ADB:Heinzmann, Karl Friedrich

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Artikel „Heinzmann, Karl Friedrich“ von Hyacinth Holland in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), S. 664–665, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Heinzmann,_Karl_Friedrich&oldid=- (Version vom 2. Juni 2020, 09:33 Uhr UTC)
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Heinzmann: Karl Friedrich H., Landschafter, Porzellanmaler und Lithograph, geb. 2. Dezbr. 1795 zu Stuttgart, genoß daselbst zuerst den Unterricht des Hofmalers Seele, folgte 1814 dem Rufe des Vaterlandes, indem er als Freiwilliger in die Reihen der Kämpfer trat. Obwohl in Frankreich zum Officier avancirt, verließ er gleichwohl die militärische Laufbahn, um sich, von seinem Könige unterstützt, zur weiteren Ausbildung 1815 nach München zu begeben; hier ergriff er besonders unter Kobell’s Leitung die Landschaftsmalerei. Sein vielseitiges Talent fand bald solche Anerkennung, daß er schon 1822 eine Anstellung an der k. Porzellan-Manufaktur erhielt. H. suchte meist nur heitere und friedliche Naturscenen auf, denen er durch vollendete und sorgfältige Ausführung ein eigenthümliches Gepräge zu verleihen wußte. Mit besonderer Vorliebe weilte er in den Baierischen, Schweizer und Tiroler Alpen, welche ihm Stoff zu einer Reihe der anmuthigsten Ansichten gaben. Außer eigenen Compositionen lieferte er auf Platten, Tellern und Vasen viele Copien nach berühmten Gemälden der Pinakothek; zu seinen Hauptwerken aber zählte eine mit Abbildungen sämmtlicher Waffengattungen der baierischen Armee geschmückte Prachtvase, ein Geschenk des Kronprinzen Maximilian an den Sultan, ferner eine Tafel mit den verschiedenen Ansichten Münchens und dessen Umgegend, welche Baierns Hauptstadt dem Könige Otto bei seiner Abreise nach Griechenland überreichte. Im Jahre 1843 ging H. nach Italien; leider blieb es ihm verwehrt, die Fülle der daselbst gemachten Studien künstlerisch völlig zu verarbeiten, da er schon am 9. Juli 1846 einer heftigen Lungenentzündung erlag. Unter seinen Oelbildern sind mehrere Landschaften zu nennen, öfter mit militärischer Staffage, einen Kosakenritt übertrug er 1823 selbst auf Stein, wie er überhaupt viele Blätter nach eigener Composition (Schweizer und Tiroler Gegenden) oder nach anderen Meistern lithographirte. Zu Letzteren gehören z. B. „die Palikaren“ nach P. Heß; „Rückzug aus Rußland“ nach Albr. Adam; „die Capelle auf dem [665] Rothenberg“ nach Steinkopf (für den württemb. Kunstverein); „Ansicht der Glyptothek“, nach Klenze u. s. w. Für den großen Atlas zu Raczynskis Gesch. der neueren Kunst (1840) zeichnete er auf Stein den: „Einzug des Kaiser Ludwigs in München“ (nach B. Neher), „Ansicht der Walhalla (nach Klenze) und „Verbrecher aus verlorner Ehre" (nach W. Kaulbach). Auch lieferte er einige köstliche Radirungen, z. B.: „Landleute aus dem baier. Gebirge“; einen „Tiroler Bauer nach dem Leben gezeichnet in Eschenlohe 1827“, eine „Christmarkt-Scene“ (1843) u. s. w.

Vgl. Nagler 1838. VI. 68. Raczynski: Gesch. der neueren Kunst. 1840. II, 457. Vinc. Müller, Handb. f. München, 1845, S. 137. Bericht des Münchener Kunstvereins für 1846. S. 58. Seubert: Künstlerlexicon 1879. II, 194.