ADB:Seckendorff-Gudent, Friedrich Heinrich Reichsgraf von

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Artikel „Seckendorff-Gudent, Friedrich Heinrich Reichsgraf von“ von Kematmüller. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 33 (1891), S. 514–517, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Seckendorff-Gudent,_Friedrich_Heinrich_Reichsgraf_von&oldid=1798457 (Version vom 6. März 2015, 22:16 Uhr UTC)
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Seckendorf: Friedrich Heinrich Reichsgraf v. S., k. k. Feldmarschall etc., Reichsfeldmarschall und Gouverneur von Philippsburg, geboren am 16. Juli 1673 zu Königsberg in Franken, † am 23. November 1763. Er war der Enkel des unglücklichen schwedischen Obersten Joachim Ludwig v. Seckendorf und der Sohn des sachsen-gothaischen Kriegsrathes Heinrich Gottlob v. Seckendorf. Da er schon im zweiten Lebensjahre seinen Vater verlor, erzog ihn sein Oheim Karl Ludwig[1] v. Seckendorf. Schon 1678 ist S. mit seinem Hofmeister Christian Höber einige Jahre in Obernzenn, von wo er nach Halle und dann zum Rector Cellarius nach Zeitz kam. 1688, also im 15. Jahre, besuchte S. die hohe Schule in Jena, setzte diese Studien 1689 in Leipzig fort und vollendete sie mit einer Disputation 1690 zu Leyden. 1693, nach seines Lehrers und Oheims Tode, trat S. in die unter Wilhelm III. vereinigte englisch-holländische Armee und kämpfte einige Monate als Volontär gegen die Franzosen. 1694 trat er in die unter Markgraf Ludwig von Baden stehende Reichsarmee über und zwar als Cornet beim gothaischen Kürassierregiment von Wartensleben, das damals in kaiserlichem Solde stand. 1694 und 1695 machte er die Feldzüge mit, wurde Lieutenant und nahm 1695 seinen Abschied, da er mehr Neigung zur Infanterie hatte und man ihm in einem der in Venedigs Diensten stehenden württembergischen Infanterieregimenter eine Compagnie versprochen hatte. In Venedig änderte er sein Vorhaben und trat als Capitänlieutenant in die Dienste des Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Anspach, der ihn dem neu errichteten Infanteriebataillon zutheilte, mit dem er als Compagniecommandant vom Juni bis 30. October 1697 die laue Campagne in der rheinischen Armee mitmachte. 1698 gab der Markgraf dieses Bataillon in kaiserlichen Sold, wobei es nach Ungarn gelangte und sich im October 1698 mit der Armee des Prinzen Eugen von Savoyen vereinigte. Im Winter von 1698–1699 war das Regiment Fuchs von Leimbach, mit welchem das Bataillon, in welchem S. diente, vereinigt worden war, in Oedenburg im Quartier und hier lernte S. das Fräulein Clara Dorothea von Hohenwarth, Tochter des Freiherrn Hans Friedrich v. Hohenwarth zu Gerlachstein kennen und vermählte sich mit derselben am 7. Mai 1699. Ende Mai 1699 gingen die Anspachschen Völker nach Deutschland zurück und der Markgraf ernannte S. zum Kammerjunker und 1700 zum Major. War er bis dahin zu einem sonst thatenlosen Leben verurtheilt, so änderte sich dies mit dem Tode König Karl II. von Spanien; mit dem Anfang des 18. Jahrhunderts trat für ihn der Beginn einer thatenreichen Laufbahn ein. Im J. 1701 überließ Brandenburg-Anspach der Republik Holland u. a. auch ein Regiment Dragoner, unter dem Obristen v. Schmettau und dieser nahm S. als Obristlieutenant in sein Regiment. 1702 ist letzterer bei der Belagerung von Kaiserswerth, macht die Eroberungen von Venlo, Stevensweert, Rüremond, Lüttich und dessen Citadelle mit. 1700 kämpfte er in Flandern und ist Theilnehmer der Affairen am Oberrhein. 1704 wird S. Obrist jenes Infanterieregiments, in dem er früher als Major gedient hatte, kämpfte 1705 mit seinem Regiment an der Mosel. 1706 focht er mit großer Bravour in der Schlacht bei Ramillies. 1708 zeichnete er sich bei Oudenarde aus und wurde im August d. J. bei der Belagerung von Ryssel mehrfach verwundet, was ihn jedoch nicht abhielt weiter Dienst zu thun. Um seine Tapferkeit zu belohnen, sollte S. den gut dotirten Posten eines Platzmajors von Ryssel erhalten, allein die Generalstaaten verliehen denselben einem ihrer Günstlinge, was S., der von Holland schon mehrfach zurückgesetzt worden war, empfindlich kränkte. Als ihm nun gerade jetzt von Seite Sachsen-Polens der Antrag wurde, in die Dienste König August I. zu treten, that er es 1709, nachdem das kaiserliche Infanterieregiment, das ihm Prinz Eugen nebst dem Range eines Generalfeldwachtmeisters verschaffen wollte, bereits anderweitig vergeben war. Als polnischer Generalmajor [515] sollte er in Deutschland Hülfstruppen werben, sein kühner Geist aber zwang ihn als Freiwilliger die Citadelle von Tournay erobern, die Franzosen bei Malplaquet schlagen zu helfen und ihnen Mons wegzunehmen. 1710 kämpfte S. mit polnischen Truppen in Flandern, 1712 wurde er bei der Belagerung von Quesnoy abermals verwundet und nach seiner Genesung als beglaubigter polnischer Minister zu den Friedensverhandlungen nach dem Haag geschickt. 1713 dämpfte S. einen Aufstand der mißvergnügten Polen, wurde 1714 Generallieutenant und machte 1715 als solcher die Belagerung von Stralsund bei den sächsischen Truppen mit. Die Wegnahme der schwedischen Linien hiebei ist sein Verdienst, wie S. sich überhaupt bei dieser Affaire als sehr tapferer, umsichtiger Officier erwies.

