ADB:Voltz, Friedrich

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Artikel „Voltz, Friedrich“ von Hyacinth Holland in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 276–280, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Voltz,_Friedrich&oldid=2508614 (Version vom 26. September 2017, 14:25 Uhr UTC)
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Voltz: Friedrich V., Thierbild- und Landschaftsmaler, geboren am 31. October 1817 zu Nördlingen, der älteste Sohn des nachfolgenden Künstlers, genoß frühzeitig die Unterweisung seines Vaters in technischen Vortheilen, lernte das Grundiren der Leinwand, das Bereiten des Firnisses, das Aetzen und Drucken der Kupferplatten, übte sich im Zeichnen und Malen, im Radiren und Stechen und gewann, immer mit dem Schönen auch das Praktische verbindend und die Zeit mit kluger Berechnung ausnützend, jene handsame Fertigkeit, welche wohlbedacht und zielbewußt, stets mit der Wahl der Mittel das Richtige zum knappsten Ausdruck bringt. So errang der Jüngling durch eigenen Fleiß bald die Mittel, um im Herbst 1834 nach München zu wandern und im Wintersemester an der Akademie nach der Natur zu zeichnen. Der Sommer trieb ihn in die freie Natur, an die Ufer der Würm, des Starnbergersees oder nach Pähl, da er schon als Knabe besondere Neigung für Landschafts- und Thiermalerei gefaßt hatte, wozu ihn auch der berühmte Albrecht Adam ermunterte, welcher, sobald in seinem Garten nach schönen Pferden gemalt wurde, den jungen V. immer zur wetteifernden Betheiligung einlud und auch sonst mit Rath und That förderte. Durch Adam’s Vorbild wieder mehr für die Gegenwart und das [277] Militärische entflammt und an der Akademie an ideale Compositionen aus der Vorzeit gewiesen, zeichnete V. ganze Kürassierregimenter und versenkte sich dann wieder in die germanische Vorzeit mit romantischen Thusnelden und Arminiusschlachten. Nachhaltiger wirkten die Studienreisen im bairischen Hochgebirge und in Tirol; sie weckten die Vorliebe für Darstellungen aus dem Alpenleben, welche durch die Frische und Unmittelbarkeit der Auffassung anzogen und den Namen des Künstlers bald zur Geltung des Publicums brachten. Dazu kam das Vorbild von Wagenbauer, Johann Adam Klein, Peter Heß, Bürkel, Weller, Habenschaden und anderer Zeitgenossen, darunter auch der wackere Karl Friedrich Heinzmann, mit welchem V. 1843 nach Oberitalien wanderte, ohne jedoch dadurch auf andere Pfade gelockt zu werden. Auch eine zweite 1845 mit Seidel unternommene Reise nach Italien zeitigte keine fremden Eindrücke. Ungleich besser förderte ihn die stille Malercolonie zu Eberfing (nächst Weilheim), wo Albert Zimmermann mit seinen Namensvettern, mit Kutsch, den beiden Seidel, Rosenthal und dem inzwischen nachgerückten jungen Ludwig Voltz – dem 1825 zu Augsburg geborenen Bruder Friedrich’s – eine wahre Hochschule für Landschaftsmaler etablirt hatte. Der Name V. genoß jetzt schon eines guten Klanges, seine Bilder wurden lebhaft begehrt und gingen nach den Hauptsitzen der Kunstvereine. Er liebte Thiergruppen, auch Jagdbilder nach dem Vorbilde Adam’s, für welchen V. eine Reihe schöner Pferdeporträts mit derselben sauberen Delicatesse lithographirte, wie er vorher schon viele Bilder aus der berühmten „Galerie des Fürsten von Leuchtenberg“, welche Inspector Muxel in Umrissen herausgab, mit verständnißinniger Treue radirt hatte. Auch für den Münchener „Radirverein“ (Verlag von E. Roller 1845), lieferte V. mehrere, den Sammlern hoch willkommene Blätter. – Zu seinen frühesten Bildern gehört eine „Viehgruppe unter einer Buche“ (1840, in Karlsruhe), eine „Scene aus der Alpenwelt“ (1841, bei Herrn v. Dall’Armi in Augsburg), „Pferde unter einer Eiche“, „Rinder und Ziegen auf der Alpe“ (1841), ein „Gebirgsweideplatz“ (1842), eine höchst lebendig gezeichnete und ebenso gemalte „Gruppe Kühe“ (auch in eigener Radirung 1848), „Weidendes Vieh“ (1845) u. s. w. Eine Reise nach Belgien und Holland (1846), wo V. bei Eugen Verboeckhoven, Nicaise de Keyser, Aug. Franz Schelver, H. Backhuysen u. A. die freundlichste Aufnahme fand, erweiterte seinen Gesichtskreis und übte coloristisch mächtigen Einfluß. Auf dem Rückwege berührte V. Düsseldorf, Köln und Frankfurt, inspicirte die treffliche Galerie zu Pommersfelden und eilte über Nürnberg in die Heimath nach Nördlingen, allda seinem Vater über die neuen Eindrücke Bericht zu geben. Im J. 1847 ging V. nach Schwaben und lernte zu Ludwigsburg seine nachmalige Gattin kennen, welche er 1849 heimführte.

