ADB:Schaub, Johann Christian Friedrich

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Artikel „Schaub, Johann Christian Friedrich“ von Richard Hoche in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 618–619, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schaub,_Johann_Christian_Friedrich&oldid=2505905 (Version vom 19. Oktober 2017, 05:38 Uhr UTC)
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Schaub: Johann Christian Friedrich S., Philologe und Schulmann 1786–1855. Er wurde in der kleinen Stadt Lindow in der Mark, wo sein Vater Bürgermeister war, am 21. September 1786 geboren, erhielt den ersten Unterricht in der Heimath und dann auf dem k. Joachimsthal’schen Gymnasium in Berlin unter dem Rector Snethlage. Nach bestandener Abgangsprüfung blieb er zunächst noch ein halbes Jahr auf der Schule, um frei von allen Examensnöthen sich noch ganz ungestört dem Lieblingsstudium, dem Griechischen, widmen zu können; 1806 ging er sodann zum Studium der Theologie und Philologie nach Frankfurt a. d. O. und hörte hier besonders David Schulz und Joh. Gottlob Schneider (Saxo). Sein Hauptinteresse war auch in Frankfurt dem Griechischen, insbesondere der Grammatik und Lexikographie dieser Sprache zugewendet; eine größere Anzahl der neuen Ergebnisse seiner Studien sind von Franz Passow in sein berühmtes Lexikon aufgenommen worden. Nachdem er einige Zeit Hauslehrer in Löwenberg in der Mark gewesen war, wurde S. 1811 Lehrer und Alumnatsinspector an der „Vereinigten Friedrichsschule“ in Breslau, aus der bald darauf das „Friedrichs-Gymnasium“ erwuchs, und blieb an dieser Anstalt bis 1826. Der Aufenthalt in Breslau führte ihn in lebendigen wissenschaftlichen Verkehr mit Wachler, Steffens, Passow, Manso und anderen bekannten Gelehrten; sein Hauptinteresse richtete sich aber doch mehr und mehr auf die Schule und den Unterricht. Sein hervorragendes Lehrgeschick und die Art, wie er Fragen der Schulpraxis auch wissenschaftlich behandelte („Beleuchtung der Klagen der neueren Zeit über den gegenwärtigen Zustand der gelehrten Schulen“; „Versuch zur Beantwortung der Frage: Durch welche Mittel die Gymnasien außer der wissenschaftlichen Reife auch die sittliche zu begründen im Stande sind, oder: Wie läßt sich die Bildung der Willenskraft auf den Gymnasien begründen?“), [619] lenkten bald die Aufmerksamkeit auch weiterer Kreise auf ihn. Nachdem er vom Ministerium bereits früher durch den Professortitel ausgezeichnet worden war, wurde er 1826 zum Director des Gymnasiums in Danzig ernannt. Auch hier wußte er durch klare Einsicht in die Bedürfnisse des höheren Schulwesens, durch die Kraft seiner Leitung und die Tüchtigkeit im Verwaltungswesen allgemeine Hochachtung zu erwerben, so daß er bereits 1833 zum Regierungs- und Provinzialschulrath in Königsberg ernannt wurde. 1838 wurde er – von der philosophischen Facultät der Königsberger Universität durch Verleihung der Doctorwürde geehrt – in das Provinzialschulcollegium in Magdeburg versetzt und hat dann 17 Jahre lang das höhere Schulwesen der Provinz Sachsen mit „hoher Einsicht, Kraft und großem Erfolge“ geleitet. Er starb am 12. September 1855 in Magdeburg, wo ihm, „dem Hochverehrten“ auch die dankbaren Gymnasiallehrer der Provinz Sachsen ein Marmorkreuz als sichtbares Zeichen ihrer Pietät auf dem Grabe errichtet haben. – Schaub’s litterarische Wirksamkeit war nicht sehr umfassend und bezog sich ausschließlich auf Gegenstände der Schulpraxis (Abhandlungen über den „Religionsunterricht auf Gymnasien“, über „Das höhere Sprachstudium“, „Die Muttersprache als Unterrichtsgegenstand“ u. a.); Eckstein hat seine gesammelten Schriften 1858 herausgegeben.

F. A. Eckstein’s Biographie vor den „Gesammelten Schriften“; daselbst auch die Gedächtnißrede von Karl Steinhart und ein lateinisches Gedicht von Propst Müller. – Sr. (Schoeler), Nekrolog Schaub’s im Philologus X, 325–330. – Ueber Schaub’s Bedeutung für das Gymnasialwesen handelt eingehend der Aufsatz von Deinhardt in Schmid’s Encyklopädie des Erziehungswesens (1886) VII, 909–913.