ADB:Modoald

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Artikel „Modoaldus der Heilige, Bischof von Trier“ von Franz Xaver Kraus in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), S. 46–47, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Modoald&oldid=- (Version vom 15. August 2020, 12:10 Uhr UTC)
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Modoaldus der Heilige, Bischof von Trier, gewöhnlich (Görz, Reg. d. Erzb. XIII) 622–640 gesetzt. Er soll (Annal. Laubiens. MG. SS. IV, 11) ein Bruder Itta’s, der Mutter der h. Gertrud und Gemahlin des 639 gestorbenen älteren Pippin (von Landen) gewesen sein, welche Angabe aber wenig glaubwürdig ist (Bonnell, Anf. d. karol. Hauses S. 68 u. Noten). Die Bischofskataloge setzen ihn zwischen Sabaudus und Numerian; Friedrich (KG. Deutschl. II, 196) läßt ihn auf den 626 auf dem Concil zu Clichy genannten Anastasius folgen, dessen Triersches Bisthum mir indessen stets sehr problematisch ist. Nach der Vita s. Germani wurde der aus „senatorischem Geschlecht“ stammende, in Trier geborene hl. Germanus M. zur Erziehung anvertraut und kam von diesem zu Bischof Arnulf von Metz, welcher sich bereits von seinem Amte zurückgezogen hatte, was 627 geschah (Bonnell a. a. O. S. 98). Arnulf starb 641. Daraus läßt sich einigermaßen eine Chronologie von Modoaldus’ Episcopat herstellen. Die Nachrichten über ihn in den um 1000 compilirten Annalen von Lobbes wie seine Biographie, welche Abt Stephan von Lüttich 1107 bei Gelegenheit der Translation seiner Gebeine von Trier nach dem Kloster Helmershausen im Paderbornschen schrieb, sind werthlos (s. Act. St. Mai III, 51); ebenso die Angaben der Gesta Treviror., nach deren ältester Recension er unter K. Dagobert [47] das Bisthum Trier erhielt, vom König namhaft beschenkt wurde und selber das Stift zu Horreum (in Trier, Oehren), wo Irmina und Modesta, Töchter Dagoberts Aebtissinnen waren, und das Frauenkloster in Pfalzel bei Trier, wo Basilissa Aebtissin wurde, gestiftet, weiter die St. Martinskirche im Maifeld und die St. Symphoriankirche in Trier gebaut hat. Nach derselben Quelle wäre M. bald nach dem Tode seiner Schwester Severa gestorben und in St. Symphorian begraben worden. Die jüngeren Recensionen der Gesten nennen als zweite Vorsteherin des Klosters ad Horreum die Modesta, eine Schwestertochter Modoald’s und als erste Aebtissin von Pfalzel die h. Adela; sie lassen dann M. und Severa 656 sterben (ed. Wyttenb. I, 65–70). Ueber die hl. Severa, Aebtissin von St. Symphorian s. Acta SS. Jul. V. 79. Modoaldus’ Name kommt in einer Reihe von merovingischen Königsurkunden, wie in derjenigen Dagoberts vom 1. Mai 622, der desselben Königs vom 29. Juli 623, vom 11. Novbr. desselben Jahres u. s. f. vor; leider sind das alles bekannte grobe Fälschungen, vgl. Görz, Mittelrh. Regesten I, 20 ff. Ein erstes und fast einziges unverdächtiges Zeugniß muß in der Unterschrift Modoald’s auf dem Concil zu Rheims 625 erblickt werden, wo auch die Bischöfe Cunibert von Köln und Lupoald von Mainz vorkommen; Friedrich erklärt diese Unterschrift zu Gunsten seines 626, Sept. 27 ebenfalls in Clichy unterschreibenden Anastasius („ex civitate Treveris Anastasius episc.“) als Irrthum. Man sieht nicht, weshalb Anastasius mehr Recht als M. haben soll. Modoaldus’ Todesjahr erscheint im Tr. Kalender auf den 12. Mai, wo er als Heiliger verehrt wird.

Vgl. Brower, Ann. I, 341–355. Masen, Epit. 158–169 (beide setzen das Episcopat 626–656); Hontheim (für 622–640) Hist. Trev. I. Rettberg I, 466. Friedrich II, 196. Schmitt, Paulinuskirche 89 f., 449 f. Marx I, 85, II, 379. Leonardy S. 364. Görz, Mittelrh. Reg. I, 25.