ADB:Holtei, Louise von

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Artikel „Holtei, Louise von“ von Joseph Kürschner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 6, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Holtei,_Louise_von&oldid=- (Version vom 12. Dezember 2019, 03:30 Uhr UTC)
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Holtei: Luise v. H., geb. Rogée, vortreffliche Schauspielerin, geb. am 1. Decbr. 1800 in Wien, † am 28. Januar 1825 zu Berlin. Trotz dieser kurzen Spanne Zeit, die das Leben der Künstlerin umfaßte, gehörte sie durch ihre sympathische Erscheinung zu den beliebtesten Darstellerinnen der deutschen Bühne, und ihr Andenken als des besten Käthchens von Heilbronn, wird unvergessen bleiben. Von dunkler Herkunft, ein natürliches Kind, wurde sie mit 8 Jahren von Mad. Patrillo, der als Christiane Dorothea Eigensatz bekannten Schauspielerin, aufgenommen und erzogen. Andere, darunter Caroline Bauer, die sich auf ein Zeugniß der Amalie Wolff stützt, behaupten, die Eigensatz sei die Mutter, der österreichische Reichsgraf von Herberstein der Vater Louisens gewesen. Von der Bethmann für die Bühne ausgebildet, betrat Luise diese am Hoftheater zu Berlin 1814 in den Lustspielen „Jac Spleen“ und „Welche ist die Braut“ und wirkte von 1815–20 als Mitglied des genannten Instituts. Das Ehepaar Wolff nahm sich ihrer in herzlicher Weise an und arbeitete an ihrer künstlerischen Ausbildung. Asla (König Ingurd), Gurli, Melitta (Sappho) u. a. galten schon damals als vortreffliche Leistungen der H., über die Zelter an Goethe 1816 schreibt: „sie hat eine natürlich klingende, fließende, leidenschaftliche, anmuthige Sprache, sieht wohl aus“. In Grafenort lernte sie Holtei kennen und heirathete ihn am 4. Febr. 1821, nachdem sie das Jahr zuvor aus Gesundheitsrücksichten der Bühne entsagt hatte. Am 9. Mai 1821 nahm sie in Breslau als Gurli ihre künstlerische Thätigkeit wieder auf, bald in seltener Weise gefeiert. Zwei Jahre später vertrieb sie ein Streit ihres Gatten mit der Direction, von Breslau, und gastirend zog sie von Prag nach Wien, Brünn, Berlin und Hamburg, wo endlich der ersehnte Contract von Berlin eintraf, den sobald schon der Tod wieder löste. Am 21. April 1824 gab sie zum ersten Mal für Berlin das Käthchen und als sie es im November desselben Jahres wieder spielte, war es ihre letzte Rolle – für immer. Anspruchslos, eine liebliche jugendliche Erscheinung, voll tiefer Innigkeit und echten Gefühls, lebte sie ihre Rollen mehr als daß sie sie spielte. Der Schmerz um ihr frühes Hinscheiden war ein allgemeiner. Holtei besang ihr Leben und sammelte die Gedichte, die bei ihrem Tode erschienen unter dem Titel: „Blumen auf das Grab der Schauspielerin Luise v. H., geb. Rogée“, Berlin 1825.

Vgl. auch seine Autobiographie „40 Jahre“, Bd. III u. IV.