ADB:Schmidt, Philipp Anton

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Artikel „Schmidt, Philipp Anton“ von Johann Friedrich von Schulte in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 32 (1891), S. 12–13, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schmidt,_Philipp_Anton&oldid=- (Version vom 16. Juli 2019, 02:41 Uhr UTC)
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Schmidt: Philipp Anton S., Kanonist, geboren im J. 1734 zu Arnstein, † am 13. September 1805 zu Speier. Er legte seine Studien in Würzburg zurück, trat zu Mainz im J. 1751 als Noviz in den Jesuitenorden, war von 1754–1759 Lehrer der sog. Humaniora im Ordenscolleg zu Bamberg, studirte hier von 1754–1763 Theologie und Kirchenrecht, erwarb das Doctorat in beiden (1770 in den Rechten), wurde hierauf Präses des philosophischen Museums am Karolinischen Seminar zu Heidelberg und am 10. Mai 1769 auf Empfehlung des Jesuitencollegiums vom 26. April ernannt mit sehr interessanter Instruction über seine Thätigkeit zum Professor des Kirchenrechts. Nach der Aufhebung des Ordens behielt er diese Professur bis zum Jahre 1776, nahm alsdann die Stelle eines pfälzischen und fürstbischöflich Speierischen Geheimen Kirchenraths zu Bruchsal an, wurde später Geheimer Referendar in Kirchensachen, Kanonikus bei St. Trinitas und im J. 1789 Weihbischof von Speier; einen Ruf an die Universität Mainz hatte er abgelehnt. Er gehört zu den besseren Kanonisten des vorigen Jahrhunderts, zeigt neben scharfem juristischen Blicke einen wissenschaftlichen Sinn, insbesondere für geschichtliche Forschung. Schriften (abgesehen von Thesen u. dgl. und einigen philosophischen): „Diatribe de Imperatore concordatorum protectore ad illustrandum art. 14. Capitulat. caesar. § 1 et 5“ (1770). „Vindiciae sententiae L. B. de Ickstadt de iusta et efficaci summi pontificis protestatione adversus pacem religiosam et Westphalicam, obligationem eius intrinsecam et pactitiam inter compaciscentes haud infringente adversus nuperam cl. Schotti prof. Lips. censuram“ (1772). „Diss. de guarantia pactorum religionis in Germania.“ eod. „Vindiciae adv. responsiones a Justino Febronio variis locis Institutionum iuris eccl.“ (Heidelb. a. 1771 editarum oppositas. 1773. 4°). „Diss. de Imperatore statutorum in ecclesiis Germ. protectore“ (1772). „De varietate praebendarum in ecclesiis germanicis“ (1773). „De synodis archidiaconalibus et archipresbyteralibus in Germ.“ eod. „De processibus in causis religionis ab Imperatore non permittendis ad capitul. caes. art. I. § 11“ (1771). „De eo quod iustum est circa iuramenta religionem concernentia“. Diese 9 Abhandlungen sind neu im Thesaurus abgedruckt, vorher in Heidelberg gedruckt. „Erläuterter kurzer aktenmäßiger Begriff von der Verketzerungsgeschichte des Prof. Wiehrl’s zu Baden“, Bruchsal 1781. (Ueber diese Sache vgl. Sauter, bes. Schlözer’s Briefw, H. 49, 52.) „Disquisitiones canonicae causae decisae cet.“ (der gegen die angeführten Vindiciae adv. resp. gerichteten Schrift von Oberhauser) Mog. 1780. 4°. „Thesaurus iuris ecclesiastici potissimum germanici s. Dissertationes selectae in ius eccles. quae iuxta seriem institutionum eiusdem iuris a se editar. in ordinem digessit, illustr. animadversionibus novis, adauxit lucubrationibus propriis“ 7 voll. 4, Heid., Bamb. et Wirceb. 1772–1779. Eine Sammlung von 126 Dissertationen [13] von einigen 50 Verfassern, der besten von Katholiken von 1740 an geschriebenen Abhandlungen, versehen vielfach mit werthvollen Zusätzen. „Institutiones iuris ecclesiastici Germaniae adcommodatae“ 2 vol. Heidelb. et Bamb. 1771, 1774, 3. ed. Bamb. u. Würzb. 1778. Ein in mancher Beziehung tüchtiges, keineswegs im eigentlich curialen Sinne gemachtes Werk.

Weidlich, Biogr. Nachr. II, 231; III. Nachtr., S. 256. – Jäck, Pantheon, Sp. 1004. – de Backer V, 669 (mehrere Titel doppelt, was ihm oft begegnet). – Glück, Praecognita, p. 249. – Hautz, Gesch. II, 286, läßt ihn mit Jäck bis 1778 in Heidelberg dociren, Glück hat das Richtige; der Titel des Thesaurus von Bd. IV (1774) hat ihn noch als Professor, der des 5. von 1776 nicht mehr. – Ed. Winkelmann, Urkundenbuch der Univ. Heidelberg II, Nr. 2208, S. 276. Heidelb. 1886. – Meine Geschichte III, 1, S. 248 besonders noch über die Instit. u. seinen Standpunkt.