ADB:Seebach, Johann Georg

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Artikel „Seebach, Johann Georg“ von Albert Schumann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 33 (1891), S. 556–557, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Seebach,_Johann_Georg&oldid=- (Version vom 12. Dezember 2019, 17:28 Uhr UTC)
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Seebach: Johann Georg S., Dichter geistlicher Lieder, geboren am 24. October 1684 zu Ichtershausen (Sachsen-Gotha), wie es scheint, der einzige Sohn des beim dortigen Amte beschäftigten Joh. Christoph S. und der Anna Margaretha geb. Weissenbach, besuchte infolge der Ernennung seines Vaters zum Amtsrichter in Reinhardsbrunn und nachher auf Tenneberg zunächst die Schulen in Friedrichroda und Waltershausen und trat dann in die zweitoberste Classe des gothaischen Gymnasiums ein. Hier unter anderen von dem Rector Vockerodt, dem Conrector Keßler und dem Professor Joh. Elias Reichard (s. A. D. B. XXVII, 628 f.) vorgebildet, lag er, einer früherwachten Neigung folgend, seit dem 18. Jahre in Leipzig den theologischen Studien ob, wurde jedoch nach kaum dritthalbjährigem Aufenthalte von seinen Eltern heimgerufen und verweilte nach bestandener Prüfung ebenso lange in Waltershausen, an seiner Fortbildung arbeitend und sich daneben im Predigen übend, bis ihn der damalige Rath und Consistorialassessor Daniel Eusebius Jäger als Hauslehrer zweier seiner Kinder nach Gotha berief. Außer einem Sohne, der ihm 10 Jahre hindurch anvertraut blieb, und einer Tochter unterrichtete er zudem noch eine Anzahl junger Adeliger. Auf die geistige Entwicklung der Tochter Juliane Margarethe, der späteren früh gestorbenen Gattin des Kirchenrathes E. S. Cyprian, ist er von nicht zu verkennendem Einfluß gewesen; denn er hat nicht nur die Liebe zur Dichtung in ihr geweckt, sondern sie auch durch sein Beispiel zu eigenen Versuchen im geistlichen Liede angeregt. Bei der Annehmlichkeit seines Wirkungskreises lehnte er mehrere ihm angetragene anderweitige Stellungen ab und ließ sich erst 1717 durch den Herzog Ernst Friedrich zu Sachsen-Hildburghausen als Hof- und Stadtdiakonus für dessen Residenz gewinnen, in welcher er am 25. Juli seine Anzugspredigt hielt. Am 2. Mai 1719 vermählte er sich mit Ludovica Maria Johanna Erlebach, der jüngsten Tochter des 1714 gestorbenen rudolstädtischen Capellmeisters Ph. H. Erlebach. Sie gebar ihm nach mehr als Jahresfrist einen Sohn, starb aber neun Tage darauf an den Folgen der Entbindung. Er selbst schied sammt dem Kinde bereits am 2. April 1721 aus dem Leben. – S. hatte schon in Gotha unter dem Titel „Der leidende u. sterbende Jesus“ (1714) vierundzwanzig im Anschluß an die Passionstexte entstandene geistliche Lieder herausgegeben, deren Anfänge bei Wetzel (s. u.) verzeichnet sind; in Hildburghausen veröffentlichte er „Sonn- und Fest-tägliche Cantaten zur Kirch-Music in der Schloß-Capelle zu Hildburghausen, auf Fürstlichen Befehl verfertigt“ (3 Thle., 1718–19), welche längere Zeit nach seinem Tode unter ihren Einzeltiteln und zugleich mit den genannten Passionsliedern in neuer Ausgabe erschienen: „Herrn [557] Johann Georg Seebach’s … evangelische Herzenserinnerung, oder musikalische Texte auf alle Sonn- und Festtage des Jahres“ (1749), „Lieder von Zion über die Sonn- und Festtagsevangelia des ganzen Jahres, zum Preise Gottes und zur Beförderung heiliger Andacht abgefasset“ (1750), und „Blumen der Erquickung aus den Sonn- und Festtagsepisteln des ganzen Jahres zusammengebunden, nebst der Passionsgeschichte und 24 geistlichen Passionsliedern“ (1750). Endlich folgte noch die zusammenfassende Ausgabe: „Johann Georg Seebach’s Geistliche Gedichte in dreyen Theilen gesammelt“ (1752).

Wetzel’s Hymnopöogr., 4. Thl. (1728), S. 465–480 (größtentheils Autobiographie). – Zedler’s Universal-Lexicon, 36. Bd. (743), Sp. 1026 bis 1027. – Jöcher IV (1751), Sp. 471. – Joh. Werner Krauß, Beyträge zur Erläuterung der Hochfürstl. Sachsen-Hildburghäusischen Kirchen-, Schul- und Landes-Historie, 2. Thl., Hildburghausen 1752, S. 279 f. – Goedeke, Grundriß, 2. Aufl., 3. Bd. (1887), S. 298.