ADB:Imanuel, Siegmund

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Imanuel, Siegmund“ von Richard Hoche in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 14 (1881), S. 36–37, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Imanuel,_Siegmund&oldid=- (Version vom 22. Oktober 2019, 16:53 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Imhoff, Andreas
Band 14 (1881), S. 36–37 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Siegmund Imanuel in der Wikipedia
GND-Nummer 118931571
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|14|36|37|Imanuel, Siegmund|Richard Hoche|ADB:Imanuel, Siegmund}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=118931571}}    

Imanuel: Siegmund I., Philolog und Schulmann, 1792–1847, jüdischer Abkunft, hieß eigentlich Salomon Jakob und war geboren am 4. Sept. 1792 in Hamburg. Durch Privatunterricht vorbereitet besuchte er zuerst das Gymnasium in Altona, dann von 1803–1809 das akademische Gymnasium seiner Vaterstadt, auf dem er sich vornehmlich durch Gurlitt’s persönliche Theilnahme eine vortreffliche philologische Bildung erwarb. Gegen Ostern 1809 ließ er sich taufen und nahm den Namen Siegmund Imanuel an. Nach Veröffentlichung seiner Erstlingsschrift: „Animadversiones ad Coluthi carmen de raptu Helenae cum specimine versionis germanicae“, Hamb. 1809, bezog er, um Theologie und Philologie zu studieren, die Universität Helmstädt, ging nach deren Auflösung nach Göttingen und beendete 1813 seine Studien in Leipzig. Nachdem er ein Jahr lang Hauslehrer bei dem russischen General Berdiajeff gewesen war, wurde er 1814 als Oberlehrer an das Gymnasium in Hirschberg in Schlesien berufen und bereits 1822 mit der Directorwürde des Gymnasiums in Minden betraut. Seine Thätigkeit in diesen amtlichen Stellungen fand allgemeinste Anerkennung; in Minden löste er die Aufgabe, eine völlig in Verfall gerathene Schule wieder herzustellen, mit besonderem Glücke. Durch zwei Maßregeln [37] erwarb er sich ein besonderes Verdienst; er war der erste preußische Gymnasialdirector, welcher – bereits 1831 – es durchsetzte, den Turnunterricht als integrirenden Theil des Gymnasial-Unterrichts einzuführen und damit die nach 1840 allgemein angeordnete Einreihung desselben anzubahnen, und ebenso war er einer der ersten, welcher im preußischen Staate das von Director Gurlitt in Hamburg zuerst eingeführte System der Bifurcation der höheren Lehranstalten (Gymnasium und Realschule auf gemeinschaftlichen Unterbau aufgesetzt) zur Geltung und Durchführung brachte. Er starb in Minden – unverheirathet – am 28. Decbr. 1847. – Von seinen Schriften sind die meisten in den Programmen des Gymnasiums zu Minden erschienen („Die Anfänge der Reformation und die Gründung des Gymnasiums in Minden“, 1822; „Declamationsunterricht auf Schulen“, 1824; „Historischer Unterricht auf Gymnasien“, 1827 u. a.). Besonderes Aufsehen erregte seiner Zeit sein „Gutachten über Herrn Lorinser’s Schrift: Zum Schutze der Gesundheit auf Schulen“, Bielefeld 1836. Auch Gedichte hat er unter dem Palindrom Leunami mehrfach veröffentlicht.

Kämper, Biographische Notizen über Imanuel, Minden 1848. Neuer Nekrolog der Deutschen, 1847. Hamb. Schriftsteller-Lexikon III.