ADB:Rost, Valentin Christian Friedrich

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Artikel „Rost, Valentin Christian Friedrich“ von August Baumeister in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 29 (1889), S. 278–279, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rost,_Valentin_Christian_Friedrich&oldid=- (Version vom 18. Juni 2019, 01:32 Uhr UTC)
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Rost: Valentin Christian Friedrich R., Schulmann und griechischer Lexikograph. Er wurde geboren am 16. October 1790 zu Friedrichsroda bei Gotha in Thüringen, wuchs „in schlichten, einfachen Verhältnissen“ auf, besuchte seit 1802 das Gymnasium in Gotha und bezog 1810 die Universität Jena, wo er das Studium der Theologie und Philologie verband. Nachdem er kurze Zeit Hauslehrer gewesen, erhielt er 1814 die Stelle eines Collaborators an dem Gymnasium in Gotha. Den ihm zugewiesenen Unterricht des Griechischen in den oberen Classen benutzte er eifrigst, sich mehr noch als bisher in die classische [279] Litteratur dieser Sprache hinein zu arbeiten, wobei ihn seine natürliche Begabung mit einem scharfen durchdringenden Verstande vorzugsweise auf die Felder der Grammatik und Lexikographie führte. Schon 1816 gab er eine griechische Grammatik heraus, welche in vier folgenden Jahrzehnten manche neue Auflage erlebte und noch 1856 von ihm mit Berücksichtigung des Sanskrit ganz neu bearbeitet wurde. Außer einem deutsch-griechischen Wörterbuche (zuerst 1818) gab er das Lexikon zu Homer und Pindar von Damm (neu von Duncan) vervollständigt und verbessert heraus, ließ den Anfang eines „Vollständigen Lexikons der classischen Gräcität“ 1840 erscheinen, übernahm dann aber die Umgestaltung des von Franz Passow begründeten „Handwörterbuchs der griechischen Sprache“, welches unter allmählicher Zuziehung mehrerer Mitarbeiter in vier starken Bänden von 1841–57 erschien. Grammatik wie Lexikon, zwei Leistungen erstaunlichen Fleißes, beruhen auf selbständiger Durchforschung der gesammten griechischen Profanlitteratur und legen (z. B. in Behandlung der Partikeln) Zeugniß ab von der gesunden Anwendung Wolf’scher und Hermann’scher Lehren. Inzwischen war R. 1841 zum Director des Gothaer Gymnasiums ernannt worden, an dem er schon 27 Jahre lang eine so glänzende Lehrthätigkeit geübt hatte, und führte dies Amt bis 1859, wo er mit dem Titel Oberschulrath in den Ruhestand trat. Seiner zum praktischen Schaffen neigenden Natur entsprach die anscheinend so heterogene Stellung eines Directors der Gothaischen Lebensversicherungsbank, welche er neben der Leitung des Gymnasiums seit 1842 mit großer Umsicht verwaltete. Begabt mit äußerst frischem, lebensfrohen Sinne, war R. das grade Gegenbild eines wortklaubenden Pedanten, angeregt und jovial in der Geselligkeit, von schlagfertiger und witziger Rede, ein hülfsbereiter Freund, liebevoll und weichfühlend, daneben freilich bei Widerspruch und Angriff heftig auffahrend und jähzornig, doch auch wiederum leicht versöhnt; eine durchweg geachtete und beliebte Persönlichkeit. Er starb am 6. August 1862 als Geheimer Oberschulrath.

Vgl. Programm des Gymnasiums zu Gotha 1863, wo auch die Aufzählung seiner Schriften. – Eckstein in den Verhandlungen der Philologen zu Augsburg 1862.