V. hatte die glückliche Gabe, seine realistisch-treuen Studien durch das Hereinziehen der poetisch gestimmten Landschaft zu erklären und in einen heimisch-anmuthenden Ton, in einen jeden Beschauer behaglich anklingenden Rhythmus von Farbe und Linie zu setzen. Ebenso gelang es ihm aber auch, durch dieselben einfachen Mittel uns zu packen, wenn er die empörte Natur bei Wetter und Sturm darstellte; jeder Effect war wohlerwogen, echt gefühlt und im Einklange mit dem Ganzen bis ins kleinste Detail interessant durchgeführt. Man kann im ganzen etwa drei Phasen seiner Kunst unterscheiden. Von den Hochalpen, wo V. das gemüthliche Leben der Sennen mit ihren Thieren abzuschildern liebte, zog er in die landschaftlichen Niederungen, die er gleichmäßig mit Figuren und Thieren staffirte und zu den frischesten, anziehendsten Idyllen rundete, in welchen überhaupt seine Hauptstärke bestand. Von da ging er zu den Darstellungen des Stalllebens über, wo in geschlossenen Räumen die Thiere den Hauptgegenstand bilden. Doch griff V. am liebsten wieder nach dem Idyllenbilde [278] zurück, womit er die größten Erfolge errang. An den anmuthigen Geländen des Starnbergersees, insbesondere in den Oekonomien zu Tutzing und Bernried, wo V. mit großer Vorliebe sommerfrischelte, fand er das benöthigte Material, die schönsten Thiermodelle in erwünschter Menge. Zu seinen vorzüglichsten Bildern aus der mittleren Zeit gehört die „Heerde an der Felswand“ (1851) mit einem landschaftlichen Motiv aus Benediktbeuern (wiederholt im König-Ludwig-Album und als eigene Radirung), ein „Stall mit Kühen“, ein „Italienischer Bärenführer“ , ein „Kuhstall“ und eine „Stallscene“; „Dorfpartie an der Würm“ (1852); „Ruhende Ziegen an einer Felswand“ und „Milchmädchen im Schlitten bei Schneegestöber“ (1853); ein „Kühe durch das Wasser treibendes Mädchen“ u. s. w. Das von Eggers 1853–1858 herausgegebene „Deutsche Kunstblatt“ verzeichnet von Jahr zu Jahr neue, nach allen Seiten der Windrose gehende Bilder und Fr. V. galt unbestritten als der „trefflichste Bukoliker“, dem es gegönnt ist, „den ganzen Zauber des Hirtenlebens mit poetischer Hand zu schildern“ (1856, S. 390). „Einige Kühe sind malerisch gelagert, andere stehen wiederkäuend, noch andere weiden etwas entfernter am blau-grünen Bache, unter dem narbigen Baume weilt die Hirtin, der sich einige Schafe zutraulich nähern; großblätterige Wasserpflanzen und Blumen umgeben die Quelle, von Libellen umtanzt und von Schmetterlingsflügeln umwebt … Wie ist doch so eine liegende Kuh studirt! ihre Physiognomie, ihr Horn, die Rippenpartien, die Füße und deren Lage, der Strich und der Charakter der Haare an den verschiedenen Theilen – alles zeigt den sorgfältigen Beobachter der Natur; dann der alte Baumstamm, das Geräthe des Mädchens, dieses selber ist mit eingehendster Liebe vorgetragen. Und dabei durch und durch malerisch, voll der angenehmsten Wärme, voll Duft und Reiz“ … Von einer 1857 in Berlin ausgestellten „Idylle“ heißt es: „Der Maler führt in ein unweit des Dorfes gelegenes Gehölz. Im Vordergrund stehen zwei Kühe in einem Waldbach, von denen eine stattliche, weiß gesprenkelte durstig das klare Wasser