ADB:Pistorius, Eduard Karl Gustav Leberecht

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Artikel „Pistorius, Eduard Karl Gustav Lebrecht“ von Franz Weinitz in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 26 (1888), S. 196–197, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Pistorius,_Eduard_Karl_Gustav_Leberecht&oldid=- (Version vom 7. Dezember 2019, 16:37 Uhr UTC)
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Pistorius: Eduard Karl Gustav Lebrecht P., Genremaler, wurde geboren zu Berlin am 28. Februar 1796. Den ersten Unterricht in der Kunst erhielt er von dem Bildnißmaler Wittich, darnach besuchte er die Akademie seiner Vaterstadt und copirte nach Gemälden in der königlichen Gemäldegalerie zu Sanssouci bei Potsdam. In den Jahren 1818 und 1819 verweilte P. zum Zweck des Studiums alter Meisterwerke in Dresden. Ein Mißerfolg auf dem Gebiete der Geschichtsmalerei bestimmte ihn, sich ganz der Genremalerei zuzuwenden. Im J. 1827 machte er eine Studienreise nach den Niederlanden und ließ sich darauf in Düsseldorf nieder. Hier entstand unter anderen das viel gerühmte [197] Bild „die Kegelbahn“. Nach Berlin zurückgekehrt (1830) nahm er hier seinen ständigen Aufenthalt, welcher nur in seinen letzten Lebensjahren durch Reisen in Deutschland und Italien unterbrochen wurde. – In der Behandlung seiner Bilder, oft auch in der Wahl des Gegenstandes hat P. die holländischen Meister des 17. Jahrhunderts zum Vorbild genommen. Im Gegensatz zu der in den 30er Jahren herrschenden romantischen Richtung, erregte P. mit seinen Gemälden, welche das Alltagsleben auch von der humoristischen Seite schildern, die Aufmerksamkeit der damaligen Kunstfreunde. Der heutige Kunstgeschmack vermag der peinlichen Ausführung der Einzelheiten, der glatten Behandlung und trockenen Farbengebung seiner Bilder nicht das gleiche Interesse entgegenzubringen. Die besten Leistungen Pistorius’ fallen in die Zeit von 1825–1840. Im J. 1838 wurde er Mitglied der königlichen Akademie zu Berlin. In den letzten Lebensjahren erlitt seine Kunstthätigkeit infolge wiederholter Krankheit wesentliche Einbuße. Die königliche Nationalgalerie besitzt aus der ehemaligen Wagener’schen Sammlung sieben Gemälde des Künstlers. Er starb am 20. August 1862 in Karlsbad.

Vergl. Nagler, Neues Allg. Künstlerlexikon. – Seubert, Allg. Künstlerlexikon. – [[ADB:|A. Graf Raczynski]], Geschichte der Neueren Deutschen Kunst, übersetzt von F. H. v. d. Hagen, Berlin 1836, I. S. 125, 134, 135, 389, III. S. 121–122. – Kunstblatt (Cotta’scher Verlag), siehe die Jahrg. 1828 bis 1843. – W. Müller v. Königswinter, Düsseldorfer Künstler, Leipzig 1854, S. 287. – A. Rosenberg, Die Berliner Malerschule, Berlin 1879, S. 119 bis 171. – F. v Reber, Geschichte der neueren deutschen Kunst, 2. Aufl., Leipzig 1884, II. S. 246. – M. Jordan, Katalog der königlichen Nationalgalerie zu Berlin, 7. Aufl., 1885, I. S. 92–93, II. S. 168.