ADB:Rosenbach, Zacharias

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Artikel „Rosenbach, Zacharias“ von Friedrich Otto in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 29 (1889), S. 199–200, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rosenbach,_Zacharias&oldid=- (Version vom 19. Juni 2019, 07:31 Uhr UTC)
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Rosenbach: Zacharias R., Professor der Medicin und orientalischen Sprachen an der hohen Schule zu Herborn, geb. am 16. Februar 1595 zu Butzbach, † 1638 in Herborn. Er legte den Grund zu seiner Ausbildung auf der hohen Schule zu Herborn, wo er am 3. Juli 1611 immatriculirt wurde, um Medicin zu studiren; dann besuchte er die Universität zu Basel, um unter Bauhinus’ Leitung in Botanik und Anatomie sich weiter auszubilden. Von hier begab er sich nach Padua, wo er mehrere Jahre blieb, und bereiste die bedeutendsten Städte Italiens, Florenz, Rom, Venedig, Mailand, Genua, wobei er manche Bekanntschaft mit italienischen Gelehrten anknüpfte. Nachdem er sodann in Montpellier sich in der praktischen Chirurgie und Geburtshülfe längere Zeit geübt, kehrte er in die Heimath zurück, aber nur um sofort wieder eine gelehrte Reise nach dem Osten, Polen und Ungarn, sowie nach Holland und England anzutreten. Von da zurückgekehrt übernahm er 1623 die gerade erledigte Stelle eines Professors der Medicin an der hohen Schule zu Herborn. Im folgenden Jahre wurde er auch zum Hofmedicus des Grafen, seines Herrn, der bekanntlich zu Dillenburg residirte, ernannt und übernahm um dieselbe Zeit den Lehrstuhl der orientalischen Sprachen, insbesondere der syrischen und arabischen, in denen er nicht weniger bewandert gewesen sein soll, als in den Naturwissenschaften. Die Verbindung dieser beiden heterogenen Gebiete erklärt sich aus der damaligen Art des Lehrvortrags und wissenschaftlicher Thätigkeit, indem man sich meist damit begnügte, im Anschluß an ein gegebenes Lehrbuch die ererbten Lehrsätze weiter zu überliefem, nicht aber durch neue Untersuchungen die Wissenschaft zu fördern suchte. R. war auch auf beiden Gebieten und zwar in der angedeuteten Weise thätig. Zunächst lieferte er in seines Collegen Alsted [200] „Compendium lexici philosophici“, Herborn 1626, zwei Theile: 1. den index geographicus, von S. 966–1056; 2. die quatuor indices physici corporum naturalium perfecte mixtorum, von S. 1924–3250, also 1330 S. Indessen ist das letztere, welches ein System der Naturbeschreibung bietet, nur eine Compilation aus G. Agricola, de natura fossilium für den ersten Index, Casp. Bauhini theatr. botan. für den zweiten, Conr. Gesneri und Ul. Aldronaldi historia animal. für den dritten, und Realdi Columbi libr. XV de re anatomica für den vierten Index. Man rühmte von ihm, daß er den theologischen Disciplinen durch seine Naturkenntnisse zu nützen gesucht habe. Zu seinen theologischen Schriften gehört u. a. das „Lexicon breve in LXX interpretes et libros apocryphos,“ 1634, 199 S.; die „Methodus omniscientiae Christi,“ 1634, 271 S.; die „Omniscientia Mosis“. Ein Lobgedicht (von neun lateinischen Distichen) auf seine Gelehrsamkeit und seinen Charakter (von G. Pasor) steht hinter den quatuor indices. Im J. 1627 war er Rector der hohen Schule; als während der schlimmsten Zeiten des Krieges es an Lehrern mangelte, ertheilte er auch Unterricht in dem mit der hohen Schule verbundenen Pädagogium.

Menedemus (= Prof. Fuchs zu Herborn) in den Dillenburger Intelligenz-Nachrichten 1779, Sp. 630–636 und 644–651, und danach das Nass. Allg. Schulblatt 1856, Sp. 13 und 1857, Sp. 223. – v. d. Linde, Nassauer Drucke unter „Herborn“, Nr. 55, 1660, 1661 und S. 390.