Mit Patent vom 10. Mai 1717 trat S. als Generalfeldmarschalllieutenant in kaiserliche Dienste und war bei der Belagerung und Einnahme von Belgrad betheiligt. Am Tage der Schlacht commandirte er das Reservecorps und war ihm die Bewachung der Linien anvertraut. 1718 und 1719 kämpfte S. in Italien. Bei der Eroberung der Citadelle von Messina wurde er zweimal verwundet. Speciell das Jahr 1719 ist eines der thatenreichsten in seinem Leben. Am 2. April erhielt S. die Würde eines Reichsgrafen, die er nur durch seine Verdienste sich erworben. 1720 machte er sich auch als Staatsmann verdient und wurde 1721 Gouverneur von Leipzig, blieb aber dabei zugleich in kaiserlichen Diensten und Kaiser Karl VI. ernannte ihn am 11. October 1723 zum Feldzeugmeister, der König von Polen jedoch zu seinem geheimen Rathe und General der Infanterie. 1726 wurde er zum kaiserlichen Gesandten in Berlin ernannt und vertrat des Kaisers Interesse nicht nur am preußischen Hofe, sondern auch bei den meisten nordischen Höfen mit diplomatischem Geschick und seltener Energie. S. verdankte diese Stellung dem Prinzen Eugen, der ihn, trotzdem er sich wieder nach militärischer Verwendung sehnte, auch in Berlin zurück hielt. 1731 erhielt S. zwar die Stelle eines Gouverneurs von Philippsburg, mußte aber auf dem Gesandtschaftsposten in Berlin verbleiben. Durch den Tod des Prinzen von Oettingen wurde die Stelle des Reichsgenerals der Cavallerie frei und das Deutsche Reich ernannte S. hiezu am 20. Juli 1731, auch wurde er in diesem Jahre Johanniter-Ritter und auf die Komthurei Lagow designirt. 1734 setzte er es endlich durch, wieder zur Armee an den Rhein gehen zu dürfen und zeichnete sich als Commandant der Nachhut der von Philippsburg gegen Bruchsal zurückgehenden Reichs- und kaiserlichen Armee aus. Er leitete die Einrichtung und Postirung der Stellung längs des Rheins von Coblenz bis Mainz und war Gouverneur der letztgenannten Stadt, führte auch thatsächlich einige Zeit hindurch das Armeecommando. 1735 kantonnirte die Armee nach Seckendorf’s Entwurfe und that den Franzosen vielen Abbruch. Alle seine Vorstellungen, doch energischer vorzugehen, waren vergebens, denn Fürst Leopold von Anhalt-Dessau, der S. nicht gewogen war, vereitelte dessen Pläne und entzog die preußischen Hülfsvölker seinem Einflusse. Trotzdem gelang es S. die Franzosen bei Clausen am 20. October 1735 empfindlich zu schlagen und sie zum Rückzuge zu zwingen. Dieser Sieg dürfte Seckendorf’s größte militärische Leistung sein, wenn man die Schwierigkeiten und Hindernisse bedenkt, die sich ihm dabei in den Weg stellten. Im November 1735, bei Abschluß des Waffenstillstandes besetzte S. die Mosel von Igel bis Coblenz. Trotz dieser Erfolge von allen Seiten angefeindet, begnügte er sich 1736 als Gouverneur Philippsburg in Vertheidigungszustand zu setzen und ging dann nach Ungarn, um die Verfassung der Armee, der Festungen u. s. w. kennen zu lernen. Was er da sah, erbaute ihn nicht und er machte daraus kein Hehl, was ihm wieder viele Feinde zuzog. 1737 hatte S. „einen soliden Operationsplan“ zu entwerfen und Kaiser Karl VI. ernannte ihn zum Oberbefehlshaber gegen die Türken bei [516] gleichzeitiger Ernennung zum Generalfeldmarschall (21. Mai). Am 25. Juli 1737 ergab sich ihm die türkische Festung Nissa, wofür er anstatt des Feldzeugmeistergehaltes, den Feldmarschallgehalt zugesprochen erhielt. Der Fortgang des Feldzuges entsprach nicht dem glücklichen Anfange, was nicht Seckendorf’s Schuld allein war. Er wurde am 14. October abberufen, und man hatte in Wien bereits alle Vorbereitungen getroffen, ihm, des mißglückten