schlürft; eine dritte kommt satt, brummend, schwerfällig heran. Links auf grünem Rasen und bunten Blumen verspeisen der zwölfjährige Hirte mit seinem Schwesterlein aus einer Schale ihre Abendmahlzeit. Fast der ganze Vordergrund wird beschattet von einer markigen Eiche, unter deren knorrigen Zweigen sich links eine Fernsicht öffnet; man sieht über gelbe Felder bis ans Dorf und noch weiter in duftige Berge; darüber hin schweben Sommerabendwolken. Die Farbengebung ist voll Kraft, das Ganze in milder Abendbeleuchtung gehalten“ (Eggers: Deutsches Kunstblatt 1857. VII, 309). Dergleichen packt uns, wie ein Gedicht von Eichendorff, wie ein Lied von Mendelssohn-Bartholdy! Aber auch im schalkischen Ausdruck war V. meisterlich zu Hause – ein feiner Humorist. So liegen z. B. zwei „Kühe am Quell“ – die „eine sieht wirklich so grämlich aus, daß man wissen möchte, was ihr in der Welt nicht recht ist. Sie muß außergewöhnliche Erfahrungen gemacht haben, denn in der Regel schauen die treuherzigen Augen dieser Thiere ganz vergnüglich und zufrieden in die Welt“ (Eggers 1857. VIII, 417). V. verstand immer die Stimmung der landschaftlichen Natur mit der entsprechenden Thierwelt und die Beziehungen derselben zum Menschen in poetischen Einklang zu bringen. Wenn ihm dabei auch die helle Freude und jener der Thierwelt eigene Humor die Hand leiteten, so schützte ihn doch sein feiner Sinn vor Unschönheit und Caricatur. Mit Recht bemerkt deshalb Fr. Pecht: V. „quält uns nicht mit gelehrten Eseln und frommen Schafen, er erläßt uns alles loyale Rindvieh; er hat nicht die geringste Prätension, seine Landschaften mit seelenvollen Gänsen und coquettirenden Ziegen zu verzieren, sondern er gibt uns seine Geschöpfe durchaus naiv, selten dramatisch heftig bewegt und bewußt, am liebsten als bloße Ergänzung und Belebung der landschaftlichen Scenerie wieder“ (in Lützow’s Zeitschrift 1867. II, [279] 209, woselbst auch eine „Idylle“ in Holzschnitt von Klitsch und Rochlitzer beigegeben ist). Nachdem Pecht noch die ganze Unbefangenheit und Harmlosigkeit in der Wiedergabe des individuellen Charakters der Hausthiere betont und die wahrhaft wohlthuende, frische und kernige Poesie, charakterisirt er mit dem drastischen Satze „V. malt nicht Vieh, sondern Bilder mit Thieren“ die wahre Kunst dieses großen Meisters. V. war nicht ein die nackte Natur photographisch abschreibender Maler, sondern ein gestaltender, denkender und geistreicher Künstler, welchem noch das „Bild“ als Aufgabe galt. Er suchte nicht das erste beste Stück Natur mit bleierner Wahrheit und realistischer Nüchternheit wiederzugeben, sondern componirte und dichtete seine Landschaften, mit den dazu gehörigen Menschen. Er sprach in seiner Kunst nicht in rüder, stallduftiger Prosa, wie die französischen Impressionisten und ihre Nachbeter, sondern in wohllautenden, sorgfältig abgewogenen, rhythmisch durchgebildeten Formen, wie er denn überhaupt nach einer, nicht verfeinernden, aber wahrhaft veredelnden Bildung strebte und alle Erzeugnisse der Wissenschaft und Poesie, aus alter und neuer Zeit, begierig kennen zu lernen und möglichst sich anzueignen trachtete. Am liebsten wanderte V., nachdem