ADB:Goßler, Friedrich Franz Theodor

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Artikel „Goßler, Friedrich Franz Theodor“ von Franz Heinrich Reusch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 407, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Go%C3%9Fler,_Friedrich_Franz_Theodor&oldid=- (Version vom 22. Juli 2019, 12:45 Uhr UTC)
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Goßler: Friedrich Franz Theodor G., als Franciscaner Pater Henricus, geb. zu Magdeburg am 1. Novbr. 1800, gest. zu Wiedenbrück in Westfalen am 2. Decbr. 1856. Sein Vater war Präsident des Harzdepartements im Königreich Westfalen, später Regierungspräsident in Köln. G. studirte mit seinem jüngeren Bruder Hermann Joseph (später Oberlandesgerichtsrath zu Ratibor, gest. 1853 zu Schweidnitz) Jura in Berlin und Bonn. Am letzteren Orte traten beide Brüder nach dem Vorgange des Professor Freudenfeld (gest. als Jesuit zu Stonyhurst in England am 19. Juli 1850) zur katholischen Kirche über. Nachdem G. einige Zeit Assessor am Kammergericht zu Berlin und in Hamm gewesen, trat er 1826 zu Rietberg in Westfalen in den Franciscanerorden, der eben damals von Friedrich Wilhelm IV. die Erlaubniß erhalten, wieder Novizen aufzunehmen. Im J. 1843 gerieth er in Folge seines Projectes ein Clarissinnenkloster zu gründen, mit seinen Oberen in Conflict, erregte durch eine mit seinen Clarissinnen unternommene abenteuerliche Reise nach Berlin Aufsehen (vgl. Hist.-pol. Blätter XI [1843], 205), wurde nach Rom citirt und machte von dort aus auch eine Reise nach Jerusalem („Pilgerreise nach Jerusalem 1843–44“, Paderborn 1848). In Rom wohlwollend behandelt, kehrte er nach Westfalen zurück und lebte fortan zurückgezogen, in den letzten Jahren rückenmarksleidend, in verschiedenen Klöstern der westfälischen Ordensprovinz. G. schrieb einige Broschüren über die Angelegenheit des Erzbischofs Clemens August von Köln (1837 und 1838) und eine sehr große Zahl von Gebet- und Erbauungsbüchern. Von einem wunderlichen theosophisch-kabbalistischen Bibelcommentar („Die heil. Schrift in ihrer Ur-Sprache“) sind nur zwei Hefte (1850) erschienen.

Rosenthal, Convertitenbilder, 2. Aufl. 1. Bd. 1. Abth. S. 402. – Raßmann, Münsterländ. Schriftsteller S. 128 (Verzeichniß der Schriften Goßler’s).