ADB:Ewald, Schack Hermann

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Artikel „Ewald, Schack Hermann“ von Wilhelm Creizenach, Albert Schumann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 446, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ewald,_Schack_Hermann&oldid=2495810 (Version vom 20. April 2018, 16:08 Uhr UTC)
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Ewald: Schack Hermann E., geb. 1745 zu Gotha. Er studirte in Erfurt und im Sommer 1772 in Göttingen, wo er sich an die Mitglieder des Dichterbundes anschloß, denen er persönlich werth gewesen zu sein scheint, obgleich sie sich über die Oden, die er noch 1772 herausgab, sehr abfällig äußern (vgl. Knebel, Nachlaß II. 129; Voß, Briefwechsel I. 83). Bei dem Feste, das er beim Abschied von Göttingen veranstaltete und dem auch Bürger beiwohnte, ereignete sich die oft erwähnte Demonstration des Dichterbundes gegen Wieland (vgl. Voß a. a. O. 93 f.). Später wurde er Hofsecretär zu Gotha und Herausgeber der dortigen gelehrten Zeitung. Er starb 1824.[1]

Oden von E., Leipzig und Gotha 1772, vgl. Goedeke, Grundr.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 446. Z. 26 ff. v. o.: Nach einer zur Zeit der Abfassung des obigen Artikels über Schack Hermann Ewald noch nicht gedruckten Quelle (s. u.) wurde derselbe den 6. Februar 1745 geboren und starb den 5. Mai 1822 (nicht 1824). Nach dem Besuche des gothaischen Gymnasiums und der Universität Erfurt widmete er sich 1769 der Advokatur in seiner Vaterstadt, übernahm aber dann noch die Stelle eines Hofmeisters bei einem wohlhabenden Rechtsstudirenden und begleitete diesen Anfangs Mai 1772 nach Göttingen, von wo er zu Anfang October des gleichen Jahres wieder nach Gotha zurückkehrte. Hier wurde er 1780 Registrator und 1784 Secretär beim Hofmarschallamte. 1798 zum Hofsecretär befördert, erhielt er 1803 noch den Titel eines Rathes und 1812 den eines Hofrathes. Seine Beerdigung erfolgte unter feierlicher Theilnahme der „Loge Ernst zum Kompaß“, deren langjähriges Mitglied er gewesen war und deren Feste er öfters durch Gelegenheitsgedichte verherrlicht hatte. Der ihm gewidmete Denkstein auf dem zweitältesten Friedhofe Gotha’s trägt außer den Personalien das Distichon:

    „Harmlos, reinen Gemüths, durchforscht’ er die Bahnen der Weisheit;
    Heiter und dürstend nach Licht, stieg er zum Grabe hinab.“

    Das oben erwähnte abfällige Urtheil seiner Göttinger Freunde über die „Oden“ schreckte ihn nicht von weiteren litterarischen Versuchen ab. Es sind theils dramatische, ohne seinen Namen erschienene („Der falsche Mord. Schauspiel.“ Frankf. 1778; „Die Heirath aus Liebe. Nachspiel mit Arien und Gesängen.“ Gotha 1788), theils philosophisch-ästhetische („Ueber das menschliche Herz. Beiträge zur Charakteristik der Menschheit.“ Erfurt 1784. Neue Auflage in 3 Bänden 1799; „Die Allgegenwart Gottes.“ 2 Thle. Gotha 1817–19), theils Zeitschriften und Beiträge zu solchen, theils Uebertragungen aus dem Lateinischen, Englischen und Französischen. Allein gab er heraus: „Gothaisches Magazin der Künste und Wissenschaften“ (2 Bde. Gotha 1776–79) und in Gemeinschaft mit H. A. O. Reichard, L. Chr. Lichtenberg und J. W. Dumpf: „Gothaische gelehrte Zeitung“ (Gotha 1774 ff.) Beiträge von ihm erschienen in Reichard’s „Theater-Journal“ (Gotha 1777 ff.), in der „Litteratur- und Theater-Zeitung“ (Berlin 1778 ff.), in der von Reichard herausgegebenen Vierteljahrsschrift „Olla Potrida“ (Berlin 1778 ff.) und im „Gothaischen gemeinnützigen Wochenblatt“ (Juni 1779 bis Juni 1781). Von Uebersetzungen aus den obengenannten Sprachen veröffentlichte er u. a.: „Lieder des Markus Antonius Flaminius“ (Gotha 1775), A. D. Philidor’s „Praktische Anweisung zum Schachspiel“ (Gotha 1779; 3. Aufl. 1810), Moheau’s „Untersuchungen und Betrachtungen über die Bevölkerung von Frankreich“ (Gotha 1780). Adair’s „Beschreibung der nordamerikanischen Indianer“ (Breslau 1782).

    Vgl. außer den oben angeführten Quellen: Intelligenzblatt der Jen. Allgem. Litteratur-Zeitung vom J. 1822, Nr. 37 u. 38, Sp. 300. – A. Beck, Ernst der Zweite, Herzog zu Sachsen-Gotha und Altenburg, als Pfleger und Beschützer der Wissenschaft und Kunst. Gotha 1854, S. 117. – Briefe von und an Gottfr. Aug. Bürger, hrsg. von Adolf Strodtmann. Berlin 1874, Bd. I S. 73–76; Bd. IV S. 302a. – H. A. O. Reichard (1751 bis 1828). Seine Selbstbiographie überarb. u. hrsg. von Herm. Uhde. Stuttg. 1877, S. 39, 424 u. 471–72. [Bd. 13, S. 792 f.]