ADB:Gudenus, Valentin Ferdinand Freiherr von

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Artikel „Gudenus, Valentin Ferdinand von“ von Karl Georg Bockenheimer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 87, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Gudenus,_Valentin_Ferdinand_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 15. September 2019, 06:45 Uhr UTC)
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Gudenus: Valentin Ferdinand v. G., geb. am 19. Juni 1679 zu Mainz, widmete sich dem Studium der Jurisprudenz, ward 1712 von dem Kurfürsten von Mainz zum Reichstaxator und 1724 auf Präsentation der fränkischen Kreise zum Reichskammergerichts-Assessor ernannt, in welcher Stelle er zu Wetzlar bis zu seinem Tode, 9. März 1758, verblieb. Von Jugend an mit dem Studium der Mainzer Geschichte und mit Sammlung hierauf bezüglicher Urkunden beschäftigt, schloß sich G. an Joannis an, als er durch eine Buchhändleranzeige im J. 1716 erfuhr, daß dieser eine neue Ausgabe des Serarius veranstalte. Mit edler Uneigennützigkeit stellte er dem Herausgeber sein gesammeltes Material zur Verfügung, das in den reichhaltigen Noten der zwei ersten Bände der Scriptores rerum mogunt. von Joannis niedergelegt ist. Seit 1724 hörte der Verkehr zwischen G. und Joannis auf, zum Nachtheile des Werkes des Letzteren. Als eigne Arbeiten lieferte G. 1728 „Sylloge varior. diplomat.“ und seit 1743 den „Codex diplomaticus“, von dem vier Bände zu seinen Lebzeiten erschienen, während der 5. Band erst nach seinem Tode veröffentlicht wurde. Dies letztere Werk ist für die deutsche Rechtsgeschichte im Allgemeinen wie für die Mainzer Geschichte insbesondere von großem Werthe. Mag auch Bodmann in seinem auf der Mainzer Stadtbibliothek noch befindlichen Exemplare dem G. eine große Menge von Fehlern und Ungenauigkeiten nachgewiesen haben, so verbleibt dem G. immerhin das Verdienst, werthvolles Material gerettet zu haben. Auch heute noch sind seine Sammlungen für den Forscher unentbehrlich.

Schaab, Gesch. d. Stadt Mainz I, XII–XVI.