ADB:Gleim, Eduard

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Artikel „Gleim, Eduard“ von Hyacinth Holland in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 49 (1904), S. 393–394, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Gleim,_Eduard&oldid=- (Version vom 17. Oktober 2019, 08:52 Uhr UTC)
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Gleim: Eduard G., Landschaftsmaler, geboren am 31. März 1812 zu Rothenburg a. d. Fulda, † am 3. März 1899 in München; erhielt den ersten Unterricht in seiner Heimath, dann auf dem Gymnasium zu Hersfeld, wo er auch zu den Schülern des nachmals durch seine Deutsche Litteratur-Geschichte berühmt gewordenen Professors A. Fr. Chr. Vilmar zählte; G. blieb mit demselben immerdar in freundlicher Beziehung. Im J. 1830 bezog G. zum Rechtsstudium die Universitäten von Marburg und Heidelberg, wo er durch ein von Ernst Fries gemaltes Bild solche Anregung verspürte, daß er nach Karlsruhe übersiedelte, um unter dieses Meisters Leitung ganz der Landschaftsmalerei obzuliegen. Als aber sein Lehrer schon am 11. October 1833 aus dem Leben schied, ging G. nach München, wo er mit Moriz v. Schwind, dem Schlachtenmaler Feodor Dietz, dem Landschafter Albert Zimmermann und dem Thiermaler Fr. Voltz verkehrte und sich selbständig auf Studienreisen im bairischen Gebirge und der Schweiz weiter bildete; auch ein längerer Aufenthalt zu Düsseldorf war von guter Wirkung. Um seine Verehelichung mit einer Tochter des Finanzrathes Matthes in Karlsruhe (eine Freundin von Schwind’s Gattin) zu ermöglichen, übernahm G. unter vortheilhaften Bedingungen eine Privatstelle als Rentenverwalter zu Mannheim (1847), worüber M. von Schwind in einem am 8. August 1847 an seinen Freund Bernhard Schädel gerichteten Briefe (in „Nord und Süd“, Juli 1880, XIV, 27) spottet, G. sei „Sklavenhändler“ geworden. Von 1848 bis 1860 lebte G. zu Weinheim, ging dann aber, um sich neuerdings der Kunst zu widmen, nach München, wo derselbe auch nach dem Tode seiner Frau (1865) als ausübender Maler sich bethätigte. Seit 1840 brachte er sehr einfach componirte, warm empfundene und gut gemalte Landschaften mit Motiven aus Oberbaiern und Tirol in den Münchener Kunstverein; 1844 eine Partie vom Gardasee, einen Chiemsee-Abend, 1846 ein Schloß aus Hessen; 1865 Ambach bei Starnberg, Partien bei Altenburg und Brannenburg, den Finstermünzsee in Tirol, 1866 einen Gewitterabend, eine mit Zigeunern staffirte Höhle aus dem Odenwald, eine Erinnerung an Hohenschwangau und die Ruine Waldeck bei Schliersee, 1868 einen Abend am Lago Maggiore, 1869 Morgenlandschaft aus Hessen, 1871 ein hessisches Wiesenthal, 1872 eine duftige Morgenstimmung, 1873 und 1887 Erinnerungen vom Chiemsee; 1880 die Isargegend bei Ebenhausen, und ein anderes Motiv aus Oberbaiern, 1883 eine Waldlandschaft mit Badenden. Im J. 1894 brachte er sein letztes, immer noch erwähnenswerthes Bild zur Ausstellung. In seinem Nachlaß fand sich eine Menge angefangener Bilder; was aus ihnen und seiner zahlreichen Correspondenz geworden (darunter wie man sagte, auch viele Briefe von Schwind) ist unbekannt. – G. liebte die Verbindung von Berg und Thal, mit klaren Seespiegelungen und [394] fröhlichen Wasserfällen, kurz die Landschaft in ungesuchter, idyllischer Stimmung. Reproductionen in Holzschnitt oder Photographie sind nicht nachweisbar.

Vgl. Fr. v. Bötticher, 1895. I, 390. – Singer 1896. II, 61. – Kunstvereinsbericht f. 1896, S. 71. – Bettelheim, Jahrbuch 1900, S. 98 f.