ADB:Leontorius, Konrad

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Leontorius, Konrad“ von Ludwig Geiger in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 315, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Leontorius,_Konrad&oldid=- (Version vom 21. Juli 2019, 19:36 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Leopardus, Paulus
Band 18 (1883), S. 315 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Conrad Leontorius in der Wikipedia
GND-Nummer 129039462
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|18|315|315|Leontorius, Konrad|Ludwig Geiger|ADB:Leontorius, Konrad}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=129039462}}    

Leontorius: Conrad (Leonberg, Löwenberg) L., Theologe und Humanist. In dem Städtchen, nach welchem er seinen Namen führt, geboren[1], ca. 1465, macht er in Italien und Frankreich gründliche Studien, wird Cisterciensermönch in Maulbronn, von 1505 an im Beginenkloster Engelthal[2], südlich vom Dorfe Mutterz[3]. Dort ist er am 1. Januar 1511 gestorben. Seine Hauptthätigkeit bestand in der Unterweisung junger Leute. Unter ihnen ist Bonifacius Amerbach ohne Zweifel der berühmteste. Schon dieser Schüler deutet eine Verbindung des Lehrers mit Basel an. Dieselbe ist auch durch Anderes bezeugt: die Baseler Druckherren wandten sich an ihn, damit er ihnen Editionen mache[4], z. B. die einer lateinischen Bibel, oder zu ihren Verlagswerken empfehlende Briefe und Gedichte beisteuere. Solche Beiträge, so unbedeutend sie an sich sind, haben einen gewissen Werth dadurch, daß sie von seinen litterarischen und persönlichen Beziehungen Kunde geben. Sie zeigen ihn in Verbindung mit Theodor Gresemund in Mainz, mit Peter Schott und Jakob Wimpfeling in Straßburg, also mit Mitgliedern der süd- und westdeutschen Humanistenschaar, sie beweisen auch, daß er dieselbe Gesinnung mit ihnen theilt, nämlich die Vorliebe für eine Verbindung der Theologie mit humanistischen Studien, streng religiöse Anschauung, die ihn aber niemals zu einer Verdammung schöngeistigen Strebens veranlaßte. Von allen Humanisten galt ihm Reuchlin als der verehrungswürdigste. Dessen Richtung, Hochhaltung der griechischen und hebräischen Sprache, Hinneigung zu einer eigenthümlichen mystischen Philosophie, war auch die seinige.

Vgl. Geiger, Reuchlin passim Reuchlin’s Briefwechsel a. 1489 u. 1495. Fechter, Baseler Beiträge[5] zur vaterl. Geschichte, 1846, 2. Bd.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 315. Z. 19 v. o. l.: Namen führt (Leonberg bei Stuttgart) geboren. [Bd. 21, S. 796]
  2. S. 315. Z. 21 v. o. l.: Engenthal. [Bd. 45, S. 668]
  3. S. 315. Z. 22 v. o. l.: Muttenz. [Bd. 45, S. 668]
  4. S. 315. Z. 26 v. o. l.: Editionen veranstaltete Leontorius nicht, sondern schrieb zu solchen nur einige Empfehlungsbriefe. [Bd. 45, S. 668]
  5. S. 315. Z. 13 v. u. l.: Fechter: in den Baseler Beiträgen. [Bd. 45, S. 668]