ADB:Heideck, Johann Freiherr von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Heideck, Johann Freiherr von“ von Carl von Landmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), S. 294, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Heideck,_Johann_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 22. August 2019, 05:16 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Heidanus, Caspar
Band 11 (1880), S. 294 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johann von Heydeck in der Wikipedia
GND-Nummer 135689023
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|11|294|294|Heideck, Johann Freiherr von|Carl von Landmann|ADB:Heideck, Johann Freiherr von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=135689023}}    

Heideck: Johann Freiherr v. H., der hervorragendste Mann aus der alten fränkischen Familie dieses Namens, deren Stammschloß in der jetzigen baierischen Oberpfalz gestanden, geboren 1508, diente anfangs im Heere Kaiser Karls V., trat jedoch später zur Reformation über und wurde ein eifriger Vorkämpfer der neuen Lehre. Der schmalkaldische Krieg sollte Heideck’s Thatendrang Gelegenheit zur Entwickelung geben. Am 2. Juli 1546 von Herzog Ulrich zum Oberbefehlshaber des würtembergischen Contingents ernannt, führte H. 25 Fähnlein Fußvolk und 600 Reiter dem Heere der schwäbischen Städte unter Schärtlin von Burtenbach zu. Obwol nach der Vereinigung mit den Sachsen und Hessen bei Donauwörth etwa 50 000 Mann stark konnte das Bundesheer indeß und zwar wesentlich in Folge des Mangels einer einheitlichen Leitung der Bewegungen Erfolge nicht erringen. Als nach Beendigung des resultatlosen Donaufeldzuges Herzog Ulrich Frieden mit dem Kaiser geschlossen und im December seine Truppen abgedankt hatte, trat H. nun in den Dienst der niedersächsischen Städte, deren Streitkräfte Albrecht von Mansfeld gegen den Kaiser führte. Nachdem die Vereinigung mit einem sächsischen Heerhaufen unter Thomeshirn stattgefunden hatte, wurde zunächst Erich von Braunschweig, des Kaisers Verbündeter, gezwungen, die Belagerung von Bremen aufzugeben und derselbe sodann 22. Mai 1547[WS 1] bei Drachenburg an der Weser geschlagen. Vom Kaiser in die Acht erklärt, mußte H., nachdem der Feldzug durch die Niederlage des Kurfürsten von Sachsen bei Mühlberg entschieden worden war, sich in die Schweiz flüchten. Erst im J. 1550 wagte er sich wieder nach Deutschland; er begab sich nach Niedersachsen zu Mansfeld und warb Truppen für die Hansestädte, um mit denselben das von den Kaiserlichen belagerte Magdeburg zu entsetzen. Doch Kurfürst Moritz von Sachsen, damals noch auf kaiserlicher Seite, wußte H. für seine Pläne zu gewinnen, sodaß derselbe am 10. Januar 1551 mit vier Regimentern in das kursächsische Heer eintrat, nachdem er vorher den Magdeburgern einen günstigen Frieden gesichert hatte. Von nun an blieb H. in kursächsischen Diensten und nahm zunächst Theil an des Kurfürsten Moritz Zug gegen den Kaiser zur Befreiung der gefangenen deutschen Fürsten und nach Abschluß des Passauer Vertrages, demzufolge auch die kursächsischen Truppen zum kaiserlichen Heere stießen, an dem Feldzuge gegen die Türken. Im J. 1553 befand er sich bei dem Heere, welches unter Kurfürst Moritz die Reichsacht an Albrecht Alcibiades von Brandenburg zu vollziehen hatte. Nach dem Treffen bei Sievershausen im Hildesheimischen am 9. Juli dieses Jahres, in welchem letzterer vollständig geschlagen wurde, der Kurfürst jedoch gefallen war, beschloß H. seine kriegerische Thätigkeit. Er starb als Amtshauptmann auf dem Schlosse zu Eilenburg den 20. Januar 1554. Der im Gefolge des Reichshauptmanns im Türkenkriege 1529 und als Begleiter des Herzogs Philipp von Pfalz-Neuburg nach England 1537 genannte Georg v. H. ist der ältere Bruder des Vorigen. Das Geschlecht der Freiherrn v. H. ist ausgestorben: der 1832–35 als Mitglied des Regentschaftsraths in Griechenland bekannt gewordene und ohne männliche Nachkommen verstorbene baierische General Karl Freiherr v. H. (s. u.) gehörte einer anderen Familie an; derselbe stammte aus der Schweiz und hieß ursprünglich v. Heidegger.

Gauhen, Histor. Heldenlexikon, Leipzig 1716. Avila, Geschichte des schmalkaldischen Krieges, Berlin 1853. Druffel, Briefe und Acten zur Gesch. des 16. Jahrhunderts, München 1873–75. v. Liliencron, Histor. Volkslieder der D. etc. Bd. IV. (s. das Namensverzeichniß).


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 1647