ADB:Müller, August

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Artikel „Müller, August“ von Hyacinth Holland in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 52 (1906), S. 496–497, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:M%C3%BCller,_August&oldid=- (Version vom 17. Oktober 2019, 21:27 Uhr UTC)
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Müller: August M., Genremaler, geboren am 13. Juni 1836 zu Rottweil (Württemberg), † am 19. Mai 1885 in München. Verlebte seine Jugend in Tübingen, wohin sein Vater, früher Rechtsanwalt von Rottweil, als Justizsecretär berufen wurde, besuchte, nach dem Wunsche der Eltern zur Landwirthschaft bestimmt, die Realschule, trat 1858 zur Kunst über, errang, unter Rustige’s Leitung, mehrfache Preise an der Stuttgarter Akademie, so daß M. vertrauensvoll 1865 nach München übersiedelte. Hier übten seine Landsleute Jakob Grünenwald, Heinrich Schaumann († am 6. Juni 1893 zu Stuttgart) und der eminente Thiermaler Otto Braith (geboren am 2. September 1836 zu Biberach, † am 3. Januar 1905 daselbst) u. A. einen so förderlichen Einfluß, daß der Münchener Kunstverein bald eines seiner Bilder („Schreibunterricht“) ankaufte. Sie fanden, meist mit heiteren Motiven aus dem ländlichen Leben und in fleißiger Ausführung, freundlichen Anklang und in Folge davon Abnahme und Käufer in Nah und Fern. Darunter „Der [497] Landarzt“ (1867), „Der Kunstfreund“ (1868), „Häusliches Glück“ und im humoristischen Gegensatz „Häusliches Kreuz“ und „Das größte Kreuz“ (1869); „Bittere Arznei“ (1870); „Mutterliebe“ (1871); „Zu Hause“; ein alter bäuerlicher Junggeselle auf Freiersfüßen (1873); „In der Laube“, „Die genesende Mutter“ (1880); „Aus Tirol“; ein „Schwäbischer Fuhrmann“; zwei kleine Mädchen, dem heiteren Treiben einer Henne und deren „Küchlein“ zuschauend, das tragikomische „Zu theuer“ (1885). – Von allen Bekannten und Freunden als braver und tüchtiger Mann geachtet und glücklich verheirathet, übte doch ein längeres Leiden und wiederkehrende Gehirnhautentzündung einen so schweren Druck auf sein Gemüth, daß er freiwillig aus dem Leben schied. Viele Kränze und ein prächtiger Lorbeer lagen auf seinem Grab. Sein aus 95 meist unvollendeten Gemälden, Skizzen und Studien bestehender Nachlaß wurde im Kunstverein ausgestellt, wo er bereitwillige Abnehmer fand, der aus zahlreichen Kostümen und reichhaltigen Ateliergegenständen bestehende Rest in einer Auction versteigert.

Vgl. Seubert 1878. II, 611. – Kunstvereinsbericht f. 1885, S. 66. – Singer 1898. III, 261. – Fr. v. Bötticher 1898. II, 94 (daselbst werden auch zwei Architekturbilder „Der schöne Brunnen in Nürnberg“ und „Das alte Thor in Prag“, nebst einigen Thierbildern „Gemsengruppe“, „Fliehende Rehe vom Adler verfolgt“ irrthümlich unter seinem Namen verzeichnet).