ADB:Musculus, Balthasar

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Artikel „Musculus, Balthasar“ von Robert Eitner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 94, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Musculus,_Balthasar&oldid=- (Version vom 15. Dezember 2019, 16:01 Uhr UTC)
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Musculus: Balthasar M., ein fleißiger Componist geistlicher Lieder des 16. Jahrhunderts. Die einzige Nachricht die uns über ihn erhalten, findet man in der zweiten Ausgabe seiner „40 schönen geistlichen Lieder mit vier stimmen der lieben Jugend zum besten in druck verfertiget“ und hier bezeichnet er sich als „Schulmeister zu Ziegenrück“, dem Walther in seinem Lexicon hinzufügt, „einer Stadt zwischen Schleitz und Pöseneck im Vogtlande liegend“. Alle übrigen Nachrichten über seine herausgegebenen Werke, sowohl in den Musiklexica als bei von Winterfeld (ev. Kirchenges. II, 593) sind mehr oder weniger irrthümlich, da dabei die Werke nicht selbst vorlagen. Die Ausgabe der obigen 40 geistlichen Lieder von 1597 ist bereits die zweite und wurde von Georg Körber in Nürnberg besorgt und bei Alexander Philipp Dieterich in Nürnberg gedruckt. Da in den in späteren Jahren (1622 und 1625) erschienenen Sammelwerken, die ebenfalls in Nürnberg gedruckt sind und zwar das von 1622 von Erasmus Widmann, Cantor und Organist zu Rotenburg „auf der Tauber“ herausgegeben, während das von 1625 sich nur als ein Nachdruck vom Drucker und Verleger Abraham Wagenmann in Nürnberg obigen Werkes von 1597 erweist, immer wieder dieselben vierzig Lieder von M. enthalten sind, so läßt sich daraus der sichere Schluß ziehen, daß M. 1597 schon nicht mehr am Leben war und seine Wirksamkeit hiermit ins 16. Jahrhundert zu setzen ist. Noch 1659 nahm Lorenz Erhardi in sein großes „Harmonisches Chor- und Figuralgesangbuch Augsburgischer Confession“ einige der obigen vierzig Lieder auf. v. Winterfeld äußert sich über diese dort aufgenommenen Lieder (l. c.) sehr günstig und schreibt: In seinen Gesängen scheint er den Satz italienischer Meister sich als Vorbild genommen zu haben, dem er sich nicht ohne Erfolg nähert; so in dem Motett über die Worte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“, das eines der vorzüglicheren in Erhardi’s Sammlung ist, nur daß es durch viele Druckfehler entstellt wird. Dieses Lied oder Motett wie es v. Winterfeld nennt, befindet sich in der Ausgabe von 1597 unter Nr. 36 und in zweiter Bearbeitung unter Nr. 39, in der 1622 aber unter Nr. 21. Da mir keines seiner Lieder in Partitur vorliegt und die Originaldrucke zerstreut in weitauseinanderliegenden Bibliotheken nur in einem Exemplar sich vorfinden, so ist mir eine nähere Beleuchtung der Leistungen Musculus’ vorläufig versagt.

Bibliographie der Musik-Sammelwerke des 16. und 17. Jahrhunderts, Berlin 1877, vom Unterzeichneten.