ADB:Merzdorf, Johann Friedrich Ludwig Theodor

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Artikel „Merzdorf, Johann Friedrich Ludwig Theodor“ von August Mutzenbecher in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), S. 485, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Merzdorf,_Johann_Friedrich_Ludwig_Theodor&oldid=- (Version vom 24. August 2019, 00:55 Uhr UTC)
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Merzdorf: Johann Friedrich Ludwig Theodor M., geb. am 25. August 1812 zu Leipzig, † am 21. März 1877 zu Oldenburg, besuchte das Nicolaigymnasium seiner Vaterstadt und dann 4 Jahre die Fürstenschule zu Grimma, deren Rector sein Oheim F. W. Sturz war. Auf das Leipziger Gymnasium zurückgekehrt, verwaltete er als Primaner die Bibliothek desselben; auch während seiner dreijährigen Studienzeit auf der dortigen Universität hatte er als Verwalter mehrerer Societätsbibliotheken Gelegenheit, sich seiner bibliothekarischen Lieblingsbeschäftigung hinzugeben und sich für seinen künftigen Beruf vorzubilden. Nachdem er des Kleanthes Hymnus in Jovem herausgegeben und einen Katalog zu des Gelehrten Mehnert Bibliothek angefertigt hatte, wurde er am 6. Mai 1839 ohne Examen zum Doctor der Philosophie und Magister promovirt und begab sich nach Elsfleth, wo er bis zum Jahre 1841 einer Privatschule vorstand. Nach Oldenburg berufen, um einen Katalog der dortigen öffentlichen Bibliothek anzufertigen, wurde er 1842 zum Secretär an derselben und 1847 an L. W. Ch. von Halem’s Stelle zum Bibliothekar ernannt, ihm auch 1865 der Titel eines Oberbibliothekars verliehen. – Als Schriftsteller hat M. eine mehrseitige Thätigkeit entwickelt. Abgesehen von seiner Betheiligung an den Zeitschriften Latomia und Serapeum und von Beiträgen zu den Blättern für litterarische Unterhaltung hat er verschiedene Schriften aus dem Mittelalter und der neueren Zeit (u. a. Briefe des Legationsrathes K. E. Oelsner an G. A. von Halem, von Paris aus geschrieben 1790–92) herausgegeben, die Münzen und Medaillen Oldenburgs und des Jeverlandes behandelt, die „Bibliographischen Unterhaltungen“ seines Vorgängers von Halem umgearbeitet und erweitert. („Bibliothekarische Untersuchungen“ 1844 und 1850), namentlich aber die Freimaurer und die Geschichte derselben zum Gegenstande vieler Schriften gemacht, u. a. auch Lessing’s Ernst und Falk historisch-kritisch erläutert (1855). – M. war als Bibliothekar „stets gefällig und in hohem Grade diensteifrig, wo ernstes Streben, rechte Wißbegier und wissenschaftliches Bedürfniß sich um Auskunft und Unterstützung an ihn wandten; er freute sich über jede in diesem Sinne gemachte Anfrage und suchte selbst vom Frager zu lernen. Dieselbe Achtung und Anerkennung, die er sich durch seine amtliche Thätigkeit erworben, wurde ihm im Kreise der Freunde und Bekannten wegen seines liebenswürdigen Charakters und anspruchslosen Wesens zu Theil“. (Laun.)