ADB:Schurz, Anton

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Schurz, Anton“ von Franz Brümmer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 33 (1891), S. 99, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schurz,_Anton&oldid=- (Version vom 24. April 2019, 10:31 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Schüßler, Johann
Band 33 (1891), S. 99 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand August 2016, suchen)
GND-Nummer 117316261
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|33|99|99|Schurz, Anton|Franz Brümmer|ADB:Schurz, Anton}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117316261}}    

Schurz: Anton Xaver S., der Schwager und Biograph Lenau’s, wurde am 2. September 1794 zu Asparn an der Zaya geboren. Sein Vater, der daselbst gräflich Breuner’scher Herrschaftsverwalter war und als solcher später in Schrattenthal bei Znaim lebte, bestimmte den Sohn zum Studium des Bergfachs und sandte ihn deshalb 1810 auf die Bergakademie zu Schemnitz. Nach zwei Jahren trat S. bei dem bergmännischen Buchhaltungsfach in den Staatsdienst und erlangte nach und nach die höchste Stufe in demselben, die Stellung eines Vicehofbuchhalters und ersten Vorstandes der k. k. Münz- und Bergwesens-Hofbuchhaltung in Wien. Als solcher trat er 1854 in den Ruhestand, den er bis zu seinem Tode am 28. December 1859 in Wien genoß. – S. war eine poetische Natur und seine Bekanntschaft mit Lenau (1820) wurde für diesen bekanntlich die Veranlassung, sich selbst im Dichten zu versuchen. Am 15. August 1821 vermählte sich S. mit Lenau’s Schwester Therese († 1878) und beide wetteiferten nun in der Begeisterung und Liebe für den später so unglücklichen Dichter. Nach dem Tode des letzteren schrieb S. sein bekanntes Buch „Lenau’s Leben. Größtentheils aus des Dichters eigenen Briefen“ (II, 1855). Diese Biographie zeichnet sich nicht nur durch eine unvergleichliche Pietät, sondern vielmehr durch eine seltene Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe aus und schildert uns den Dichter mit allen seinen Vorzügen und Schwächen; sie bietet zwar kein abgerundetes Lebensbild, wohl aber eine solche Fülle an Material, daß dieses sehr wohl die Grundlage für ein episch objectiv gestaltetes Lebensbild bilden kann. Auch eine Sammlung „Gedichte“ (1841) hat S. veröffentlicht und zu verschiedenen Taschenbüchern etc. poetische Beiträge geliefert. Er liegt an der Seite seines Schwagers auf dem Kirchhofe zu Weidling bei Wien begraben.

Wurzbach’s Lexikon, XXXII, 221. – Nicolaus Lenau. Biogr. Skizze von G. Emil Barthel (Einleitung zu Lenau’s sämmtlichen Werken. Leipzig, Ph. Reclam jun.).