ADB:Seyffer, Karl Felix von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Seyffer, Karl Felix von“ von Siegmund Günther in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 34 (1892), S. 107–108, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Seyffer,_Karl_Felix_von&oldid=- (Version vom 16. Oktober 2019, 00:15 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 34 (1892), S. 107–108 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Karl Felix von Seyffer in der Wikipedia
GND-Nummer 117459836
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|34|107|108|Seyffer, Karl Felix von|Siegmund Günther|ADB:Seyffer, Karl Felix von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117459836}}    

Seyffer: Karl Felix v. S., Astronom, geb. am 25. Jan. 1762 zu Bixfeld[1] (Württemberg), † am 17. September 1822 zu Bogenhausen bei München. Nach in Tübingen vollendeten Studien promovirte S. ebendaselbst und folgte sodann einem Rufe als außerordentlicher Professor an die Universität Göttingen, welcher er von 1789–1804 angehörte. Mehrere astronomische und geographische Aufsätze aus dieser Zeit brachten von ihm Bode’s „Astron. Jahrbuch“ und v. Zach’s [108] „Monatl. Korrespondenz“, so über die Polhöhe von Göttingen, über Mondregenbogen, über die neuesten Entdeckungen in der Südsee u. s. w.; seine bedeutendste Leistung aber war jedenfalls die „Bestimmung der Länge von Göttingen, Gotha, Danzig, Berlin und Harefield in Middlessex aus der Sonnenfinsterniß vom 5. September 1793“ (Göttingen 1794). Als Lalande und v. Zach den bekannten Astronomencongreß nach dem Seeberg bei Gotha beriefen, befand sich auch S. unter den Theilnehmern. Welche Umstände S. veranlaßten, seine Stellung in Göttingen aufzugeben und von 1805–6 im Hauptquartiere Napoleon’s als „Ingénieur–Géographe“ thätig zu sein, scheint sich nicht aufklären zu lassen; jedenfalls ward für ihn diese Thätigkeit sehr bedeutungsvoll, da er nunmehr mit der Regierung des neuen Königreiches Baiern in Beziehung trat. Dieselbe nahm ihn in ihre Dienste; er wurde Vorstand der in dem Dorfe Bogenhausen unweit München begründeten Sternwarte, 1808 Hofrath und Mitglied des statistisch-topographischen Bureaus im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten und 1815 Director dieser Anstalt. Auch wurde er Mitglied der baierischen Akademie der Wissenschaften und (1809) Ritter der Ehrenlegion. Wesentlich auf S. ist die vorzügliche Steuerkatastrirung zurückzuführen, mit welcher Baiern allen anderen deutschen Staaten voranging. Näheres über seine Vermessungsarbeiten, sowie über die damit enge verknüpfte Bestimmung der geographischen Coordinaten des Fixpunktes München enthalten die ersten drei Bände der neuen Münchener Denkschriften. Andere Abhandlungen aus seiner Feder finden sich in den „Göttinger Gel. Anzeigen“ (1798–1800), und im 4. Bande der von dem Akademiker v. Moll herausgegebenen „Jahrbücher für Berg- und Hüttenkunde“ sind Seyffer’s meteorologische Beobachtungen abgedruckt.

Pütter-Saalfeld, Versuch einer akademischen Gelehrtengeschichte der Universität Göttingen, 3. Theil, S. 209, Hannover 1820. – Meusel-Lindner-Ersch, Das gelehrte Teutschland im neunzehnten Jahrhundert, S. 456 ff., Lemgo 1825.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 107. Z. 6 v. u. l.: Bitzfeld. [Bd. 45, S. 672]