ADB:Klingler, Bernhart

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Artikel „Klingler, Bernhart“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 195–196, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Klingler,_Bernhart&oldid=- (Version vom 19. Juni 2019, 05:26 Uhr UTC)
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Klingler: Bernhart K., Verfasser mehrerer deutschen Gedichte im 16. Jahrhundert. Sein äußeres Leben und Wirken, über welches selbst elsässische Schriftsteller schweigen, ist gänzlich unbekannt und man weiß nur, daß er als Prediger zu Enßheim oder Ensisheim im Sundgau um das J. 1520 gelebt hat. Die zwei Gedichte, als deren Verfasser er sich auf deren Titelblättern angiebt und welche in dem genannten Jahre durch Martin Flach in Straßburg gedruckt wurden, führen den Titel, das erste: „In disem Büchlein findest du, wie man sich hüten soll vor dê spil …“. Das Gedicht, welches sich den besseren Erzeugnissen jener Zeit würdig anreiht, ist bisher nur durch Panzer und Koch bekannt geworden und Goedeke hat es eines Wiederabdrucks in seinem „Pamphilus Gengenbach“ gewürdigt. Der Inhalt, durch welchen der Dichter zu erweisen sucht, daß der Teufel das Würfelspiel erdacht habe, eine Ansicht, die bereits Reimar von Zweter in einem seiner Minnelieder ausspricht (Hagen, M. S. II, 196), zerfällt in drei Theile: Wie der Teufel das Würfelspiel erdacht hat, wie man diejenigen straft, welche des Teufels Lehren folgen und der dritte Theil sagt vom „scholder“ und von „scholderknechten“ und wer die seien; über diese beiden Ausdrücke giebt J. L. Frisch in seinem Teutsch-lateinischen Lexikon II, 218 b, hinreichende Erklärung. Den Stoff hat K. zunächst aus den Scholien zum alten und neuen Testamente „Postillae perpetuae“ des Nicol. von Lyra entlehnt, dieser selbst aber denselben mit einer periodischen Erzählung aus Caesarius von Heisterbach (Diall. mirac. 5, 36. Tissier 2, 148 ff.) vermehrt. Verwandten Inhalts ist ein auf der Berliner Bibliothek befindliches, 1489 durch Marx Ayrer zu [196] Nürnberg gedrucktes Gedicht: „Wie der Würffel auff ist kumen“. Das zweite Gedicht, von dessen Inhalt ich keine Kenntniß habe, der jedoch schon aus dem Titel sich ergiebt, führt die Ueberschrift: „Gülden Paradiesz Apfel mit dem Vall Adam vnd Eva …“.

Panzer, Deutsche Ann. I, 446; Nr. 1005 und dessen Zusätze, S. 167. Nr. 972. Koch, Compendium I, 229. Rotermund III, 506–507. Goedeke, P. Gengenbach, S. 373–384. 521–522 und dessen Grundr. I, 146, Strobel, Gesch. d. Elsasses IV, 134.