). – H. Giehne in v. Weech’s Badischen Biographieen.