ADB:Herpius, Henricus (2. Artikel)

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Artikel „Herp, Heinrich v.“ von Jacob Cornelis van Slee in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 203, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Herpius,_Henricus_(2._Artikel)&oldid=- (Version vom 22. August 2019, 00:57 Uhr UTC)
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Herp: Heinrich v. H.[1], aus Nord-Brabant, starb als Guardian des Observantenklosters zu Mecheln 1477. Seine Zeitgenossen verehrten ihn als Verfasser eines „Spiegel der volcomenheyt“, welcher öfter gedruckt ist, u. a. 1502 von Eckart v. Homberch zu Antwerpen; auch handschriftlich findet er sich auf verschiedenen niederländischen Bibliotheken. Der Verfasser erscheint als Vertreter jenes praktischen Mysticismus, dessen Vater Johann Ruysbroeck, Prior im Kloster Grünenthal, war. Daher legt er den kirchlichen Verrichtungen und sogenannten guten Werken keinen Werth bei, soweit sie nicht die Frucht der Gottesliebe sind. Dabei hielt er sich jedoch frei von der Ueberschätzung jener geistlichen Erfahrungen des inneren Gemüthlebens, welche bei seinen Zeitgenossen manchmal nur den Hochmuth und die Trägheit nährten und die tiefere Sittlichkeit gefährdeten. Neben dieser durch ihre reine Lebenspraxis in mancher Hinsicht, vorzüglichen Schrift, hinterließ er auch 435 Predigten, welche in fünf Büchern von der Buße, der dreifachen Zukunft Christi, dem Decalog, den Sonntags- und Festpericopen und vom Leben der Heiligen handeln. Es sind mehrfach nur Skizzen, welche, wie die Predigten des Dionysius Carthusianus, ein homiletisches Repertorium zum Gebrauche der Prediger bilden sollen; doch sind sie von geringem Werthe. Gleichwol sind sie mehrfach gedruckt worden. Die Predigten vom Decalog erschienen zu Basel 1496, die ganze Sammlung zu Hagenau 1509.

Foppens, I. S. 449. Moll, Kerkgesch. v. Nederl., II. 2. st. bl. 383. 491. und Moll, Joh. Brugman, I. bl. 27. 56.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 203. Z. 5 v. o.: Herp ist, was leider übersehen ward, identisch mit dem schon in Bd. X S. 617 besprochenen Harphius. [Bd. 13, S. 794]