Feldzuges halber, den Proceß zu machen. Am 3. November bereits befand S. sich internirt und sorgsam bewacht in Wien. Die Anklage des Hofkriegsrathes bezichtigte den Feldmarschall „die Gloire und Reputation der kaiserl. Waffen prostituirt zu haben“ und zergliederte genau den Schaden, den er an Mann, Material und Landgebiet dem Staate zugefügt habe. Die Anklageschrift enthielt nicht weniger als 18 Punkte. S. widerlegte Punkt für Punkt, worauf eine Commission zur Untersuchung eingesetzt wurde, die in zehn Sitzungen, vom 28. Februar bis 10. April 1738 die Sache des so hart behandelten FM. prüfte. Nachdem der Wiener Pöbel gegen S. bedrohlich auftrat, brachte man ihn nach Graz in Haft, wo er bis 6. November 1740 verblieb, an welchem Tage Königin Maria Theresia die Untersuchung gegen ihn des Türkenfeldzuges wegen aufhob. S. verblieb in seiner Charge und behielt seine Aemter, zog sich aber im November 1740 nach seinem Gut Meuselwitz bei Altenburg zurück, von wo aus er 1741 nach Philippsburg ging und als Gouverneur wirkte, welche Stelle er noch inne hatte. Zur selben Zeit bat er in Wien um seinen ausständigen Gehalt als Feldmarschall und ehemaliger Gesandter, was ihm aber abgeschlagen wurde. S. legte nun in Frankfurt a. M., Juni 1741, seine Feldmarschalls- und Geheimrathswürde nieder, trat aber in derselben Charge und mit denselben Würden gleich darauf in die bairische Armee ein, von Karl VII. mit offenen Armen aufgenommen. Diesen Uebertritt in bairische Dienste suchte er freilich zu beschönigen, indem er vorgab, daß er „der vom Reich innehabenden Chargen halber, zur Beruhigung der durch Karl VII. Wahl entstandenen Unruhen, in dessen Dienst getreten sei“. Daß Karl VII. die Fähigkeiten Seckendorf’s gehörig ausnützte, ist erklärlich und zwar zuerst dessen Talente als Diplomat an den Höfen von Dresden und Berlin 1742. Im selben Jahre, am 20. August übernahm er dann das Commando über die bairische Armee. In dieser Stellung war er jedoch nicht glücklich, auch scheint sein Einfluß bei der Armee nicht allzugroß gewesen zu sein. Das Jahr 1743 ist für ihn nicht erfolgreicher gewesen. 1744 nahm S., den seine Mißerfolge als Soldat schwer drücken mochten, seine diplomatische Laufbahn wieder auf und größtentheils auf sein Betreiben kam die Frankfurter Union gegen die Königin Maria Theresia zu Stande. Hierauf wieder als General thätig, gelang es ihm Baiern mit Ausnahme von Ingolstadt, Braunau, Schärding und Passau für seinen Gebieter zurück zu erobern. Es waren das seine letzten Waffenthaten, denn am 1. Decbr. 1744 nahm er endgiltig als Feldherr seinen Abschied. 1745 leitete er als Diplomat die Verständigung Oesterreichs mit Baiern, was am 22. März 1745 zum Frieden von Füssen führte. Trotz seines Alters gab sich S. nicht als abgethane Größe zufrieden und eilte nach der Wahl des Großherzogs Franz von Lothringen zum deutschen Kaiser nach Frankfurt, wo es seinem diplomatischen Geschicke gelang, von der Kaiserin Maria Theresia im September 1745 alle Ehrenstellen wieder zu erlangen, die er unter deren Vater in den kaiserl. Diensten innegehabt hatte. Hierauf begab er sich nach Meuselwitz um den Rest seiner Tage dort zu verleben. Allein S. war kein Mann des Wohllebens uud des Müßigganges und die Welthändel interessirten ihn doch noch zu sehr, weshalb seine Passivität nur von kurzer Dauer war. Von 1745–1758 holten sowohl der Wiener Hof, als auch viele deutsche Fürsten bei ihm Rath in militärischen und politischen Angelegenheiten ein. Dabei war S. noch so gesund, daß er trotz seines Alters große Reisen [517] machen konnte. Im Mai 1749 feierte er seine goldene Hochzeit zu Meuselwitz und 1754 besuchte er noch das große Lager bei Colin und war nebstbei als Gouverneur von Philippsburg thätig. 