ADB:Kreutzen, Georg Christof von

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Artikel „Kreutzen, Georg Christof v.“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 143–144, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kreutzen,_Georg_Christof_von&oldid=- (Version vom 3. Februar 2023, 00:47 Uhr UTC)
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Kreutzen: Georg Christof v. K. (Creytzen, Kreuz und andere Schreibweisen), preußischer Generallieutenant, am 24. Juni 1683 auf dem väterlichen Gute Polkitten bei Friedland an der Alle geboren, stand zuerst zwei Jahre lang bei des Herzogs von Holstein-Beck Regiment in holländischen Diensten und trat dann, kurz ehe Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg sich die Königskrone aufsetzte, in das heimathliche Infanterieregiment von Lottum, mit welchem er an dem spanischen Erbfolge- und an dem in Pommern mit Schweden geführten [144] Kriege des Jahres 1715 Theil nahm. Erst 1716 erhielt er eine eigene Compagnie und erst die Friedenszeit machte seinen Namen in weiteren Kreisen bekannt, da König Friedrich Wilhelm I. ihn mehrfach zu diplomatischen Sendungen und zu administrativen Geschäften bei der Neueinrichtung des Bekleidungs- und Ausrüstungswesens der Armee gebrauchte. Unter Anderem schaffte er Arbeiter aus Lüttich herbei, welche bei der Anfertigung der Gewehre, welche der König im eigenen Lande hergestellt zu sehen wünschte, verwendet wurden. Im J. 1729 wurde K. beauftragt an der Spitze von 700 Mann einen Streit zu schlichten, welcher zwischen der Stadt Essen, deren Schirmherr der König von Preußen war, und der gefürsteten Aebtissin daselbst, die zu ihrer Unterstützung drei Compagnien Pfälzer herbeigerufen hatte, entstanden war. Das Geschick, welches er bei dieser Gelegenheit an den Tag legte, war Veranlassung, daß ihm bald darauf eine wichtigere Sendung anvertraut wurde. Aus der oranischen Herrschaft war dem preußischen Königshause im J. 1732 die Herrschaft Herstall zugefallen. Der Bischof von Lüttich sah diese sehr ungern in dessen Hand übergehen. Er versuchte die Besitznahme zu hintertreiben; K. aber, welcher hingeschickt wurde, um die Huldigung entgegen zu nehmen, setzte diese durch und verstand es, zum Landdrosten daselbst ernannt, sowol mit den Einwohnern wie mit dem Bischofe, bei welchem er zugleich als Bevollmächtigter fungirte, zunächst ein leidliches Einvernehmen herzustellen. Später trübte sich das Verhältniß; preußische Werbungen im Lüttichschen gaben Anlaß zu Streitigkeiten und Friedrich Wilhelm I., durch die seinem Abgesandten K. seitens des Bischofs zu Theil gewordene mißachtende Behandlung gereizt, traf Anstalten zu Gewaltmaßregeln, deren Ausführung sein Tod verhinderte. Sein Nachfolger Friedrich II. war noch weniger geneigt seinen Ansprüchen etwas zu vergeben als sein Vater. Er ließ den General v. Borcke mit 2000 Mann in das Lüttich’sche einrücken und brachte hierdurch schon länger schwebende Verhandlungen über Herstall’s Verkauf an den Bischof zum Abschluß; damit hörte auch Kreutzen’s dortige Wirksamkeit auf. Dieser führte nun das Jung-Borcke’sche Infanterieregiment in den schlesischen Krieg und focht mit demselben tapfer bei Czaslau. 1744 zog er als Brigadecommandeur zu Felde und befand sich mit Vortruppen des Königs in Budweis, als dieser Böhmen räumen mußte. Ein an ihn abgefertigter Befehl, gleichfalls zurückzugehen, ward von österreichischen Husaren aufgefangen und bald schloß ihn Oberst v. d. Trenck in Budweis ein. Er vertheidigte sich tapfer, in der Nacht vom 21. zum 22. October schlug er einen Sturmversuch ab; da aber die Vorräthe, namentlich die Munition, auf die Neige gingen und jede Aussicht auf Entsatz fehlte, ging er auf eine ehrenvolle Capitulation ein, welche ihn in Kriegsgefangenschaft brachte. Erst der Dresdener Frieden gab ihm die Freiheit wieder. 1747 zum Generallieutenant befördert, starb er am 21. April 1750 zu Breslau.

Sein Regiment erhielt sein jüngerer Bruder, Johann Friedrich v. K., gleichfalls ein verdienter Offizier, welcher als Generallieutenant am 17. Mai 1759 im Lager zu Deutsch-Kamnitz unweit Neiße starb.

Dr. Carl Friedrich Pauli, Leben großer Helden des gegenwärtiges Krieges, 8. Thl., S. 74, Halle 1763.