ADB:Saxonius, Peter

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Artikel „Saxonius, Peter“ von Siegmund Günther in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 461–462, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Saxonius,_Peter&oldid=- (Version vom 22. Oktober 2019, 16:53 Uhr UTC)
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Saxonius: Peter S., geb. am 16. August 1591 zu Husum (Schleswig), † am 16. September 1625 zu Altdorf. Sohn des Stadtpredigers und Consistorialassessors Sachse in Husum; besuchte S. die dortigen Schulen und konnte [462] bereits 1609 die Hochschule Leipzig beziehen. Drei Jahre später ging er an die Nürnbergsche Hochschule zu Altdorf über, an welcher damals der treffliche Prätorius (s. A. D. B. XXVI, 519) einen wahren Anziehungsmittelpunkt für die Jünger der exacten Wissenschaften darstellte, und ward von demselben gründlich in diese letzteren eingeführt. Nunmehr begab er sich, der Zeitsitte gemäß, auf Reisen und besuchte in den Jahren 1614 und 1615 folgeweise Scheiner in Ingolstadt, Simon Marius in Ansbach, Faulhaber in Ulm und Mästlin in Tübingen; in letzterer Stadt gab er auch akademische Gastrollen und hielt, ohne zur Universität selbst in ein näheres Verhältniß zu treten, Vorträge über den Euklid. Nach Altorf zurückgekehrt, habilitirte er sich, um in der Sprache der Gegenwart zu reden, als Privatdocent, verblieb aber in dieser Stellung zunächst nur ein Jahr, da ihn seine Wißbegierde eine zweite größere Reise, diesmal nach Holland und nach der nordalbingischen Heimath, unternehmen ließ. Mittlerweile war Prätorius gestorben, und der Nürnberger Magistrat beschloß, die von demselben innegehabte Professur nach Wittenberger Muster zu theilen; Odontius (s. A. D. B. XXIV, 153) erhielt die Professur „Mathematum inferiorum“, und für die Lehrstelle der „Mathematum superiorum“ ward unser S. aus Husum, wo er damals gerade weilte, zurückberufen. Bald scheint er als Lehrer sich großen Ruf erworben zu haben, denn es wird berichtet, daß ihm Schüler aus fremden Ländern zuströmten und daß ein damals in Deutschland thätiger französischer Gesandter sich in Altorf ein paar Wochen eigens zu dem Zwecke aufhielt, um Saxonius’ Vorlesungen zu hören. Leider dauerte diese gesegnete Wirksamkeit kaum acht Jahre. Litterarisch hervorzutreten, hatte S. wenig Gelegenheit, denn sein Plan, eine Reihe griechisch-mathematischer Classiker mit Erläuterungen herauszugeben, ward durch sein frühzeitiges Ableben zu nichte gemacht. So besitzen wir eigentlich nur eine einzige Veröffentlichung von ihm, eine posthum unter dem Titel „Maculae solares ex selectis observationibus Petri Saxonii Holsati“ veröffentlichte Darstellung von Sonnenflecken, welche in der Frist vom 22. Febr. bis 12. März 1616 von ihm beobachtet worden waren. Da sein College Odontius die Herausgabe besorgte, so hat man denselben früher allgemein, jedoch mit Unrecht, für den wahren Autor gehalten, und erst Lalande’s „Bibliographie astronomique“ stellte den wahren Sachverhalt fest. Unvergessen soll es endlich auch S. bleiben, daß er in einem gemeinsam mit Odontius der Nürnberger Oberbehörde unterbreiteten Gutachten die Unterstützung des Drucks von Kepler’s „Tabulae Rudolphinae“ durch eine Geldhülfe aufs wärmste anempfahl.

Doppelmayr, Historische Nachricht von den Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern, S. 90 ff., Nürnberg 1730. – Mädler. Geschichte der Himmelskunde von der ältesten bis auf die neueste Zeit, I, 290, Braunschweig 1873.