ADB:Leuchter, Heinrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Leuchter, Heinrich“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 479–480, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Leuchter,_Heinrich&oldid=- (Version vom 12. Juli 2020, 23:50 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Eugen de Beauharnais
Band 18 (1883), S. 479–480 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Heinrich Leuchter in der Wikipedia
GND-Nummer 122262573
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|18|479|480|Leuchter, Heinrich|Jakob Franck|ADB:Leuchter, Heinrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=122262573}}    

Leuchter: Heinrich L., theologischer Schriftsteller im 16. und 17. Jahrhundert. Geb. 1558 als der Sohn eines Bürgers zu Melsungen in Hessen, besuchte er zuerst die Schule zu Hersfeld und da er vorzüglich veranlagt war, bestimmten die Lehrer den Vater, ihn ganz den Studien zu widmen. Zu diesem Zwecke bezog L. die Universität Marburg, wählte die Theologie zu seinem Lebensberufe und empfing bereits 1577 das Baccalaureat und das Jahr darauf das Magisterium. In Folge beider Auszeichnungen verlieh ihm der Landgraf [480] Ludwig d. Aelt. von Hessen ein theologisches Stipendium, und L. studirte nun der Nahrungssorgen enthoben, sieben Jahre lang mit solchem Eifer unter Aegid. Hunnius die theologischen Disciplinen, daß er (dessen Antiqua fid. Hess. p. 284) den 24. März 1585 zum Doctor der Theologie ernannt wurde. Im J. 1585 erhielt er die Pfarrei Kirdorf und 1588 wurde er Prediger und Superintendent zu Marburg. Als nach dem Tode Ludwigs sein Nachfolger Moritz 1605 mehrere kirchliche Neuerungen einführte, wurde L. nebst anderen Geistlichen, die sich hiezu nicht verstehen wollten, entlassen und er ging nach Darmstadt, wo ihn der Landgraf Ludwig d. J. zum Hofprediger und 1608 zum Superintendenten ernannte. In dieser Eigenschaft befand er sich 1621 mit unter den Abgeordneten an den Herzog von Württemberg, welche die zwischen der Gießener und Tübinger Universität entstandenen Streitigkeiten in Betreff der Frage über die Person und die Erniedrigung Christi beilegen sollten. L. starb zu Darmstadt den 16. August 1623. Von seinen zwölf Kindern wurde einer der Söhne, Georg, Superintendent zu Gerau. Ein sehr fruchtbarer Schriftsteller, hat L. 27 theologische größere und kleinere Schriften theils in deutscher, theils in lateinischer Sprache durch den Druck veröffentlicht, von denen wir als die wichtigsten nennen: „Erklärung deß Predigers Salomo …“ (Frankf. 1603. 4°), welche sich besonders durch ihren großen Reichthum an Sprichwörtern und was in dieses Gebiet gehört, auszeichnet; „Alcoran oder Türkenglaube in ein kurz Compendium … zusammengezogen“ (das. 1604. 1611. 4°); „Antiqua Hessorum fides christiana et vera …“ (Darmst. 1607. 4°) und „Epigrammatum libri III“ (das. 1616. 8°).

Freheri Theatr. vir. erudit. p. 418. Tileman, Vita Profess. Marburg. p. 125. Fabricii Hist. Biblioth. V, 309–310. Jöcher II, 2401.