ADB:Funk, Gottfried Benedict

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Artikel „Funk, Gottfried Benedict“ von Karl Janicke in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 8 (1878), S. 201–202, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Funk,_Gottfried_Benedict&oldid=- (Version vom 13. Oktober 2019, 20:39 Uhr UTC)
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Funk: Gottfried Benedict F., hervorragender Pädagog, Sohn eines lutherischen Geistlichen, geb. zu Hartenstein in der Grafschaft Schönburg am 29. Novbr. 1734, gest. zu Magdeburg als Rector des Domgymnasiums am 18. Juni 1814. Durch seinen Vater und auf dem Gymnasium zu Freiberg trefflich vorbereitet, bezog er Ostern 1755 die Universität Leipzig. Zum Theologen bestimmt, trug er, da Zweifel an einigen Sätzen der Dogmatik in ihm aufgestiegen waren, Bedenken, das theologische Studium zu beginnen. In dieser Unruhe wandte er sich an Cramer, damals quedlinburgischer Hofprediger, der ihm aber die Ueberzeugung nicht nehmen konnte, sich der Theologie, wenigstens in seinem Vaterlande Sachsen, nicht zu widmen. Daher wandte er sich zunächst der Jurisprudenz zu, hörte aber auch philologische und philosophische Vorlesungen. Während er noch in der Wahl seiner Studien schwankte, erhielt er im Februar 1756 von Cramer, der inzwischen nach Kopenhagen berufen war, eine Einladung nach dort, um theils in seiner Familie Lehrer und Erzieher zu sein, theils das aufgegebene theologische Studium unter Cramer’s eigener Leitung fortzusetzen, mit dem Versprechen, seine Versorgung in Dänemark im geistlichen oder weltlichen Stande zu bewirken. F. nahm das Anerbieten an und verließ nach Ostern 1756 Leipzig. In Kopenhagen, wo er auch die Bekanntschaft Klopstock’s und einer Reihe anderer hervorragender Männer machte, studirte er fleißig die theologischen Wissenschaften, namentlich auch die orientalischen Sprachen. Im J. 1769 wurde F. als Subrector an die Domschule zu Magdeburg berufen, und als der damalige Rector Goldhagen 1771 sein Amt niederlegte, wurde er dessen Nachfolger. Durch ihn erhielt die Schule einen vorher nie geahnten Aufschwung, aus ihr ging namentlich eine große Menge Theologen und Schulmänner hervor. Funk’s großes pädagogisches Geschick, die Milde seines ganzen Wesens, sein ausgedehntes Wissen, seine rastlose Thätigkeit, die väterliche, aufopfernde Fürsorge für die ihm anvertrauten Zöglinge, verschafften dem Magdeburger Domgymnasium während seiner 45jährigen Lehrthätigkeit einen weitverbreiteten Ruf. Seit 1785 ward F. auch Mitglied des Magdeburger Consistoriums, und in dieser Eigenschaft hatte er die Predigt- und Schulamtscandidaten zu prüfen. Auch dieses Amt verwaltete er mit derselben Treue und Gewissenhaftigkeit. So sehr er auch gründliche und vielseitige Kenntnisse schätzte, so legte er doch noch größeren Werth auf den Charakter und den äußeren Wandel des angehenden Geistlichen. F. war ein Mann von tiefer Religiosität im Sinne [202] eines gemäßigten Rationalismus: die von ihm verfaßten Kirchenlieder, die sich freilich an poetischem Werthe mit denen des 16. und 17. Jahrhunderts nicht vergleichen lassen, spiegeln diese Richtung wieder. Seine schriftstellerische Thätigkeit, die niemals sehr umfangreich war, hörte fast ganz auf, als er sein Amt in Magdeburg antrat. Die nicht sehr zahlreichen Abhandlungen, von denen ein Theil zuerst in Cramer’s „Nordischem Aufseher“ erschienen, wurden nebst seinen Schulreden etc. von seinem Neffen Karl Funk herausgegeben; „Gottfried Benedict Funk’s Schriften“, Berlin 1820, 2 Bde. Im zweiten Bande befindet sich eine Auswahl aus seinem Briefwechsel und eine biographische Skizze aus der Feder seines Neffen. Nach seinem Tode brachten seine ehemaligen Schüler ein Capital zusammen, wovon ihm durch die Hand Rauch’s ein Denkmal in der Magdeburger Domkirche errichtet wurde. Aus dem Ueberschuß wurde eine Stiftung gegründet, die seinen Namen trägt und den Zweck hat, bedürftige und talentvolle Schüler des Domgymnasiums während ihrer Schulzeit und bei ihrem Abgange zur Universität zu unterstützen.