er die Woche über mit äußerster Benützung der Zeit geschaffen hatte, an den Ruhetagen in feierlicher Stimmung nach der Pinakothek, um sich im Anblicken der alten Meister zu erbauen und wie in einem Jungborn zu erfrischen. „Da lernt man erst was in ein Kunstwerk gehört“, pflegte er zu sagen „denn wie etwas überhaupt erst Musik sein muß und nicht bloßer Lärm, um zur Harmonie zu gelangen, so muß erst die Darstellung ein Bild machen“. So ging er auf die Feinheit des Tones der alten Niederländer, wie z. B. Adriaen van der Velde und Nicolas Berchem zurück, die er mit Liebe und Bewunderung studirte, ebenso wie die Stimmungen des Tages, welche, mit Ausnahme von Nacht und Mondschein, in größtem Wechsel durch alle seine Bilder ziehen. „Ob er bei hellem oder nebligem Morgen, unter brütender Mittagshitze, in schattiger Waldkühle, am erfrischenden Seegestade, am goldenen Abend oder bei versinktnder Dämmerung seine Thiere uns vorführt, wir begleiten ihn gern und scheiden niemals, ohne Herz und Sinn erquickt zu haben“. Auch Regenwetterstimmungen liebte er zur Abwechselung und behandelte selbe mit gleicher Virtuosität. (So eine „Kuhheerde am See bei regnerischem Wetter“, prachtvoll radirt von Unger, im V. Bande von Lützow’s Zeitschrift 1870.) Alle Welt wollte jetzt Bilder von ihm, er konnte den Anfragen und Bestellungen kaum genügen, obwol sie kistenweise nach Amerika gingen, so daß Wilhelm v. Kaulbach sich nicht enthalten mochte, in seiner sarkastischen Weise nach dem Stande des „Viehhandels“ zu fragen, worauf der immer schlagfertige V. mit adäquater Bonhommie geantwortet haben soll. Als im Winter des Jahres 1857 V. infolge eines in seiner Wohnung ausgebrochenen Brandes die rechte Hand schwer verletzte, so daß mehrere Monate lang die höchste Schonung geboten war, griff er mit der Linken zur Bleifeder und zu den Farbenstiften, wie er denn immerdar auch in den langen Winterabenden mit vielbegehrten Tuschzeichnungen und Skizzen sich gleich angenehm und nützlich zu unterhalten pflegte. Bei der Arbeit im Atelier trug der immer feingekleidete Mann ein sorgsames Uebergewand und nach Art der Schweizerschützen, sogar eine große, weiße, stets reingehaltene Schürze. Viele von seinen Bildern wiederholte er öfters, immer wieder ändernd und bessernd und gleichzeitig an Verschiedenartigem thätig. So hielt er sich frisch und originell und blieb immerdar auf der Höhe seines guten Namens und Ruhmes. Die „am See tränkende Heerde“ (1868 in der Berliner Nationalgalerie) wiederholte er nicht weniger als fünfmal: zweimal für Kunsthändler in Berlin, für Philadelphia und New-York und die Kunsthandlung Wimmer-Humplmayr in München, welch letztere zugleich mit P. Kaeser den Export nach der [280] neuen Welt besorgten, wobei der neuere Eingangszoll auf die amerikanische Begeisterung für gute Namen keine bremsende Wirkung übte. Bei dem vorgenannten Berliner Bilde brachte V. das sogenannte Längen- (Breite-) Format zur Anwendung, welches er beinahe bleibend allen seinen folgenden Bildern als fach- und sachgemäß adoptirte, „da die Hauptverhältnisse der dominirenden Thiergattung mit dieser in die Breite gezogenen Bildfläche am besten harmoniren“.