1755 begann er zu kränkeln und der Tod seiner Gattin (7. Januar 1757) drückte ihn vollends nieder. Trotzdem sollte er noch viel Ungemach erleben. Seit dem Frieden von Füssen war ihm König Friedrich II. von Preußen gram. Dadurch, daß S. dem Wiener Hofe gegen Preußen gerichtete Mittheilungen und Rathschläge ertheilt hatte, war die Handhabe gegeben, gegen ihn aufzutreten und im December 1758 holten 30 preuß. Husaren S. aus der Kirche, wo er eben seine Andacht verrichtete, und führten ihn in die Citadelle von Magdeburg als Gefangenen ab. Erst im Mai 1759 wurde S. gegen den in österreichischer Kriegsgefangenschaft befindlichen Prinzen Moriz von Dessau ausgewechselt, mußte aber seine Freiheit noch mit 10000 Thaler Lösegeld bezahlen. Da S. auf seinen sächsischen Gütern sich nicht sicher vor neuerlichen Angriffen auf seine Freiheit fühlte, so lebte er einige Zeit in Baiern und im Coburgischen, kam aber, schwer leidend, nach Meuselwitz zurück, von wo aus er, was sehr bezeichnend für seine rastlose Natur ist, noch 1762 als ältestes Mitglied den Landtag zu Altenburg besuchte, und beschloß sein, wenn auch von manchem Schatten verdunkeltes, doch nicht unrühmliches, äußerst bewegtes und thatenreiches Leben am 28. November 1763.

S. war von der Natur nicht mit Vorzügen der äußeren Erscheinung bedacht worden, im Gegenteil mochte der erste Eindruck den er bot, nicht der angenehmste sein, denn seine Sprache klang unangenehm, da er zugleich durch die Nase und durch die Zähne sprach. In seinem Gehaben war er sehr einfach und natürlich, liebte peinliche Ordnung und hatte entschiedene Abneigung gegen Pracht, was allerdings durch seine Sparsamkeit, die oft in Geiz ausartete, erklärlich scheinen mag. Auch verstand er zu trinken und nützte dies oft dazu aus, politisch einflußreichen Persönlichkeiten wichtige Staatsgeheimnisse zu entlocken. Sein hitziges Temperament und seine Geradheit waren oft beleidigend und schufen ihm ebenso viele Feinde, wie seine Ehrsucht. Wenn er es trotzdem zu solchem Einfluß und zu hohen Ehrenstellen brachte, so ist dies anderntheils wieder seiner großen Arbeitslust, seiner persönlichen Tapferkeit, seiner Menschenkenntnis und seinen Talenten als Officier und Staatsmann zuzuschreiben, die er zur richtigen Zeit zu verwerthen verstand. Jedenfalls war S. als Diplomat bedeutender, denn als Feldherr, zum Ersteren scheinen ihn seine persönlichen Anlagen prädestinirt zu haben. Unter allen Umständen aber ist er eine der merkwürdigsten und markantesten Erscheinungen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, denn abwechselnd finden wir ihn im kaiserl. Interesse, dann im Heerlager Karl VII. und in Friedrich II. Gefolgschaft thätig, mit welch Letzterem er als Kronprinz an dessen Vaters Hofe vielfachen Verkehr gepflogen. Er ist eine Persönlichkeit nicht von lauterstem Charakter, aber mit stark ausgeprägtem Talent für die Intrigue und die diplomatischen Künste jener Zeit, die ja ganz andere als heutzutage waren, weshalb auch die Männer jener Zeit mit einem andern Maßstab beurtheilt sein wollen, da für sie der Begriff „Vaterland“ eigentlich noch nicht bestand.

Wurzbach, Biogr. Lexikon, Thl. 33. – Seckendorf’s Lebensbeschreibung. 4. Bd. – Geschichte des österr. Erbfolgekrieges 1740–1748. Dresden 1787. 2. Bd. – Orlich, Geschichte der schlesischen Kriege. 2. Bd. – Arneth, Maria Theresia.
Kematmüller.

[Zusätze und Berichtigungen][Bearbeiten]

  1. S. 514. Z. 7 v. o. l.: Veit (statt Karl) Ludwig. [Bd. 45, S. 672]