Von seinen Bildern verblieben in Deutschland eine „Kuhweide“ (1867 in Kiel), ein „Morgen im Dorf“ (1867, Altona und Dresden), „Hirtenjunge mit Kühen“ (Wien und Dresden, 1868), „Heimkehrende Heerde“ (angekauft in Wien um 2500 Gulden bei der dritten allgemeinen Kunstausstellung), „Mittagsruhe“ mit ganz in niederländischem Phlegma wiederkäuenden prächtigen Kühen (1870, in Wien), „Heimkehrende Heerde“, wobei Landschaft und Staffage harmonisch zu einem reizvollen Ganzen gestimmt ist (1872); „Kühe in der Tränke“ (1874), „Rinderheerde am Bach“ (1875); 1884 kam wieder ein „Kuhstall“, wobei V. in den alten warmen, seinen älteren Arbeiten eigenen Goldton zurückgriff, welcher lange einem weichen Silberschein gewichen war (Lützow XIX, 660). Eine prachtvolle „Heimkehr“ (1862) besitzt die Neue Pinakothek in München. Die meisten dieser Bilder wurden durch Albert’s und Hanfstängl’s photographische Reproductionen weithin verbreitet. Auszeichnungen und Ehren folgten; V. erhielt von den Akademien Wien, Berlin (1869, gleichzeitig mit Theodor Horschelt und Karl Piloty) und München die Aufnahme zum Ehrenmitglied, durch König Ludwig II. den Professortitel und den Verdienstorden vom hl. Michael. Ueberall auf seinen Reisen, in Berlin, Wien, Paris, wo sein Name längst florirte, kam er mit den Größen der Künstlerwelt in persönliche Berührung und die Münchener „Zwanglosen“ zählten ihn zu ihrem ältesten und treuesten Mitgliede. Sein großes offenes, klares Auge, wie die ganze Physiognomie ein unverkennbares Erbe des Vaters, seine Lauterkeit, biedere Rede und Gesinnung machten ihn allen Freunden unvergeßlich. Ein unscheinbares Fußleiden verwandelte sich in eine schwere Krankheit, welcher V. am 25. Juni 1886 erlag. Was er geschaffen, bereitet ihm für immerdar einen Ehrenplatz unter den Besten seiner Zeit. Sein ältester Sohn Dr. Albert V. erwarb schnell einen geachteten Namen als Arzt, während der jüngere Richard V. sich der Malerei widmete, um in die Fußtapfen des Vaters zu treten.

Vgl. Vincenz Müller, Handbuch von München 1845, S. 184. – Nagler 1850. XX, 530 u. Monogrammisten 1860. II, 911. 1879. V, 194. – Regnet in den Münchener Propyläen 1869, S. 301 u. in seinen Münchener Künstlerbildern, 1871. II, 294. – Sein Porträt im Illustr. Kalender, Leipzig 1872, S. 127 und in Nr. 2245 Illustr. Ztg., Leipzig 10. Juli 1886, mit Text von Karl Raupp. – Nekrolog in Beilage 234 Allgem. Ztg. 24. August 1886. – Kunstvereins-Bericht f. 1886, S. 65. – Lützow’s Zeitschrift f. bildende Kunst 1886. XXI, 652. – Fr. Pecht, Geschichte der Münchener Kunst 1888, S. 168. – Rosenberg, Die Münchener Malerschule seit 1871 (1887, mit der „Tränke“ in Kupferlichtbild von Albert). – Eine „Heimkehrende Viehheerde“ (in der K. K. Galerie der Akademie der bildenden Künste zu Wien) in Nr. 41 Ueber Land und Meer 1893. LXX. Band. – Eine vorzügliche Büste Voltz’ von Fr. Kühn erschien 1888 auf der Kunstausstellung zu München.